FIFA würdigt am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen deren Teilhabe und Einbeziehung

  • Der 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen

  • An diesem Tag würdigt die FIFA Mitglieder der Fussballfamilie mit Behinderungen und eingeschränkter Beweglichkeit

  • Barrierefreiheit und Einbeziehung sind Schlüsselwerte bei FIFA-Wettbewerben

Am heutigen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen feiert die FIFA voller Stolz die behinderten Spieler, Offiziellen und Fans, die einen wichtigen Teil der reichen Vielfalt in der weltweiten Fussballfamilie bilden.

Gegenwärtig gibt es mehr als eine Milliarde behinderte Menschen, etwa 15 % der Weltbevölkerung. Dies ist die größte Minderheit auf unserem Planeten, und laut der Weltgesundheitsorganisation wird fast jeder irgendwann in seinem Leben vorübergehend oder dauerhaft eine Behinderung erfahren. Behinderungen gehören zum menschlichen Leben.

Dennoch sehen sich behinderte Menschen nach wie vor mit sozialen, körperlichen, intellektuellen, einstellungsbedingten und anderen Barrieren konfrontiert, die sie vom täglichen Leben, einschließlich Bildung, Sport und Arbeitsmöglichkeiten, ausschließen. Es wurden bereits beträchtliche Fortschritte erzielt, um sicherzustellen, dass die Welt barriereärmer und integrativer wird, aber es ist noch viel Arbeit erforderlich, um behinderten Menschen die Chancen zu bieten, die andere als selbstverständlich ansehen.

Der Fussball wird überall auf der Welt geliebt und diese Liebe teilen selbstverständlich auch viele Millionen behinderte Menschen. Mehr behinderte Menschen als je zuvor beteiligen sich am beliebtesten Sport der Welt und die FIFA und die Ausrichter der Wettbewerbe bieten zudem integrative und barrierefreie Leistungen an, um sicherzustellen, dass niemand auf die einzigartige Atmosphäre eines Stadionbesuchs verzichten muss.

Aktionstag zur Schärfung des Bewusstseins

Joyce Cook, die Leiterin der FIFA-Abteilung für Soziale Verantwortung und Ausbildung, sieht den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen als großartige Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf einen Teil der Fussballfamilie zu lenken, der oftmals zu wenig beachtet wird.

"Es ist wichtig, dass wir zeigen, dass es im Fussball nicht nur um die Spitzenwettbewerbe geht, die wir im Fernsehen sehen, sondern dass es alle möglichen anderen Formen des Fussballs gibt, einschließlich des Behindertenfussballs, die von einigen der leidenschaftlichsten Menschen der Welt gespielt, organisiert und verfolgt werden. Sie alle haben unsere Unterstützung verdient. Ich bin stolz auf die Arbeit der FIFA, die dazu führt, dass dies in zunehmendem Maße der Fall ist, zum Beispiel durch das Entwicklungsprogramm FIFA Forward.

Als behinderte Frau weiß ich aus erster Hand, dass es vor allem auf den Geist des Fussballs ankommt, auf die schiere Freude, das Miteinander und das Wohlbefinden, das er den am stärksten isolierten und ausgegrenzten Menschen bieten kann. Ob wir Fussball spielen, im Fussball arbeiten oder "nur" zuschauen, wir alle teilen die gleiche Liebe und Leidenschaft für das schönste aller Spiele – und wir dürfen nie vergessen, dass der Sport jedem Einzelnen von uns gehört."

Dabeisein ist alles

Der Fussball weckt eine große Leidenschaft und inspiriert die Menschen, sich zu beteiligen, von der Basis bis hin zum Spitzensport. Es gibt eine stetig wachsende Anzahl von Fussballwettbewerben für Menschen mit Behinderungen, die dabei auf dem Spielfeld aktiv sein können.

Im Rahmen des Entwicklungsprogramms FIFA Forward bietet die FIFA ihren Mitgliedsverbänden Unterstützung an, um sicherzustellen, damit jeder, der spielen möchte, auch spielen kann – ungeachtet von Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität. Seit der Einrichtung des Programms 2016 finanziert FIFA Forward rund um die Welt verschiedenste Fussballprojekte, vom Fussball für Menschen mit Zerebralparese (CP) bis hin zum rasend schnellen Fussball mit Elektrorollstühlen.

Daneben bietet auch die FIFA-Stiftung Unterstützung für Wettbewerbe wie die Fussball-Weltmeisterschaft der Gehörlosen und organisiert das Festival der FIFA-Stiftung (FIFA Foundation Festival), das 2018 mit insgesamt 48 Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitete, darunter die Single Leg Amputee Sports Association aus Sierra Leone und die Hilfsorganisation Downside Up aus Russland.

Die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen am Fussball kann auch Kindern und Jugendlichen Inspiration bieten, da ihre Vorbilder bestätigen, dass auch sie in den Sport gehören.

Das Spektakel genießen

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ sind für alle da. Gemeinsam mit den Ausrichtern stellt die FIFA sicher, dass es für Fans keine Barrieren gibt, wenn sie die packende Stimmung bei den führenden Wettbewerben im Männer- und Frauenfussball live im Stadion erleben wollen.

Bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ arbeiteten die FIFA und das Lokale Organisationskomitee in Frankreich (LOK) eng mit dem Centre for Access to Football in Europe (CAFE) zusammen, um in drei Bereichen die bestmögliche Barrierefreiheit zu erreichen: Es gab ein gesondertes Ticket-Kontingent in drei Kategorien, über das mehr als 8.500 barrierefreie Tickets angeboten wurden; es gab gesonderte Infrastruktur in den Stadien, einschließlich Behinderten-Parkplätze, -Eingänge und –Sitzplätze, sowie einen Audio-Live-Kommentar speziell für blinde und sehbehinderte Fans.

Für Fans, die von zu Hause aus zusahen, stellte die FIFA bei der FIFA Fussball-WM Russland 2018™ und der FIFA Frauen-WM Frankreich 2019™ eine speziell aufbereitete Version der täglichen Zusammenfassung der Höhepunkte der Spiele für schwerhörige und gehörlose Fans bereit.

MOSCOW, RUSSIA - OCTOBER 18: Disabled kids take part in training with experts in Moscow during the FIFA Football for Hope adidas Exchange Programme workshop on October 18, 2017 in Moscow, Russia. (Photo by Oleg Nikishin - FIFA/FIFA via Getty Images)

Eine barrierefreie FIFA Fussball-WM

Bei der FIFA Fussball-WM Katar 2022™ arbeitet die FIFA mit dem Obersten Rat für Organisation und Nachhaltigkeit (Supreme Committee for Delivery & Legacy, SC) und weiteren wichtigen Interessengruppen zusammen, darunter auch Nichtregierungsorganisationen in Katar, die sich auf Barrierefreiheit spezialisiert haben, um für alle Fans ein barrierefreies Erlebnis zu ermöglichen, sowohl in den Stadien wie auch im öffentlichen Nahverkehr, in den Fan-Zonen sowie in der Unterkunft.

Auch dort werden behinderte Fans und Fans mit eingeschränkter Mobilität barrierefreien Zugang in und um die Stadien, barrierefreies Ticketing in vier Kategorien und eine Reihe spezieller Behindertendienste genießen, darunter Shuttles, Rollstuhl-Begleitservice, Live-Audio-Kommentare für blinde und sehbehinderte Fans, Sinnesräume für Fans mit Sinneseinschränkungen sowie Hörhilfen für Schwerhörige und Gehörlose.

Weitreichende Barrierefreiheit und Inklusion gehören fest zum Reglement für die Bewerbung um die Ausrichtung von FIFA-Wettbewerben, so auch in den jüngsten Bewerbungsverfahren für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ und die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™. Jeder Mitgliedsverband, der ein FIFA-Turnier ausrichten will, muss sicherstellen, dass für die Belange aller Fans gesorgt ist.

Beim laufenden FIFA Arabien-Pokal ™ wurden zum ersten Mal audiodeskriptive Kommentatoren in arabischer Sprache zur Verfügung gestellt.

Die audiodeskriptiven Kommentatoren wurden im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ LLC (Q22), des Übersetzungs- und Dolmetscherinstituts der Hamad Bin Khalifa Universität und des Zentrums für den Zugang zum Fussball in Europa speziell ausgebildet.

Mehr Aufmerksamkeit für behinderte Fans

Bei der Zeremonie zu den The Best FIFA Football Awards in Mailand wurde im Jahr 2019 der FIFA-Fanpreis an eine bemerkenswerte Brasilianerin verliehen, die ihrem autistischen und blinden Sohn im Stadion das Geschehen auf dem Spielfeld beschreibt.

Nachdem ihre Geschichte während der FIFA Frauen-WM 2019™ in einem Video in der Reihe Sheroes vorgestellt worden war, zeigte sich Silvia Grecco überwältigt von der Unterstützung für sie und ihren Sohn. Sie sagte: "Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Sport Möglichkeiten bietet, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verändern."