Für Frankreich ist nichts unmöglich

27. Juni 2019
  • Frankreich trifft im Viertelfinale auf die USA - LIVE-BLOG: #FRAUSA

  • 2011 schieden die Bleues im Halbfinale gegen die Amerikanerinnen aus

  • In den danach folgenden acht Jahren wurde im französischen Frauenfussball vieles möglich

Von Emma Hingant, Teamreporterin Frankreich

"Der Präsident des französischen Fussballverbands hat mir das Ziel vorgegeben, das Finale zu erreichen." Das verriet Nationaltrainerin Corinne Diacre am 2. Mai eher beiläufig, als sie den endgültigen Kader für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ bekannt gab.

Nun, fast zwei Monate später, könnte man sagen, das Ziel ist erreicht. Frankreich steht vor einem Viertelfinale gegen Titelverteidiger und Favorit USA, das von Medien und Fans weltweit als vorweggenommenes Endspiel betrachtet wird. Doch so ambitioniert die Trainerin ansonsten auch ist, so sehr dämpfte sie vor Turnierbeginn auch die Erwartungen: "Stand heute gibt es nichts, was mich sagen ließe, Frankreich übersteht das Viertelfinale und schneidet besser ab als 2011. Wir haben lediglich den Ehrgeiz, das zu tun."

Besser als 2011 haben die Französinnen bei einer WM noch nie abgeschnitten. Damals erreichten sie das Halbfinale gegen eben jene Stars and Stripes, gegen die es auch jetzt wieder geht. Es war das bislang einzige Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, bekanntlich mit dem besseren Ende für die Amerikanerinnen.

Aus der Niederlage gelernt

Seinerzeit hatte Frankreich im Viertelfinale gegen England über das Elfmeterschießen gehen müssen. Gegen die USA unterlagen die Bleues dann durch Tore von Lauren Cheney, Abby Wambach und Alex Morgan, und einen Ehrentreffer von Sonia Bompastor mit 1:3. Die Niederlage nahm man im französischen Lager anschließend philosophisch. "Bei meiner ersten Weltmeisterschaft 2011 waren wir schon Gewinnerinnen, weil wir überhaupt dabei waren. Das Halbfinale zu erreichen, war schon außergewöhnlich für uns", erinnert sich Eugénie Le Sommer, die erfolgreichste noch aktive französische Torschützin, die im Halbfinale eingewechselt wurde.

Aber heute ist Dabeisein angesichts einer Weltmeisterschaft im eigenen Land natürlich nicht mehr alles. Das zeigt sich auch daran, dass keine Pressekonferenz vergeht, ohne dass die Wörter "Finale" oder "7. Juli" fallen. Was also lässt die Französinnen diesmal daran glauben?

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Zum einen sind die Mannschaften heute andere. Auf amerikanischer Seite sind wichtige Spielerinnen wie Wambach, Hope Solo oder Shannon Boxx nicht mehr dabei. Auf französischer Seite haben Bompastor, Laura Georges, Sandrine Soubeyrand, Camille Abily, Elodie Thomis und Louisa Necib ihre Spinde in der Kabine geräumt. Statt ihrer stehen nun Spielerinnen wie Wendie Renard und Le Sommer in der Startelf, die im Halbfinale 2011 noch auf der Bank saßen. Die heutige Spielführerin Amandine Henry und Torhüterin Sarah Bouhaddi mit ihren 144 Länderspielen waren 2011 gar nicht dabei.

Einige Mittel mehr

Seit drei Spielen haben die Französinnen nicht mehr gegen die Mannschaft von Jill Ellis verloren. Zwei der Spiele gewannen sie und schossen dabei drei Tore. "Noch unter (Ex-Trainer) Bruno Bini waren nicht alle Spielerinnen Profi. In der Mannschaft fanden sich alle möglichen Berufe", erklärt Philippe Joly, der Assistenztrainer von Diacre. Heute sind sie alle Berufsfussballerinnen und können dadurch allein im Bereich der Athletik ganz anders arbeiten. Wir haben möglicherweise einige Mittel mehr, mit denen wir erfolgreich sein können."

Ein Erfolg im Spitzenspiel würde es den Französinnen jedenfalls nicht nur erlauben, ihren Weg ins angestrebte (eigentliche) Finale fortzusetzen, sondern wäre auch eine Bestätigung der Entwicklung des Frauenfussballs in Frankreich. Doch Elise Bussaglia, die das Ausscheiden 2011 miterlebt hat, geht noch weiter: "Richtig ändern wird sich erst was mit dem Titel", sagt sie.

Tickets

Fans, die die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ vor Ort in Frankreich erleben möchten, können für die verbleibenden Spiele die noch erhältlichen Tickets online unter de.fifa.com/tickets erwerben, ebenso wie bei den Ticket-Verkaufsstellen direkt an den Stadien.

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