Banini: "Wir sind daran gewöhnt zu kämpfen. Das macht uns stark."

  • Wir sprechen mit der Spielführerin der "Albiceleste"

  • Argentinien startet am 10. Juni gegen Japan in die WM

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Die Mittelfeldspielerin Estefanía Banini teilt die Fussballleidenschaft mit ihrem Vater. Sie ist der Spaßvogel im Team, für die musikalische Unterhaltung verantwortlich und immer für einen Scherz zu haben. Außerdem ist sie Spielführerin, trägt das Trikot mit der Rückennummer zehn und bekleidet damit eine der wichtigsten Positionen, die es in der Fussballwelt gibt.

Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass diese Auswahl über zwei Jahre keine Wettbewerbspraxis hatte und seit der letzten WM noch nicht einmal zu einem Trainingslager zusammengekommen war. "In Argentinien mangelt es an Investitionen und Stetigkeit, an einem kontinuierlichen Einsatz für diese Sportart. Nach der WM in China (Anm. d. Red.: der letzten bei der Argentinien vertreten war) hat man die Chance verpasst, weiter zu wachsen. Hätte man das Projekt damals weiterverfolgt, dann stünden wir jetzt ganz anders da und müssten nicht von vorn beginnen.

Argentinien nimmt am Vier-Nationen-Turnier in Australien teil, bei dem außer dem Gastgeber noch die Republik Korea und Neuseeland antreten. Alle Teams sind WM-Teilnehmer.

Baninis Einschätzung von Gruppe D

  • England: Die Engländerinnen sind schnell, durchschlagskräftig und stark. Sie profitieren sehr von dieser physischen Stärke. Sie spielen sehr direkt und sind gut bei hohen Bällen.

  • Japan: Die Spielweise der Japanerinnen ist technischer, sie halten den Ball flach am Boden. Sie sind sehr effektiv und schnell.

  • Schottland: Das Team ist zum ersten Mal bei einer WM dabei, und wir glauben, das wir mit Schottland am ehesten auf Augenhöhe spielen können. Trotzdem haben die Schottinnen natürlich mehr Erfahrung, da sie in Europa in der Qualifikation normalerweise auf sehr starke Teams treffen.

"Wir werden versuchen, mit unseren Mitteln positive Ergebnisse zu erzielen. Wir werden von einem Spiel zum anderen viele Dinge verändern müssen", so ihre Analyse. "Einmal abgesehen von der Einstellung und dem Siegeswillen, mit dem wir in jede einzelne Partie gehen, zeichnet sich unser Team auch durch seine Vielseitigkeit aus. Vom Mittelfeld bis zum Sturm verfügen wir über Einzelspielerinnen, die spielerisch stark sind und sich im Eins-gegen-eins durchsetzen können."

Sie hebt zwei Namen hervor, auf die wir besondere Aufmerksamkeit richten sollten:

  • Aldana Cometti: "Aldana ist eine sehr talentierte Innenverteidigerin. Mit 25 Jahren beherrscht sie eine sehr schwierige Position, auf der sich nur sehr wenige Spielerinnen profilieren können. Als Verteidigerin ist es schwierig, sich hervorzutun."

  • Vanina Correa: "Vanina verfügt über Erfahrung bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Sie spielt eine wichtige Rolle im Team, und ihre Erfahrung ist entscheidend für eine Torhüterin. Ich hoffe, sie bekommt nicht viel zu tun!"

Banini ist eine erklärte Bewunderin der Brasilianerin Formiga sowie von Lionel Messi und zeichnet sich durch ihre große Fussball-Leidenschaft aus. Ihr fehlen nur noch zwei Fächer zum Erwerb der Trainerlizenz und sie hat sowohl in Argentinien als auch in den USA bereits bei mehreren Gelegenheiten auf der Trainerbank gesessen, wenn sie gerade nicht selbst trainieren musste.

Die internationale Erfahrung fällt ins Gewicht, vor allem angesichts des Rückstands ihres Landes mit Blick auf den Frauenfussball. "Der Fussball ist zweifellos ein Spiegelbild der Gesellschaft und der Fortschritte eines Landes. In Argentinien haben wir leider noch einigen Nachholbedarf. Die Macho-Mentalität muss sich ändern, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen", so die 28-Jährige aus Mendoza. "Außerdem müssen wir besser informieren. Ich habe den Eindruck, dass die Fans in der Regel gar nicht Bescheid wissen."