Giacinti: "Erwartungen und Begeisterung sind riesig"

16. Apr. 2019
  • Italiens Traditionsklubs interessieren sich inzwischen für Frauenfussball

  • Giacinti spielt jetzt für Milan, das Brescia in der Liga ersetzt

  • Die Nationalstürmerin hält die erste WM-Teilnahme nach 20 Jahren für "große Leistung"

Zwei Jahrzehnte ist es her, dass zuletzt eine italienische Spielerin bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ auflief. Nach Frankreich fährt die aktuell von Milena Bertolini trainierte italienische Frauen-Nationalmannschaft nun aber trotz der langen Durststrecke voller Selbstvertrauen. Kein Wunder, denn die Italienerinnen haben ihre Qualifikationsgruppe noch vor den hoch gehandelten Belgierinnen gewonnen.

Diese Erwartungen werden zusätzlich genährt durch einen sehr talentierten Kader, zu dem auch Valentina Giacinti gehört.

Für Giacinti sind all das Belege für eine positive Gesamtentwicklung des Frauenfussballs in Italien.

"Wir haben jetzt Zugang zur Physiotherapie, zu den Mannschaftsärzten und Trainingsplätzen, und wir können morgens trainieren statt abends, was der Regeneration zugute kommt. Meiner Meinung nach war das für italienische Verhältnisse ein Quantensprung."

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Die Hoffnung ist nun, dass sich dieses Interesse auch auf die Nationalmannschaft überträgt, die sich gerade auf eine schwierige WM-Gruppe mit Brasilien, Australien und Jamaika vorbereitet.

Für Giacinti wird es eine gänzlich neue Erfahrung, auf die sie sich freut.

"Ja, es stimmt schon, dass wir uns lange nicht mehr an einer WM teilgenommen haben, und um ehrlich zu sein, habe ich keine Vorstellung davon, wie es sein wird, eine Weltmeisterschaft zu spielen, da ich fünf war, als sich Italien zuletzt qualifizieren konnte", sagt sie.

"Aber es ist schon jetzt ein tolles Gefühl. Wir können gar nicht fassen, was wir erreicht haben. Die Erwartungen und die Begeisterung sind riesig. Wir freuen uns auf Frankreich."

Giacinti selbst befindet sich zurzeit in herausragender Form. Mit 21 Saisontoren führt sie die Torschützenliste in der Serie A an. Sechs Länderspieltore hat sie zudem bislang auf ihrem Konto. Im Sommer sollen nach Möglichkeit noch einige hinzukommen, damit Italien die Vorrunde übersteht.