Die junge Dwi träumt mit Indonesien den großen Traum

  • Indonesien beendete mit dem Erreichen des AFC Asien-Pokals der Frauen 2022 eine 33-jährige Durststrecke

  • Octavianti Dwi erzielte das Tor, das die Rückkehr auf die kontinentale Bühne besiegelte

  • Die Flügelspielerin will auch in der Qualifikation für die FIFA Frauen-WM glänzen

Indonesien startet am Donnerstag mit dem Ziel in den AFC Asien-Pokal der Frauen 2022, die starke Form aus der Qualifikation auch bei der Endrunde zu zeigen. Das Team von Rudy Eka Priyambada war eine der größten Überraschungen in der Qualifikation im vergangenen September. Die Indonesierinnen besiegten Singapur mit 2:0 im Gesamtresultat und sicherten sich damit den Einzug in die Endrunde der Asienmeisterschaft.

Damit beendeten die Südostasiaten eine seit 1989 andauernde, 33-jährige Durststrecke auf kontinentaler Ebene Nach mehr als drei Jahrzehnten wollen die Indonesierinnen in Indien an frühere Erfolge anknüpfen, wie Mittelfeldspielerin Octavianti Dwi gegenüber FIFA.com bekräftigte.

"Ich kann es selbst jetzt noch nicht fassen, dass wir es wirklich geschafft und uns qualifiziert haben", sagte die 23-Jährige, die im entscheidenden Rückspiel gegen Singapur den Siegtreffer erzielte. "Es war ein wirklich langer Weg für uns, bis wir die Asien-Endrunde erreicht haben. Wir haben dabei allen Widrigkeiten getrotzt - auch den Herausforderungen durch die Pandemie - um unser Ziel zu erreichen. "

Indien 2022 fungiert gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien/Neuseeland 2023™. Entsprechend motiviert ist Dwi, die Gruppe mit Australien, Thailand und den Philippinen zu überstehen.

"Die Teilnahme an der WM-Qualifikation ist für jede von uns ein Traum", sagte sie weiter. "Wir sind beim Qualifikationsturnier dabei und wollen zeigen, was wir können. Wir werden gegen die besten Mannschaften Asiens antreten.

Ich persönlich will versuchen, mich voll und ganz auf mein Spiel zu konzentrieren, aus meinen Fehlern zu lernen und unserem Team bestmöglich zu helfen. Ich hoffe, dass wir die Gruppenphase überstehen und dann neue Ziele in Angriff nehmen können."

Octavianti Dwi of Indonesia in action.

Ein aufstrebender Star

Vor der Asien-Qualifikation der Frauen im vergangenen Jahr war Dwi noch weitgehend unbekannt. Doch dank dem erfolgreichen Weiterkommen der Mannschaft ist sie mittlerweile eine der bekanntesten Spielerinnen des Landes. Die junge Angreiferin hatte durchweg gute Leistungen gezeigt. Ihr erstes Länderspieltor war gleichzeitig der entscheidende Treffer gegen Singapur.

Indonesien war als Außenseiter in die Gruppenphase gegangen, doch nachdem die DVR Korea und Irak ihre Teams zurückgezogen hatten, musste das Team nur noch gegen Singapur antreten. Diese Chance nutzten sie entschlossen, wobei Baiq Amiatun im Hinspiel den einzigen Treffer erzielte und Dwi im Rückspiel für den 2:0-Endstand im Gesamtresultat sorgte.

"Das war mein erstes Tor für das Nationalteam", erinnert sie sich an diesen denkwürdigen Moment. "Rani Mulyasari brachte eine Ecke von rechts in den Strafraum, wo Baiq Amiatun und Zahra Muzdalifah lauerten. Hinter ihnen standen unsere Spielführerin Ade Mustikiana und Viny Silfianus.

Als Linksaußen hatte ich vom Coach die Anweisung bekommen, rechts im Strafraum zu lauern. Die Kopfbälle von Baiq und Zahra wurden beide von der Torhüterin Singapurs abgeblockt, und dann wurde auch noch ein Nachschuss von Viny abgewehrt. Aber der geklärte Ball kam genau zu mir, und da die Torhüterin auf der rechten Seite des Tores stand, konnte ich mit einem Linksschuss den Ball von ihr weg ins Netz drehen."

Octavianti Dwi of Indonesia (2nd right) celebrates with team mates after scoring Singapore.

Dwi stammt aus einer sehr sportbegeisterten Familie und hat in ihrer Kindheit jahrelang die indonesische Kampfsportart Pencak Silat praktiziert. Mit dem Fussballspielen begann sie erst im Alter von 14 Jahren, als sie von einer Trainerin in ihrem Heimatort überredet wurde, zum schönsten aller Spiele zu wechseln.

Obwohl sie erst relativ spät mit dem Fussball anfing, machte Dwi schnell Fortschritte und spielte ab 2014 bei Srikandi Mataram, bevor sie 2018 zu Putri Arimbi Yogyakarta wechselte. Im gleichen Jahr wurde sie erstmals in die Nationalmannschaft berufen, schaffte es aber letztlich nicht in den endgültigen Kader für die Asienspiele 2018.

"Ich war natürlich enttäuscht, dass ich nicht zum endgültigen Kader gehörte, aber mir war klar, dass ich eben noch nicht gut genug war. Also trainierte ich in den folgenden Jahren noch härter und schaffte es in das Team für die Qualifikation zum Asien-Pokal. Rückblickend habe ich es nie bereut, mich für den Fussball entschieden zu haben, denn in diesem Sport habe ich es bis auf mein heutiges Niveau geschafft."

Inspiration von ihren Vorbildern

Zwei Fussball-Legenden, nämlich Lionel Messi und Alex Morgan, haben Dwi in ihrer Entwicklung nachhaltig inspiriert. "Schon als ich noch ein Kind war, habe ich Messi gerne spielen sehen. Ich finde es faszinierend, wie er mit dem Ball umgeht. Er ist ein Linksfüßer wie ich. Er kann auf verschiedensten Positionen perfekt spielen.

Auch für Alex Morgan empfinde ich große Bewunderung. Ihre konstant starke Form im Nationalteam über die Jahre hinweg ist absolut beeindruckend. Sie ist außerdem eine Spielerin mit echtem Charakter.

Die fünf besten Teams bei der Asienmeisterschaft qualifizieren sich direkt für die FIFA Frauen-WM und zwei weitere Teams ziehen in die interkontinentalen Playoffs ein. Somit hat Indonesien durchaus Chancen, es zur WM in Australien und Neuseeland zu schaffen. Das ist keineswegs ausgeschlossen.

Die Frauen-WM ist der wichtigste Wettbewerb und damit das ultimative Ziel für jede Spielerin. Realistisch betrachtet ist es natürlich keine leichte Aufgabe für uns", so Dwi abschließend. "Doch nichts ist unmöglich. Solange du einen Traum hast, wirst du einen Weg finden, um deinen Traum zu verwirklichen."

Octavianti Dwi of Indonesia celebrates after scoring a goal against Singapore.