Bunny Shaw ist das Herzstück des Revivals der "Reggae Girlz"

  • Die 24-jährige Stürmerin von Manchester City ist schon jetzt Rekordtorjägerin ihres Landes

  • Sie hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich Jamaika als erste Karibiknation für die Endrunde einer FIFA Frauen-WM qualifizieren konnte

  • Mit FIFA.com sprach sie über die strahlende Zukunft der Reggae Girlz

2019 zeigte Jamaika, dass es bei Weltmeisterschaften um viel mehr geht als um Siege und Niederlagen. Die Reggae Girlz verloren zwar alle drei Gruppenspiele, kassierten zwölf Gegentore und erzielten nur ein einziges, aber die Teilnahme war für das Land ein echter Wendepunkt. Schließlich hatte sich Jamaika als erste Karibiknation für die Endrunde einer FIFA Frauen-WM qualifiziert. Das Herzstück dieses Wandels für die Fussballerinnen aus Jamaika ist Khadija Bunny Shaw. Sie hat noch nicht einmal ihren 25. Geburtstag gefeiert – der steht erst am 31. Januar des kommenden Jahres im Kalender – doch sie ist schon jetzt die beste Torschützin Jamaikas aller Zeiten. "Die meisten von uns gingen noch aufs College", erzählte sie FIFA.com auf dem Trainingsgelände von Manchester City über Jamaikas WM-Teilnahme 2019 in Frankreich. "Wir wussten nicht, worauf wir uns da eigentlich einließen. Wir hatten einfach diesen Traum, uns für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren und den Menschen in Jamaika viel Freude zu machen." Die wichtigste Erkenntnis in Frankreich sei gewesen, dass alle Beteiligten verstanden hätten, wie wichtig es sei, eine gute Chemie im Team aufzubauen und als Gruppe zusammenzuhalten. In der Vergangenheit hatte das Team nur wenige Gelegenheiten zu Trainingslagern und konnte nur für Turniere und Qualifikationsspiele zusammenkommen. Kürzlich jedoch fand ein Trainingslager in Miami statt. Es gibt somit ermutigende Anzeichen für eine Verbesserung in diesem Bereich.

"Nach der Weltmeisterschaft haben wir uns mit dem Verband zusammengesetzt und über unsere Erfahrungen gesprochen", so Shaw. "Die Situation verbessert sich. Allerdings weiß ich, dass es Zeit braucht. Wir alle im Team wissen das. Es geht nur darum, Fortschritte zu sehen, so geduldig wie wir auch sind. Auf lange Sicht kommt es auf Kommunikation und Vertrauen an. Jamaika hatte die jüngste Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2019. Wir alle sind noch sehr jung. Mit der Erfahrung, den Trainingslagern und der Pflege der Chemie innerhalb des Teams können wir uns definitiv weiter verbessern." Es gibt eine Fülle von jungen Talenten, die nachrücken. Jody Brown beispielsweise war bei der WM 2019 in Frankreich gerade einmal 17 Jahre alt und spielte kürzlich eine entscheidende Rolle beim Gewinn der nationalen College-Meisterschaft mit der Florida State University. Jamaikas Weg zu einer neuerlichen WM-Teilnahme 2023 beginnt im Februar und April nächsten Jahres, wenn das Team die Qualifikationsspiele für die CONCACAF-Frauenmeisterschaft gegen Bermuda, Grenada, die Cayman-Inseln und die Dominikanische Republik bestreitet. Die sechs Gruppensieger nehmen gemeinsam mit Kanada und den USA am Wettbewerb CONCACAF Women's Champions im Juli 2022 teil, wobei sich die beiden besten Teams jeder Gruppe für die WM qualifizieren und die Drittplatzierten in die Playoffs zwischen den Konföderationen einziehen. "Wir werden keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen, denn der Ball ist rund", sagte Shaw. "Sobald man über die Seitenlinie aufs Spielfeld geht, sind alle gleich."

Testlauf an der Spitze

Shaws Erfolg mit den Reggae Girlz bescherte ihr 2019 einen Wechsel nach Frankreich. Zuvor hatte sie sehr erfolgreich für die University of Tennessee gespielt, wo sie vom Mittelfeld in den Sturm wechselte. Nachdem sie bei Bordeaux Tore wie am Fließband erzielt hatte, war es an der Zeit, sich selbst auf eine härtere Probe zu stellen, und so unterschrieb sie im Juni 2021 bei Manchester City in der FA Women's Super League. "Ich war zuvor bei einem kleineren Verein, also muss ich mich jetzt natürlich an neue Trainingsmethoden, eine neue Spielweise, einen neuen Klub und neue Mitspielerinnen gewöhnen... das ist eine der größten Herausforderungen für mich: geduldig mit mir selbst zu sein und meinen Instinkten zu vertrauen und mich auf das zu konzentrieren, was ich gut kann. Das Team ist eine unglaubliche Gruppe, es sind fantastische Spielerinnen, die einen tagtäglich unter Druck setzen, daher denke ich, dass ich in den Trainingseinheiten auf jeden Fall einiges zeigen muss."

Man kann leicht vergessen, wie bedeutsam die Chance für Shaw ist, in einer der stärksten und bekanntesten Frauenligen der Welt zu spielen. "Bunny" ist zweifellos eine große Inspirationsquelle und ein Leuchtturm der Hoffnung für junge Fussballerinnen in Jamaika und der gesamten Karibik. "Ich selbst war auch einmal eine solche junge Fussballerin, deshalb weiß ich, wie es ist, zu jemandem wie Raheem Sterling aufzuschauen. Das bedeutet mir viel, und es hilft mir auch. An manchen Tagen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht alles geben kann, denke ich einfach an all die anderen Spielerinnen zu Hause. Das hilft mir manchmal, morgens aus dem Bett zu kommen und im Training hart an mir zu arbeiten. Dass ich hier bei Manchester City bin, spricht für sich selbst. Ich genieße jeden Moment und will mich einfach immer weiter verbessern." Und vieles deutet darauf hin, dass dies auch den Reggae Girlz gelingen kann.