Bahrains Frauen wollen in die Fußstapfen der Männer treten

19. Okt. 2021
  • Bahrain nimmt zum dritten Mal an der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal der Frauen teil

  • Khaled Al Harban hofft, sein Team erstmals zur Endrunde zu führen

  • Bahrain trifft in den kommenden Tagen auf Laos und Chinese Taipei

Die Männer-Nationalmannschaft Bahrains hat seit der Jahrtausendwende beachtliche Erfolge gefeiert. Nach dem vierten Platz bei der ersten Teilnahme am AFC Asien-Pokal 2004 hat das Team die kontinentale Endrunde stets erreicht. 2019 gewannen Bahrains Männer den Arabischen Golf-Pokal sowie die Westasienmeisterschaft und qualifizierten sich für die Teilnahme am FIFA Arabien-Pokal 2021™ im November/Dezember.

Der Frauenfussball hingegen ist noch ein relativ junges Phänomen in dem Königreich. Das Frauen-Nationalteam wurde erst 2003 gegründet. Das Team nimmt nun zum dritten Mal an der Qualifikation für den AFC-Frauen-Asien-Pokal teil, nachdem es bei den beiden vorangegangenen Auflagen 2014 und 2018 die Endrunde verpasste.

Trainer Khaled Al Harban hat jedoch ehrgeizige Pläne für sein Team, das im kommenden Jahr zum ersten Mal die Endrunde erreichen will, die gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die FIFA Frauen-WM Australien/Neuseeland 2023™ fungiert.

In einem Interview mit FIFA.com sagte Al Harban: "Der Ehrgeiz ist vorhanden und auch der feste Wille, die Qualifikation zu schaffen, ist vorhanden, auch wenn uns noch Informationen über unsere Gegner in der Qualifikation fehlen. Außerdem befindet sich das Team derzeit einer Übergangsphase und wird umgebaut."

"Die beeindruckenden Ergebnisse der Männermannschaft motivieren uns, noch mehr zu leisten und erfolgreich zu werden. Wir werden hart arbeiten, um uns zu verbessern und um Titel zu kämpfen", fügte er hinzu.

Eine historische Chance

In den zwei Spielen in dieser Woche könnte sich das Team erstmals für die kontinentale Endrunde qualifizieren. Zunächst spielt Bahrain in Gruppe A der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal der Frauen, der nächstes Jahr in Indien ausgetragen wird, am 21. Oktober gegen Laos und dann am 24. Oktober gegen Chinese Taipei.

Auf die Frage nach den Chancen seines Teams sagte Al Harban, der Bahrain bereits in der Qualifikationsphase für den letzten AFC Asien-Pokal trainiert hatte: "Ich denke, wir können beide Gegner schlagen, und ein Sieg im ersten Spiel gegen Laos würde unsere Qualifikationschancen erheblich verbessern."

Bahrain belegt in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste der Frauen derzeit Rang 85. Das Team bereitete sich in einem Trainingslager in der Türkei auf die Qualifikationsspiele vor. Dort spielte man gegen verschiedene lokale Vereinsteams und verlor dann mit 0:5 gegen Indien, den Endrundengastgeber im kommenden Jahr.

Der 54-jährige Trainer ist überzeugt, dass sein Team von dem Trainingslager und trotz der Niederlage auch von dem Freundschaftsspiel profitiert hat. Es war eine Gelegenheit, "die Fitness der Spielerinnen zu verbessern und noch vor den Qualifikationsspielen bestimmte Schwachstellen zu erkennen", erklärte er.

"Das Trainingslager bot uns zudem die Möglichkeit, intensiv zu trainieren und harte Spiele zu bestreiten. Dadurch konnten wir körperliche, technische und taktische Aspekte verbessern, zumal wir wegen der Pandemie lange Zeit nicht gespielt hatten, was sich erheblich auf das Können und die körperliche Leistungsfähigkeit der Spielerinnen ausgewirkt hat", fügte er hinzu.

Eine deutliche Entwicklung

Al Harban verfügt über viel Erfahrung im bahrainischen Fussball, da er mehrere Männerclubs in der bahrainischen Premier League trainiert hat, bevor ihm der Fussballverband des Landes die Leitung der Frauenmannschaft übertrug. Da er sowohl Männer als auch Frauen trainiert hat, ist er bestens qualifiziert, um über die Unterschiede zwischen den beiden Lagern in Bahrain zu sprechen.

"Es gibt viele Unterschiede zwischen dem Männer- und dem Frauenfussball hier. Die Männer fangen in einem jüngeren Alter an zu spielen, und sie haben auch etablierte Wettbewerbe, darunter die Liga und den Pokalwettbewerb, so dass sie viele Spiele bestreiten können. Bei den Frauen hingegen fehlt es noch an Kontinuität", sagte er.

"In der Vergangenheit hatten wir große Schwierigkeiten, den Frauenfussball zu entwickeln, vor allem wegen der Sitten und Gebräuche, die viele Eltern davon abhielten, ihre Töchter am Fussball teilhaben zu lassen", fügte er hinzu.

"Heute hat sich die Situation dank der Unterstützung durch die FIFA und unseren Kontinentalverband AFC verbessert. Auch der bahrainische Fussballverband unterstützt das Team im Bestreben, an internationalen und regionalen Wettbewerben teilzunehmen. Das kommt noch zu der Unterstützung hinzu, die wir von der Regierung erhalten", erklärte er.

Al Harban betonte, dass sich der Frauenfussball in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, und verwies auf den Wechsel der Spielführerin des Nationalteams Yasmine Fayez nach Jordanien. "Wir müssen den Frauenfussball professionalisieren. Yasmine Fayez spielt derzeit in der jordanischen Liga, und sie wird andere motivieren, sich zu verbessern und härter zu arbeiten", sagte er.

Wenn die Entwicklung des Frauenfussballs in Bahrain in diesem Tempo weitergeht, besteht die Chance, dass die Frauen des Landes in die Fußstapfen der Männer treten und in Zukunft selbst erfolgreich sein werden.