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FIFA-Präsident ruft globale Fussballgemeinschaft zu Solidarität mit afghanischen Flüchtlingen auf

26. Okt. 2021
  • Dank des FIFA-Präsidenten an Katar für die Unterstützung bei der Evakuierung von über 150 Fussballerinnen und deren Familien aus Afghanistan

  • Besuch von Gianni Infantino bei Flüchtlingen, darunter vertriebene Spielerinnen und Mitarbeitende des afghanischen Fussballverbands, in Doha

  • Solidaritätsappell des FIFA-Präsidenten an andere Länder

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die globale Fussballfamilie und Regierungen weltweit angesichts der dramatischen Flüchtlings- und humanitären Krise in Afghanistan zur Unterstützung aufgerufen. Präsident Infantino besuchte den Gebäudekomplex in Doha, in dem der Staat Katar zusammen mit der FIFA und dem afghanischen Fussballverband (AFF) über 150 afghanische Flüchtlinge untergebracht hat, die aufgrund ihrer Verbindung zum Frauensport besonders gefährdet waren. Seit August hat Katar über 70 000 Personen evakuiert. Der FIFA-Präsident würdigte dieses bewundernswerte Engagement des Golfstaats und dankte auch dem albanischen Ministerpräsidenten, der sich bereit erklärt hatte, die erste Gruppe aufzunehmen, den Fussballerinnen und deren Familien zeitweilig Unterschlupf zu gewähren und die FIFA bei der Evakuierung weiterer Personen zu unterstützen.

"Mein Dank gilt insbesondere Katar und dem Emir", betonte Präsident Infantino. "Diese Frauen und ihre Familien sind in Sicherheit – in einem Gebäude, das für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr gebaut wurde." "Als Erster ist uns der albanische Ministerpräsident Edi Rama zu Hilfe geeilt. Auch ihm möchte ich ganz herzlich danken. Nun müssen noch mehr Länder, Regierungen und Mitglieder der Fussballfamilie Hilfe leisten. Sie müssen nicht nur über Solidarität reden, sondern diese mit konkreten Taten auch unter Beweis stellen", fügte er an. "Wir werden weiterhin rund um die Welt anklopfen und hoffen, dass einige diesem Appell und Hilferuf folgen und diesen Frauen, die alle einen beeindruckenden Lebenslauf haben, die Tür öffnen werden." Evakuiert wurden u. a. Spielerinnen der afghanischen Frauennationalteams der A-Stufe sowie der Kategorien U-23, U-17 und U-15 sowie ihre Familienangehörigen. Dazu kommen weibliche Spieloffizielle, Funktionärinnen und Frauenfussballtrainerinnen. AFF-Generalsekretär Fazil Mohammad Shahab, der sich stark für die Förderung und Entwicklung des Frauenfussballs im ganzen Land eingesetzt hat, befindet sich ebenfalls unter den evakuierten Personen. Ausgeflogen wurden auch Juristen im Keramuudin-Karim-Missbrauchsfall, der mit einer lebenslangen Sperre gegen den ehemaligen AFF-Präsidenten endete. Auch sie werden begleitet von Familienangehörigen. Darüber hinaus half die FIFA auch dem afghanischen Basketballverband und der Equality League bei der Evakuierung von mehr als 30 Frauen, die einen Bezug zum Frauenbasketball in Afghanistan haben, darunter 19 Spielerinnen der National- und Regionalteams der Frauen, die sich nun ebenfalls im Gebäudekomplex in Doha in Sicherheit befinden. "Wir sprechen oft davon, dass der Fussball Hoffnung spendet", erklärte der FIFA-Präsident. "Dies ist wahr. Diesen Frauen und ihren Familien echte Hoffnung zu geben und ihnen die Chance zu bieten, ein neues Leben aufzubauen, lässt sich nicht in Worte fassen. Dies ist ein sehr emotionaler Moment. Ich bin enorm dankbar, dass wir so viele Fussballerinnen und Frauen aus Afghanistan evakuieren konnten. Und dies ist erst der Anfang." Die FIFA setzt alles daran, mit der Hilfe Katars in den nächsten Wochen noch weitere Mädchen. Frauen und andere mit dem Frauenfussball verbundene Personen sicher aus dem Land zu holen. Die FIFA-Direktorin für soziale Verantwortung und Bildung, Joyce Cook, leitete die Operation in den letzten beiden Monaten. In Doha würdigte sie das Engagement aller Beteiligten und lobte die Charakterstärke und den Mut der Frauen und Mädchen. Sie sagte: "Der Präsident und die Generalsekretärin haben mich gebeten, die Operation zu leiten. Es war eine unglaubliche Teamleistung, die ohne unsere Freunde und Kollegen in Katar undenkbar gewesen wäre. Wir haben viel erreicht, sind aber noch lange nicht am Ziel. Es gibt noch so viele, die auf Hilfe warten." "Jeder, der so nah an dieser Tragödie ist, von diesen Frauen die herzzerreißenden Schilderung über Not und Verlust, aber auch Geschichten außergewöhnlicher Stärke und Entschlossenheit hört, fühlt eine enorme Verantwortung und kann nicht anders als helfen", fügte sie an. "Hier geht es um humanitäres Engagement gemeinsam mit Menschen, denen diese mutigen Frauen und Mädchen sehr am Herzen liegen. Dies ist erst der Anfang und noch lange nicht das Ende. Ich schliesse mich hiermit dem Appell des FIFA-Präsidenten an: Wir können dies nicht alleine schaffen, sondern sind auf die Unterstützungen der Regierungen aus aller Welt angewiesen, die unseren Spielerinnen dauerhaft Unterschlupf gewähren und ihnen die Möglichkeit bieten, ihr junges Leben neu aufzubauen."