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FIFA-Kongress entscheidet neu über Vergabe der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ und prüft neue Möglichkeiten für Wettbewerbe

21. Mai 2021
  • Vergabe der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ neu durch den FIFA-Kongress

  • Prüfung neuer Möglichkeiten für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™, Frauenwettbewerbe und Jugendturniere

  • Elf Aktionsfelder im Fussball von Präsident Infantino präsentiert

Der 71. FIFA-Kongress hat einstimmig beschlossen, das Bewerbungsverfahren für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ demjenigen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ anzugleichen. Folglich wird der FIFA-Kongress künftig auch über die Ausrichter der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ entscheiden, wie es bereits bei der WM der Männer der Fall ist. Bislang war der FIFA-Rat dafür zuständig, zuletzt im Juni 2020, als in einem transparenten Verfahren Australien und Neuseeland zu den Veranstaltern der Endrunde 2023 gewählt wurden.

Elf Aktionsfelder

In seiner Ansprache an die 211 FIFA-Mitgliedsverbände skizzierte Präsident Gianni Infantino elf Aktionsfelder für den Fussball, die die FIFA im kommenden Jahr vorantreiben will. Von der Optimierung der internationalen Spielkalender der Männer und Frauen zum Wohl der Spieler bis zur Evaluation moderner Technologien zur stärkeren Vernetzung der globalen Fussballgemeinschaft präsentierte Präsident Infantino die Prioritäten des Weltfussballverbands.

Beim Frauenfussball verwies der FIFA-Präsident auf das ungebrochene Wachstum und die Teilnahme von über 180 Teams an der Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™, verglichen mit 140 Teams bei der Ausscheidung für die WM 2019. Er betonte, dass die FIFA diesen Schwung nutzen und den Frauenfussball weiter professionalisieren und besser vermarkten müsse, etwa durch die Vergabe von Medienrechten eigens für den Frauenfussball und neue Wettbewerbe.

Im Zusammenhang mit dem internationalen Transfermarkt erklärte Präsident Infantino, dass weltweit noch immer ein riesiges Gefälle herrsche und sich die globalen Ausgaben für Spielertransfers (USD 7 Milliarden im Jahr 2019) nicht in den Zahlungen an die ausbildenden Vereine widerspiegeln würden (nur USD 70 Millionen 2019), die damit für ihre Arbeit oft nicht entschädigt würden. Dank der FIFA-Abrechnungsstelle, die die Zahlung von Ausbildungsentschädigungen und Solidaritätsbeiträgen fortan vollstrecken wird, dürften die jährliche Summe auf USD 300 Millionen steigen.

Zum Jugendfussball und zur technischen Entwicklung verwies Präsident Infantino auf eine Initiative, bei der die FIFA gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden maßgeschneiderte Pläne zur Förderung junger Fussballtalente erarbeitet, damit jedes Talent eine Chance hat. Betreffend Schiedsrichterwesen versprach er, dass sich die FIFA ein Bild der weltweiten Situation verschaffen werde, um die Rolle der Schiedsrichter im Fussball zu professionalisieren.

Zusammen mit dem IFAB sucht die FIFA zudem nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Spielregeln zum Schutz der Spieler (mit der Einführung von Auswechslungen bei Gehirnerschütterungen) sowie zur Förderung des Offensivfussballs (beantragte Änderung der Auslegung der Abseitsregel angesichts des VAR-Einsatzes).

Prüfung neuer Möglichkeiten

Der FIFA-Kongress, der zum zweiten Mal per Videokonferenz tagte, beschloss ebenfalls einstimmig die Einsetzung eines neuen Fussballgerichts innerhalb der FIFA, das die Streitschlichtungskompetenz der aufgelösten Kommission für den Status von Spielern übernehmen wird.

Zudem verabschiedete er folgende Anträge einzelner FIFA-Mitgliedsverbände:

  • Durchführung umfassender Konsultationen zur Prüfung von Möglichkeiten für internationale Frauenwettbewerbe, einschließlich einer Frauenweltliga (Antrag des jamaikanischen Fussballverbands)

  • Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Prüfung möglicher Folgen einer Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ alle zwei statt alle vier Jahre (Antrag des saudiarabischen Fussballverbands)

  • Erarbeitung eines Konzepts für die Zukunft der FIFA-Jugendwettbewerbe durch die FIFA-Administration (Antrag des liberianischen Fussballverbands)

Des Weiteren befand der FIFA-Kongress über die Wahl und/oder Wiederwahl der Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der unabhängigen Kommissionen:

Disziplinarkommission: Vorsitzender – Jorge Palacio (Kolumbien); Vizevorsitzender – Anin Yeboah (Ghana)

Untersuchungskammer der Ethikkommission: Vorsitzender – Martin Ngoga (Ruanda); Vizevorsitzende – Bruno De Vita (Kanada) und Parusuraman Subramanian (Malaysia)

Rechtsprechende Kammer der Ethikkommission: Vorsitzender – Vassilios Skouris (Griechenland); Vizevorsitzende – María Claudia Rojas (Kolumbien) und Fiti Sunia (Amerikanisch-Samoa)

Berufungskommission: Vorsitzender – Neil Eggleston (USA); Vizevorsitzender – Thomas Bodström (Schweden)

Governance-, Audit- und Compliance-Kommission: Vorsitzender – Mukul Mudgal (Indien); Vorsitzender – Chris Mihm (USA)

Der FIFA-Kongress genehmigte auch die FIFA-Jahresrechnung 2020 und das detaillierte Budget 2022 (siehe dazu FIFA-Jahresbericht 2020).

Aufzeichnung des 71. FIFA-Kongresses

Beim Kongress gezeigte Videos (nur auf Englisch verfügbar):

Das Jahr im Rückblick

Ansprache des Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin

Ansprache von IOC-Präsident Thomas Bach

Ansprache des Präsidenten des Schweizerischen Fussballverbands, Dominique Blanc

Im Gedenken

Vorsitzender der FIFA-Finanzkommission, Alejandro Domínguez

Konsolidierte und statutarische FIFA-Jahresrechnungen 2020

Detailliertes Budget 2022

Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission, Tomaž Vesel

Änderungen an den FIFA-Statuten

Antrag des jamaikanischen Fussballverbands

Antrag des saudiarabischen Fussballverbands

Antrag des liberianischen Fussballverbands