FIFA startet besonderes Pilotprojekt im Südsudan

  • In Zusammenarbeit mit der FIFA hat der Südsudanesische Fussballverband (SSFA) ein Projekt zu Menstruationsgesundheit und Bildung durch Fussball gestartet

  • Im Rahmen dieses Projekts fand im Mai ein schulübergreifendes Mädchenturnier statt

  • Das Pilotprojekt zielt darauf ab, den Breitenfussball als Instrument für die Bildung zu nutzen.

Nach dem Besuch von Generalsekretärin Fatma Samoura im Südsudan im Jahr 2021 hat der SSFA in Zusammenarbeit mit der FIFA im Februar 2022 ein Pilotprojekt zur Menstruationshygiene und Bildung für fussballspielende Mädchen und Frauen (Menstrual Hygiene & Education for Girls and Women Playing Football) gestartet.

Im Südsudan haben 70 % der Mädchen und Frauen keinen Zugang zu Hygieneprodukten wie Binden oder Tampons. Der fehlende Zugang und die fehlenden Mittel zur Beschaffung von Hygieneartikeln erschweren es den Mädchen im Land regelmäßig die Schule zu besuchen und Sport zu treiben.

Hier setzt das FIFA-Pilotprojekt "Menstruationsgesundheit und Bildung durch Fussball" im Südsudan an. Es zielt darauf ab, die Kapazitäten des Frauenfussballs an der Basis zu stärken und die Teilnahme von Mädchen am Sport zu fördern, während sie gleichzeitig über Menstruationshygiene aufgeklärt und mit wiederverwendbaren Hygieneartikeln versorgt werden.

Im Rahmen dieses Projekts fand im Mai das Girls Interschool Festival statt. Mädchen aus 27 Grundschulen in ganz Juba City kamen zusammen, um an einem schulübergreifenden Turnier teilzunehmen. Nach dem Frauenfussballturnier, mit dem das Programm im Februar 2022 gestartet wurde, war dies die zweite Aktivität, in die die Komponente Menstruationsgesundheit und -erziehung integriert wurde.

"Ich bin sehr erfreut, dass dieses Projekt durch den SSFA und die Unterstützung der FIFA zustande gekommen ist. Die Förderung des Frauenfussballs, insbesondere an der Basis, ist unsere Priorität. Wir haben einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit darauf gerichtet, den Frauenfussball vor allem an der Basis zu stärken", sagte SSFA-Präsident Augustino Maduot.

"Ich freue mich sehr, dass diese kleinen Mädchen ihre Talente zeigen, etwas, das die meisten von ihnen nie erleben durften. Ich bin überzeugt, dass wir mit viel Einsatz und Unterstützung bald eine neue Ära des Frauenfussballs in unserem Land erleben werden", fügte er hinzu.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurden die Mädchen über Menstruationshygiene aufgeklärt. Diejenigen, die ihre Menstruation bereits haben, erhielten von der FIFA gespendete wiederverwendbare Damenbinden und lernten, wie man sie benutzt.

JUBA, SOUTH SUDAN - MAY 18: A general view during the FIFA Women’s Football Development Workshop on May 18, 2022 in Juba, South Sudan. (Photo by After Dawn Media/FIFA)

"Das Projekt zur Menstruationshygiene ist ein Pilotprojekt, das die FIFA freundlicherweise in den Südsudan gebracht hat. Ich glaube, es ist das erste seiner Art. Und ja, es ist enorm wichtig für uns, denn wenn man sich die Armutsgrenze in einem Land wie dem Südsudan ansieht, dann liegen 80-82 % der Menschen in diesem Land unter dieser Grenze und leben von zwei Dollar pro Tag", erklärt Shilene Booysen, Trainerin der Frauennationalmannschaft des Landes. "Dieses Projekt öffnet uns wirklich die Augen und gibt uns eine Plattform, um mehr Botschafter für das Programm zu schaffen, aber auch, um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen, mit dem Sportlerinnen und Frauen im Allgemeinen in diesem Land konfrontiert sind." Arijana Demirovic, FIFA-Leiterin für die Entwicklung des Frauenfussballs, zeigte sich ebenfalls erfreut über die erfolgreiche Umsetzung des Projekts, das sich nicht nur auf die Teilnahme von Mädchen am Sport konzentriere, sondern sie auch über Menstruationshygiene aufklären will.

JUBA, SOUTH SUDAN - MAY 17: A general view during the FIFA Women’s Football Development Workshop on May 17, 2022 in Juba, South Sudan. (Photo by After Dawn Media/FIFA)

"Wir sind sehr erfreut über den bisherigen Erfolg dieses Projekts und die Kraft des Fussballs, ein gesünderes Umfeld für Mädchen und Frauen im Südsudan zu schaffen und ihnen mehr Möglichkeiten zur Teilnahme an Fussballaktivitäten zu bieten", sagte Demirovic. "Dieses Pilotprojekt ermöglicht dem Mitgliedsverband, Kapazitäten vor Ort aufzubauen und Mädchen zu befähigen, sich selbst zu bilden, aber auch Botschafterinnen in der Gemeinschaft zu werden, um sicherzustellen, dass die nächsten Generationen, die ihnen folgen, einen klareren Weg im Fussball sehen können." Die nächste Aktivität, die auch den Aspekt der Menstruationsgesundheit und -erziehung umfasst, ist bereits mit der Women's Senior League geplant. Der Sieger wird sich für die regionale Phase der CAF Women's Champions League 2022 qualifizieren. Diese Aktivitäten werden es dem SSFA und der FIFA ermöglichen, die Fortschritte des Projekts zu bewerten und die weitere Umsetzung eines ähnlichen Programms in der Region und darüber hinaus zu planen.