Kerr: "Gegen die USA werde ich bereit sein!"

3. Aug. 2021
  • Sam Kerr war auch bei der knappen Halbfinalniederlage gegen Schweden stets gefährlich

  • Tor aberkannt, zwei Kopfballchancen

  • "Ohne Medaille wären wir enttäuscht"

Das olympische Halbfinale gegen Schweden war gerade einmal zehn Minuten Geschichte, denkbar knapp hatte Australien verloren (0:1) und vor einigen Sekunden noch hatte Sam Kerr erklärt, dass ihre Eindrücke noch zu "frisch" seien, um nach vorne zu denken – und dann überlegte die 27-Jährige es sich doch anders: "Wir wissen, dass wir eine ganz besondere Mannschaft sind und dass wir etwas Besonderes erreichen können. Jetzt ist der Zeitpunkt dafür. Wenn wir am Ende mit leeren Händen dastehen, werden wir nicht zufrieden sein. Am Ende wollen wir etwas um unseren Hals baumeln haben. Wir können immer noch Bronze gewinnen."

Das geht nach der Halbfinalniederlage nun logischerweise nur noch, wenn man am Donnerstag im Spiel um die Bronzemedaille gegen die USA siegt, die ihrerseits mit 0:1 gegen Kanada unterlag. Viel hatte allerdings nicht gefehlt, und man hätte am Donnerstag um Medaille mit anderen Farben gespielt.

"Es tut heute ganz besonders weh, denn es war echt machbar für uns und wir haben es verpasst. Ich denke, dass wir in beiden Begegnungen gegen sie [in der Gruppenphase unterlag Australien mit 2:4] weite Strecken kontrolliert haben. Bis auf den einen Moment war es ausgeglichen, ein 50:50-Spiel", befand die Stürmerin, die sich dann aber darauf besann, worauf es ankommt: "Am Ende geht es darum, den Ball ins Netz zu schießen. Schweden ist ein richtig gutes Team, sie verdienen das Finale, einer musste heute gewinnen und beide hätten es verdient gehabt."

Kerr, mit fünf Toren die gefährlichste noch im Turnier verbliebene Stürmerin, war einmal mehr im Zentrum der australischen Angriffe, wurde zwei Mal aus gar nicht einmal sonderlich aussichtsreichen Situationen per Kopf gefährlich und bekam einen Treffer aberkannt. "Kopfballspiel ist meine Stärke, keine Frage. Ich versuche immer, im Strafraum mein Bestes zu geben, das aberkannte Tor war wohl meine beste Chance. Man will immer mehr Chancen haben und ist enttäuscht, wenn man als Stürmerin nicht trifft", so die Spielerin, die auf Vereinsebene für Chelsea aufläuft.

Am generellen Spielaufbau will man aber so schnell offensichtlich nichts ändern. "Wir müssen das annehmen, was sie uns anbieten, und ich fand, dass sie uns heute auf den Flügeln den Raum gegeben haben, den haben wir angenommen, aber es hat heute nicht geklappt", sagte Australiens Nummer 2, bevor sie Richtung Donnerstag blickte: "Den Rest des Turniers hat es allerdings geklappt. Ich bin sicher, dass das eine unserer Stärken ist und wir das auch weiter ausspielen werden."

KASHIMA, JAPAN - AUGUST 02: Sam Kerr #2 of Team Australia scores a goal that is later disallowed during the Women's Semi-Final match between Australia and Sweden on day ten of the Tokyo 2020 Olympic Games at Kashima Stadium on August 02, 2021 in Kashima, Japan. (Photo by Masashi Hara - FIFA/FIFA via Getty Images)

Jeglichen Ideen, dass die sieggewohnte USA vielleicht etwas weniger entschlossen auftreten könnte, da es "nur" um Bronze geht, erteilte Kerr eine Absage: "Wenn es um eine Medaille geht, ist das eine ganz andere Sache. Da sind sie immer da gewesen. Ich glaube nicht, dass uns das einen Vorteil einbringt, sie sind eine richtig, richtig starke Mannschaft mit unglaublichen Spielerinnen."

Eine Kampfansage gab es dann aber doch noch mal: "Für uns wird es begeisternd sein, um eine Medaille zu spielen! Ich werde bereit sein, wenn es gegen die USA geht. Wir werden die Außenseiterrolle wie immer gut ausfüllen…"