Banda: "Boxen hilft mir, die Balance von Angriff und Verteidigung zu verinnerlichen"

4. Jan. 2021
  • Barbra Banda gehört zu Afrikas vielversprechendsten Spielerinnen

  • Die 20-Jährige hatte maßgeblichen Anteil an Sambias erstmaliger Olympia-Qualifikation

  • Sie schloss die chinesische Super League der Frauen 2020 als Torschützenkönigin ab

2020 war in vielerlei Hinsicht ein Jahr großer Herausforderungen, doch was den Fussball angeht, wird sich Barbra Banda wohl stets gern und voller Stolz daran erinnern. Sie beendete ein überaus erfolgreiches Gastspiel in der spanischen Liga, wurde in der chinesischen Super League der Frauen Torschützenkönigin und verhalf Sambia zur erstmaligen Qualifikation für das Olympische Fussballturnier.

Mit einem 4:4-Gesamtresultat gegen Kamerun im Finale der Afrika-Qualifikation buchten die Copper Queens aufgrund der Auswärtstorregel im März erstmals das Ticket für ein großes globales Turnier. Das entscheidende Tor bereitete niemand anders als die 20-jährige Spielführerin vor. Banda beendete das Jahr zudem mit einem weiteren Erfolgserlebnis: Im letzten Länderspiel im November erzielte sie ein Tor selbst und bereitete ein weiteres vor, als Sambia einen Rückstand aufholte und als erstes afrikanisches Team einen Sieg gegen Chile feierte.

"Es war ein großartiges Jahr für mich und ich bin sehr zufrieden mit allem, was ich bislang erreicht habe", so die 20-jährige Stürmerin gegenüber FIFA.com. "Ich denke, ich habe mich im Abschluss verbessert und ich habe auch mehr Tore erzielt. Natürlich haben mich dabei meine Trainer und Mitspielerinnen sehr unterstützt und mich angetrieben, mein Bestes zu geben.

Und natürlich bin ich auch sehr zufrieden, was wir mit dem Nationalteam geschafft haben. Vor dem Finale haben wir alle davon gesprochen, unbedingt Geschichte für unser Land zu schreiben - und das ist uns gelungen. Wir sind stolz darauf, dass wir etwas Historisches geleistet haben."

Inspiriert von ihrem Vater begann die in Sambias Hauptstadt Lusaka geborene Banda als Sechsjährige mit dem Fussballspielen. "Mein Vater war in der Anfangszeit meiner Fussballerkarriere mein Mentor", erzählt sie.

Bandas außerordentliches Talent blieb nicht unbemerkt und so wurde sie von der Bauleni United Sports Academy unter Vertrag genommen. 2014 spielte sie erstmals für die U-17-Auswahl, in der sie unter Trainer Kaluba Kangwa schnelle Fortschritte machte.

"Trainer Kangwa hat eine große Rolle für mich gespielt und mir geholfen, mein Potenzial auszuschöpfen", so Banda. "Er hat stets an mich geglaubt und dazu beigetragen, dass ich eine wahre Fussballspielerin wurde."

Mit ihrer enormen Schnelligkeit und ihrem Torriecher entwickelte sich Banda schnell zu einer der vielversprechendsten Spielerinnen Sambias. Ihr Talent wurde auch im Ausland bemerkt und so wechselte sie 2018 nach Spanien zu Logrono in die Primera Division. Damit wurde sie zur ersten Spielerin aus Sambia in Europa. Banda erzielte in ihren zwei Saisons bei Logrono in 28 Einsätzen insgesamt 16 Tore.

"Die Zeit in Spanien war eine großartige Erfahrung", sagt sie. "Wir hatten ein tolles Team mit fantastischen Teamkameradinnen. Ich habe dort eine Menge gelernt, neue Taktiken, neue Spielsysteme, neue Spielweisen. Ich habe mich deutlich verbessert und ein tieferes Spielverständnis entwickelt."

Anfang 2020 machte Banda dann einen großen Schritt und wechselte in die VR China zu Shanghai Agricultural & Commercial Bank. Rückblickend kann sie mit ihrer ersten Saison dort vollauf zufrieden sein, denn mit 18 Toren wurde sie beste Torjägerin der Liga und verhalf ihrem Klub zum dritten Platz in der Meisterschaft.

"Es war nicht leicht, von Logrono wegzugehen, doch ich will eben auch immer wieder mal etwas Neues ausprobieren", sagt sie. "Ich bin zufrieden mit meinen Leistungen für Shanghai. Den Organisatoren der Super League der Frauen gebührt großes Lob. Der Wettbewerb ist perfekt organisiert."

In ihrer Freizeit versucht es Banda ab und zu auch mit dem Boxen: "Das hält mich frisch und beweglich. Es hilft mir, schnell zu denken und die Balance von Angriff und Verteidigung zu verinnerlichen. Das ist auch im Fussball sehr wichtig."

Banda ist überzeugt, dass man bei den nächsten Olympischen Spielen mit Sambia rechnen muss.

"Wir sind zwar zum ersten Mal beim Olympischen Fussballturnier dabei, aber wir wollen kein Punktelieferant sein", bekräftigt sie. "Für uns ist das eine ganz neue Herausforderung, die wir annehmen werden - egal wie es kommt. Wir werden von Spiel zu Spiel denken.

Wenn es für uns gut läuft und ich treffe, wie üblich, holen wir hoffentlich ein paar gute Resultate.

Und ich will Sambia helfen, auch bei der Afrikameisterschaft der Frauen viel besser zu werden. Ich hoffe, dass wir den Titel gewinnen können, und nicht nur ein Mal. Vor allem aber hoffe ich, dass wir uns für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft qualifizieren können."