Neuer - Welttorhüter knackt die 100

7. Juni 2021
  • Am Montag, den 7. Juni 2021, absolviert Manuel Neuer sein 100. Länderspiel

  • 2014 gewann er mit der deutschen Auswahl den Weltmeistertitel

  • Ans Aufhören denkt der 35-jährige Kapitän noch lange nicht

Es ist der 2. Juni 2009 – Deutschland tritt gegen die VA Emirate im Al-Maktoum Stadion in Dubai an. Von Minute eins steht für den DFB eines der größten Nachwuchstalente des deutschen Fussballs im Tor: Manuel Neuer. Fast auf den Tag genau 12 Jahre später bestreitet dieser Weltklasse-Keeper sein 100. Länderspiel und ist mittlerweile Kapitän, FIFA-Welttorhüter 2020, Träger des Goldenen Handschuhs 2014 und wohl am wichtigsten – Weltmeister.

Bundestrainer Joachim Löw erinnert sich noch gut an den Einstand vor zwölf Jahren: "Vom ersten Moment, den er bei uns war, hatte ich das Gefühl, das wird mal ein ganz großer Torwart in der Welt."

Libero und Vorbild einer Generation

Aber mal ganz abgesehen von den Erfolgen, die er für und mit Deutschland feiern durfte, hat auch die Fussballwelt ihm einen ganz besonderen Spielstil zu verdanken. Manuel Neuer verkörpert wie kein Zweiter den Torwart-Libero – man könnte auch sagen, der Begriff wurde wegen ihm erfunden.

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Jeder Torwarttrainer, der seinen Schützlingen diese offensive Spielweise näherbringen möchte, kann als "Lehrfilm" Neuers Leistung im WM-Achtelfinale 2014 gegen Algerien vorführen. In der Zitterpartie ging er hochkonzentriert mit vollem Risiko bei Steilpässen dazwischen und wagte sich bis an die Mittellinie vor, um die Bälle zu verteidigen. Deutschland zog mit einem 2:1 Sieg nach Verlängerung ins Viertelfinale ein – und was danach passierte, ist in den Geschichtsbüchern des Fussballs und den Herzen der deutschen Fans fest verankert.

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Dirigent und Führungsspieler

Aber nicht nur seine Torwart-Qualitäten sind für seinen Erfolg entscheidend - Manuel Neuer ist auch ein erstklassiger Führungsspieler. Seit 2016 ist er Kapitän des deutschen Nationalteams und führt auch auf Vereinsebene den amtierenden FIFA Klub-Weltmeister FC Bayern München an.

Dabei setzt er vor allem auf Kommunikation. „Wenn man zu wenig spricht und zu wenig Austausch mit seinen Mitspielern, dem Trainerstab und den Verantwortlichen hat, dann hat man nicht den Charakter dafür, um Führungsspieler zu sein.“, so Neuer im Leadership Talk der DFB-Akademie. Er dirigiert seine Mannschaft von hinten und ist überzeugt, dass seine Mitspieler auch seine Körpersprache hervorragend deuten können.

Der beste Torwart, den ich je gesehen habe. Punkt! Er ist der beste, der irgendwann jemals auf der Welt zwischen den Pfosten stand.

Mats Hummels

Die deutschen Ersatztorhüter Bernd Leno und Kevin Trapp nehmen ihre Rolle hinter dem Ausnahmekeeper klaglos, schließlich sei Neuer "gefühlt 25", sagte Leno, für den es "jeden Tag etwas zum Abschauen gibt". Neuer besitze einen "blitzschnellen Instinkt".

Leno, der normalerweise beim FC Arsenal die Bälle pariert, sieht nicht mal in der Premier League einen besseren, auch die brasilianischen Ballfänger Ederson (Manchester City) oder Alisson (FC Liverpool) würden da nicht heranreichen. Neuer sei "noch ein Stück kompletter".

Ähnlich sieht es auch Trapp: Der 30-jährige Schlussmann von Eintracht Frankfurt beeindruckt an Neuer die "positive Präsenz, man hat nie das Gefühl, dass er nicht von sich selbst überzeugt ist". Da hält einer die Bälle in einer anderen Liga.

Manuel Neuer ist ein Glücksfall für den Fussball in Deutschland. Für die Entwicklung unseres Spiels und für die Erfolge in der vergangenen Dekade war er einer der größten Faktoren.

Bundestrainer Joachim Löw

Heute läuft er beim Testspiel vor der UEFA EURO 2020 gegen Lettland zum 100. Mal für die deutsche Elf auf und wird vom DFB mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet – ein Ritterschlag, insbesondere für einen Torhüter. Zum Jubiläum trägt er spezielle Handschuhe mit der „100“ sowie seinen Auszeichnungen und dem Zeitraum (2009 bis 2021) auf der Lasche.

Aber Aufhören? Daran denkt der 35-Jährige noch lange nicht. "Ich habe mit den Jungs eine Menge Spaß und nicht vor, meine Nationalmannschafts-Karriere zu beenden", sagte Neuer auf einer Pressekonferenz des DFB.

Und mit seinem neuen alten Trainer Hansi Flick, der nach der Europameisterschaft von Bundestrainer Joachim Löw den DFB-Kader übernimmt, steht Manuel Neuer in seiner aktuellen Form eine rosige Zukunft bevor. Nächster Halt: Katar 2022™!