#WorldCupAtHome: CR7 mit Gala gegen "La Roja"

2. Apr. 2020

Nach der Achtelfinalbegegnung bei der Auflage von 2010 standen sich Spanien und Portugal zum zweiten Mal im Rahmen einer Weltmeisterschaft gegenüber. In Südafrika hatte ein Tor von David Villa das Duell zugunsten der Spanier entschieden. Diesmal, in der Gruppenphase der WM 2018, lieferten die beiden Teams sich ein verrücktes und emotionsgeladenes Duell. Wir sahen einen Hattrick des überragenden Cristiano Ronaldo, die Spanier glichen zweimal aus, drehten die Partie vorübergehend sogar und am Ende stand ein Remis auf der Anzeigetafel. Es war eines der besten Spiele des gesamten Turniers.

Spielinfo

Portugal – Spanien 3:3 15. Juni 2018 | Fischt-Stadion, Sotschi

Torschützen: Cristiano Ronaldo (POR; 4. Elfm., 44., 88.), Diego Costa (ESP; 24., 55.); Nacho (ESP; 58.)

Aufstellungen:

  • Portugal: Rui Patricio, Raphael Guerreiro, José Fonte, Pepe, Cedric, João Moutinho, William Carvalho, Bruno Fernandes (João Mario, 68.), Gonçalo Guedes (André Silva, 80.), Bernardo Silva (Ricardo Quaresma, 69.), Cristiano Ronaldo.

  • Spanien: David de Gea, Jordi Alba, Sergio Ramos, Gerard Piqué, Nacho, Koke, Sergio Busquets, Andrés Iniesta (Thiago, 70.), Isco, David Silva (Lucas Vázquez, 86.), Diego Costa (Iago Aspas, 77.).

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Hintergrund

Für Portugal und Spanien war dieses Duell bei der WM 2018 das Auftaktspiel in Gruppe B. Portugal hatte sich erst über die Playoff-Runde für die Weltmeisterschaft qualifiziert, war jedoch zwei Jahre zuvor Europameister geworden. Spanien befand sich nach der Pleite bei der WM 2014 in Brasilien mitten im Neuaufbau. Die Qualifikation war relativ reibungslos verlaufen, und das Team machte einen guten Eindruck. Doch gerade einmal 48 Stunden vor dem Auftaktspiel wurde Nationaltrainer Julen Lopetegui entlassen, und der bisherige Sportdirektor Fernando Hierro übernahm das Ruder.

Spielverlauf

Drei Aspekte waren entscheidend in dieser spannungsgeladenen Partie:

  1. Chancenverwertung: Portugal gab acht Schüsse ab, drei davon aufs Tor, und erzielte in Gestalt eines glänzend aufgelegten Cristiano Ronaldo drei Treffer. Er bewies einmal mehr seine Effektivität bei ruhenden Bällen. Das erste Tor war ein verwandelter Elfmeter, das dritte ein direkter Freistoß. Beim zweiten Treffer nutzte er einen Patzer von De Gea. Spanien hatte mehr Chancen, nämlich 15, darunter fünf Schüsse aufs Tor, war jedoch weniger effizient.

  2. Widerstandskraft: Die Spanier kämpften sich nach Rückständen zweimal wieder heran: Portugal ging zunächst nach einem von Nacho verursachten und von Ronaldo verwandelten Elfmeter in Führung.** **Dann gelang Diego Costa der Ausgleichstreffer, nachdem er die portugiesische Verteidigung im Alleingang ausgeschaltet hatte. Doch Ronaldo brachte sein Team noch vor dem Pausenpfiff erneut in Führung. Nach dem Wiederanpfiff drehten Costa und Nacho die Partie, Letzterer mit einem sehenswerten Halbvolleyschuss. Doch nach einem Foulspiel von Piqué vor der Strafraumgrenze ließ sich CR7 die Chance nicht nehmen und rundete seinen spektakulären Auftritt mit dem Ausgleichstreffer ab.

  3. Ballbesitz oder Konterfussball: Spanien blieb seiner traditionellen Spielweise treu und konnte 61 Prozent Ballbesitz für sich verbuchen. Mit diesem Ansatz gelang es den Spaniern, über weite Strecken des Spiels zu dominieren. Doch Portugal wurde der Roja mit schnellen Kontern gefährlich. Die beiden Mittelfeldanker João Moutinho und William Carvalho verliehen dem Team von Fernando Santos Stabilität, während Ronaldo und Gonçalo Guedes mit ihrer Schnelligkeit und Bernardo Silva und Bruno Fernandes mit ihrem präzisen Passspiel Chancen herausspielten.

Der Star

Cristiano Ronaldo bot im Auftaktspiel seiner vierten WM die bis dato beste Leistung. Der portugiesische Mannschaftskapitän steuerte einen Hattrick bei, der seinem Team gegen Spanien einen wichtigen Punkt sicherte. Einmal abgesehen von den Toren nutzte er drei seiner insgesamt vier Chancen, leistete einen wichtigen Beitrag im Spielaufbau, überlief seine Gegenspieler und strahlte bei den portugiesischen Kontern stets Gefahr aus. Er war nach Eusebio (1966) und Pauleta (2002) der dritte Portugiese, dem bei einer WM ein Hattrick gelang.

Zitate

"Ich habe Glück, dass Cristiano Portugiese ist, denn er ist dank seiner physischen und vor allem mentalen Stärke und seiner herausragenden Technik der beste Spieler der Welt. Er hat das Team wieder ins Spiel gebracht, nachdem wir in Rückstand geraten waren." Fernando Santos (Trainer, Portugal)

"Wir sollten sehr stolz auf die Jungs sein und darauf, wie wir die Schwierigkeiten gemeistert haben, mit denen wir in diesem Spiel konfrontiert waren. Wir haben zweimal einen Rückstand aufgeholt. Wir haben Charakter, Einsatzbereitschaft, Stolz und Persönlichkeit gezeigt ... Eine reife Mannschaft." Fernando Hierro (Trainer, Spanien)

Und danach?

Beide Teams zogen in Gruppe B in die nächste Runde ein, die Spanier als Gruppensieger, die Portugiesen als Zweitplatzierte. Diese Reihenfolge kam nach einem spannenden Endspurt in den letzten Gruppenspielen zustande: Portugal lag gegen die IR Iran in Führung, doch den Iranern gelang kurz vor Schluss noch der Ausgleich. Spanien lag gegen Marokko hinten, doch Iago Aspas erzielte in der 91. Minute den Ausgleichstreffer.

Beide Teams scheiterten im Achtelfinale: Spanien musste sich im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Russland geschlagen geben (1:1, 3:4 i. E.), Portugal unterlag Uruguay mit 1:2.