Die Geschichte der WM-Bälle

  • "Das Geheimnis des Fussballs ist der Ball" - Uwe Seeler

  • In Mexiko vor 50 Jahren begann dann die Ära von adidas

  • Seit der WM-Endrunde 1970 ist der Sportartikelhersteller für den offiziellen WM-Ball zuständig

"Das Geheimnis des Fussballs ist der Ball", so verkündete einst Deutschlands Fussball-Legende Uwe Seeler. Und er sprach Milliarden von Fans aus der Seele, schließlich ist Fussball weltweit die beliebteste Sportart. Kein Wunder, dass die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ eines der größten Sportereignisse ist. Ob Pille, rundes Leder, Kugel - Namen für das wichtigste Utensil des Fussballs gibt es viele und Weisheiten wie "Das Runde muss ins Eckige" sind jedem Fan bekannt.

Seit der WM-Endrunde 1970 ist der Sportartikelhersteller adidas für den offiziellen WM-Ball zuständig. Und davor? Bei der ersten Auflage 1930 wurden die beiden Halbzeiten des WM-Finales mit zwei unterschiedlichen Bällen gespielt, da beide Endspiel-Teilnehmer auf "ihren eigenen" Ball bestanden. In der Folgezeit wurde zumeist auf Bälle des Gastgeberlandes zurückgegriffen.

Der "Telstar" wird geboren

Während in der Anfangsphase das runde Leder vorwiegend aus zwölf Teilen bestand, wurde beim WM-Finale 1954 mit einem 18-teiligen Ball gespielt, der in verschiedenen Ausführungen bis 1966 verwendet werden sollte.

Die Entwicklung des runden Leders schritt in den folgenden Jahrzehnten immer weiter fort. Experten tüftelten an der "perfekten Kugel". In Mexiko vor 50 Jahren begann dann die Ära von adidas, und es gab erstmals auch einen Ball-Namen: "Telstar". 32 spezielle Lederplatten machten ihn zum rundesten Ball seiner Zeit.

Der Name rührt von seinem Status als Fernsehstar her (engl. "Star of Television"). Er war der erste Ball, dessen Design auch schwarze Panels aufwies. Das Muster sollte den Ball auf den damals üblichen Schwarzweiß-Fernsehgeräten besonders gut erkennbar machen. Der "Telstar" veränderte das Design von Fussbällen nachhaltig.

Ein farbiger Ball in Frankreich

Nach "Durlast" folgte "Tango", der 1978 so fortschrittlich war, dass er als Modell für die folgenden fünf WM-Endrunden fungierte. Mit "Tango España" (1982) begann allerdings das Zeitalter der synthetischen Bälle. Zwar bestand der Ball noch immer weitgehend aus Leder, mit seiner wasserabstoßenden Polyurethanschicht war er aber zu einem Hightech-Produkt geworden. Es folgten "Azteca", "Etrusco" und "Questra".

Mit dem "Tricolore" kam 1998 erstmals ein farbiger Ball zum Einsatz. Für die WM-Endrunden 2002 und 2006 wurden mit "Fevernova" und "+Teamgeist" zwei revolutionäre Fussbälle vorgestellt: runder, präziser, beständiger.

"Impossible is nothing"

In Südafrika sollte "Jabulani", der nur noch aus acht synthetischen Platten besteht, den Teams Glück und Tore bringen. Dabei hatte es adidas geschafft, den elften offiziellen FIFA WM-Ball zu diesem Zeitpunkt zum stabilsten und genauesten Ball aller Zeiten zu machen.

Es folgte "brazuca", der in Sachen Struktur des Balls eine echte Innovation innehatte: Die einzigartige Symmetrie der sechs vollkommen identischen Segmente und die neuartige Oberflächenstruktur verliehen dem Spielgerät noch mehr Griffigkeit, Haftung, Geschmeidigkeit, Stabilität und Aerodynamik.

Fast 50 Jahre nach dem ersten "Telstar" präsentierte sich der letzte Ball auf unserer WM-Reise, der "Telstar 18", in Russland mit einem brandneuen Korpus, Hochtechnologie und nachhaltigen Elementen wie einer Verpackung aus Recyclingmaterial. Er enthielt auch einen eingebetteten NFC-Chip, der es den Verbrauchern ermöglichte, über ein Smartphone mit dem Ball zu interagieren. Das personalisierte und standortbezogene Erlebnis zeigte spezifische Details zu jedem Ball und bot Zugang zu Herausforderungen, an denen Benutzer im Vorfeld der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilnehmen konnten.

"Der ursprüngliche Telstar ist einer der legendärsten Fussbälle aller Zeiten, der das Fussball-Design nachhaltig verändert hat. Es war für uns eine wirklich spannende Herausforderung, diesen neuen Telstar 18 zu entwickeln und dabei dem Original so weit wie möglich treu zu bleiben. Die neuartige Panelstruktur und die Integration eines NFC-Chips hebt Innovation und Design von Fussbällen auf ein neues Niveau und bietet sowohl Verbrauchern als auch Spielern eine völlig neue Erfahrung", sagte Roland Rommler, Category Director of Football Hardware bei adidas, bei der Vorstellung.

Und zweifelsohne darf man gespannt sein, was die nächsten Entwicklungen hervorbringen, denn "Impossible" ist schließlich "nothing"!