Yoshida führt sein Team auf der Jagd nach olympischem Gold

24. Juli 2021
  • Maya Yoshida kritisierte Japan im Jahr 2018 als "naiv und zerbrechlich"

  • Der Olympia-Kapitän zeigte sich ermutigt vom Auftaktsieg in Tokio 2020

  • Yoshida verspricht aber, dass die Gastgeber viel besser spielen können

Japans Kapitän Maya Yoshida freute sich über den gelungenen Start ins Olympische Fussballturnier der Männer von Tokio 2020, doch am meisten gefiel ihm die mentale Stärke, die seine Mannschaft beim 1:0-Sieg gegen Südafrika an den Tag legte.

Der erfahrene Innenverteidiger und Kapitän Yoshida, der bereits zum dritten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt, war der Meinung, dass die Japaner aus der 2:3-Niederlage nach 2:0-Führung gegen Belgien im Achtelfinale der FIFA Fussball-WM Russland 2018™ durch einen Gegentreffer in letzter Minute wertvolle Lehren gezogen haben. Nach diesem Spiel hatte Yoshida gegenüber FIFA.com gesagt, sein Team sei "in der Schlussphase sehr schlecht gewesen" und "habe eine enorme mentale Schwäche" gezeigt. Er fuhr fort, das Team sei "zu naiv und zerbrechlich" und meinte, der japanische Fussballverband und die Spieler "müssen ernsthaft über die zukünftige Jugendförderung nachdenken."

Ein ganz anderes Bild bot sich nun in der Auftaktpartie der Japaner bei den Olympischen Spielen in Tokio. Die Gastgeber dominierten das Spiel über weite Strecken, erzielten aber erst kurz nach der Hälfte der zweiten Halbzeit ein Tor. Nach der Partie zeigte sich Yoshida im Gespräch mit FIFA.com zufrieden mit der Geduld und der Kontrolle, die sein Team während der gesamten Partie zeigte. Doch er sieht auch noch Raum für Verbesserungen.

"Manchmal hatte ich das Gefühl, dass wir zu vorsichtig waren, aber unsere Verteidigung ist nicht in Panik geraten und wir haben gut und solide gestanden. Wenn wir früher im Spiel ein Tor erzielt hätten, wäre es leichter gewesen, aber wir sind nach vorne gegangen, als sich Räume auftaten, und haben jeden Gegenangriff im Keim erstickt", sagte er. "Trotzdem weiß ich, dass wir noch deutlich besser spielen können. Ich möchte bessere Leistungen des Teams sehen."

Yoshida, der für Sampdoria Genua in der italienischen Serie A spielt und acht Spielzeiten bei Southampton in der englischen Premier League verbrachte, war in den letzten Jahren eine tragende Säule der japanischen Abwehr. Seine enorme Erfahrung und seine Führungsqualitäten waren maßgebliche Faktoren für den Sieg gegen Südafrika.

Der Verteidiger wird im August 33 Jahre alt und ist zusammen mit dem 31-jährigen Rechtsverteidiger Hiroki Sakai und dem 28-jährigen defensiven Mittelfeldspieler Wataru Endo einer der drei Spieler über der Altersgrenze im japanischen Kader. Alle drei spielen oder spielten in den Top-Ligen Europas und verfügen über einen großen Erfahrungsschatz auf internationaler Ebene, der dem jungen olympischen Team eine gewisse Härte verleiht. Yoshida, der nach 2008 und 2012 bereits zum dritten Mal an den Olympischen Sommerspielen teilnimmt, ist fest entschlossen, seiner Mannschaft zu olympischen Ruhm zu verhelfen.

"Ich möchte in diesem Team wirklich den Ausschlag geben und habe versucht, mich optimal darauf vorzubereiten", sagte er. "Wir haben erst ein Spiel absolviert, daher ist es noch zu früh, um zu beurteilen, ob ich einen Einfluss hatte, aber ich möchte gute Leistungen zeigen, damit die Leute froh sind, dass ich als einer der Spieler über der Altersgrenze nominiert wurde."

Obwohl die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele ganz unterschiedliche Turniere sind, bietet Tokio 2020 eine Bühne, um zu beurteilen, ob Fortschritte in der Jugendförderung gemacht wurden, die Yoshida nach der Pleite 2018 gegen Belgien einforderte. Die Antwort auf diese Frage könnte in Japans nächstem Spiel gegen Mexiko klarer werden, das mit einem klaren 4:1-Sieg gegen Frankreich ins Turnier gestartet ist.

Laut Yoshida ist dieses kommende Spiel entscheidend für den Verlauf dieses Turniers und in gewisser Weise auch für die langfristige Entwicklung der Nationalmannschaft.

"Als ich das erste Mal bei den Olympischen Spielen gespielt habe, waren nur wenige junge japanische Spieler in Europa aktiv. Heute hingegen spielen viele junge Japaner dort. Natürlich werden auch andere Länder immer besser, also müssen wir mit ihnen mithalten und uns auch weiter verbessern", sagte er abschließend: "Deshalb sind diese Olympischen Spiele ein extrem wichtiger Anlass für uns. Ich möchte, dass diese Mannschaft gut spielt und es bis ins Finale schafft."