Alte Bekannte in der Vorschlussrunde

31. Juli 2021
  • Im Viertelfinale von Tokio 2020 gab es keinerlei Überraschungen

  • Japan und drei frühere Goldmedaillengewinner sind weiter

  • Das Gastgeberland setzte sich erst im Elfmeterschießen durch

Im Viertelfinale von Tokio 2020 am Samstag, 31. Juli, gab es keine Überraschungen: Der Gastgeber und drei ehemalige Goldmedaillengewinner zogen in die Runde der letzten Vier ein. Titelverteidiger Brasilien besiegte Ägypten dabei ohne Probleme, während Japan sich erst im Elfmeterschießen gegen Neuseeland durchsetzen konnte. Mexiko, der Auflage von 2012 in London, und Spanien, das 1992 im eigenen Land triumphierte, besiegten die Republik Korea bzw. die Elfenbeinküste mit einer wahren Torflut. 

Die Ergebnisse Spanien – Elfenbeinküste 5:2 n. V. Spanien zog als Erster ins Halbfinale ein, konnte sich aber erst in der Verlängerung gegen die Ivorer durchsetzen, die trotz des Treffers von Max Gradel in der Nachspielzeit den Sieg noch aus der Hand gaben. Den Afrikanern ging in der Verlängerung sichtlich die Luft aus, sodass sie ihre Bestmarke von 2008 nicht verbessern konnten und bereits im Viertelfinale ausschieden. 

Japan – Neuseeland 0:0 (4:2 i. E.) Japan dominierte die Begegnung, verzweifelte aber an einem großartig aufgelegten Michael Woud, der seine Kiwiserst in die Verlängerung und dann ins Elfmeterschießen rettete. Dort aber stahl ihm dann sein Gegenüber Kosei Tani die Schau, der einen Schuss halten konnte. 

Brasilien – Ägypten 1:0 Brasilien tat gegen Ägypten nicht mehr als nötig, um der Titelverteidigung einen Schritt näher zu kommen. Richarlison, mit fünf Treffern bislang bester Torschütze des Wettbewerbs, war diesmal der Vorbereiter für Matheus Cunha, der aus 16 Metern wunderschön ins Netz traf. Die Ägypter, die schon ihre Gruppe nur mit Ach und Krach überstanden hatten, zeigten sich bemüht, konnten Santos aber nicht in Verlegenheit bringen. 

Republik Korea – Mexiko 3:6 Mexiko zeigte sich Südkorea technisch überlegen und hatte den Gegner fest im Griff, eröffnete früh den Torreigen und baute seine Führung nach der Pause aus. Im Halbfinale kommt es nun zu einer Neuauflage des Endspiels von 2012, wenn El Tri auf Brasilien trifft. 

Die Szenen des Tages Fehleranfällige Ivorer Die drei ersten Gegentore für die Elfenbeinküste entsprangen allesamt vermeidbaren Abwehrfehlern. Erst war es die zu kurze Rückgabe von Wilfried Singo, die von Dani Olmo perfekt verwertet wurde, und dann der Abpraller, der Rafa Mir im Strafraum passiv überlassen wurde, als die Ivorer in der Nachspielzeit in Führung lagen. In der Verlängerung gingen die Spanier dann nach einem Handspiel von Eric Bailly in einem Kopfballduell in Führung. 

Gnadenloser Mir In der Gruppenphase hatte Spanien eine Ballbesitzquote von deutlich über 60 Prozent, machte daraus aber nur zwei magere Tore. Vor dem Viertelfinale haperte es also an der Chancenverwertung. Gegen die Elfenbeinküste behob Mir dieses Problem. Der Stürmer von Wolverhampton erzielte nach seiner Einwechslung mit seiner ersten Ballberührung nach 58 Sekunden ein Tor! In der Verlängerung ließ der spanische Joker dann noch zwei weitere Tore folgen und ist damit seit Carlos Tevez (Argentinien) im Viertelfinale 2004 gegen Costa Rica der erste Spieler, der in diesem Wettbewerb eine Hattrick erzielen konnte. 

Donggyeong und sein magischer linker Fuß Bei der Niederlage gegen El Tri konnte ein Südkoreaner trotzdem glänzen: Lee Donggyeong schnürte einen äußerst sehenswerten Doppelpack. Er erzielte den 1:1-Ausgleich, indem er Luis Romo ausschaltete und einen herrlichen Linksschuss in den Winkel setzte. Anschließend ließ er einen weiteren wunderschönen Treffer mit dem linken Fuß folgen. Wozu er in der Lage ist, hatte der 23-jährige Nationalspieler bereits im Testspiel gegen Argentinien gezeigt, wie Sie im Video unten sehen können.

Wachablösung Mexiko gab sich gegen die Republik Korea keine Blöße. Dabei hatten die Asiaten bis dahin die mit zehn Toren beste Offensive des Turniers. Diese Bilanz bauten die Südkoreaner auch noch auf 13 aus. Dennoch wurden sie von El Tri überflügelt. Mexiko kommt jetzt auf 14 Treffer in vier Spielen – bei sieben verschiedenen Torschützen! Es war zudem das erste Mal, dass Mexiko in einem Spiel des Olympischen Fussballturniers der Männer gleich sechs Tore gelangen.

Zitat "Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt, die verdient im Viertelfinale stand. Es war ein sehr kniffliges Spiel, das uns viel Geduld abverlangt hat. Immerhin hat Ägypten eine schwierige Gruppe überstanden, in der es sich defensiv sehr stabil gezeigt hat und nicht einmal gegen Spanien einen Gegentreffer hinnehmen musste." - Andre Jardine (Trainer Brasilien) über den Gegner Ägypten

Spielplan der Halbfinals (alle Anstoßzeiten in Ortszeit) Dienstag, 3. August Mexiko – Brasilien Kashima-Stadion, 17.00 Uhr

Japan – Spanien  Saitama-Stadion, 20.00 Uhr