Alisson: "Ich weiß noch, wie Internacional 2006 gekrönt wurde"

  • Alisson will sich Kindheitstraum erfüllen

  • Andy Robertson nimmt "fantastisches" Flamengo ins Visier

  • Duo in improvisierter Abwehr hält Monterrey in Schach

Der FC Liverpool hielt dem quirligen Team von CF Monterrey stand und tritt nun im Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Katar 2019 gegen CR Flamengo an. Der Mann, der die Reds im Spiel hielt, als sie mit aller Macht auf das Siegtor drängten, ist der Verwirklichung seines Traums einen Schritt näher gekommen.

"Ich bin mit dem Traum und Lebensziel aufgewachsen, einmal bei einer Klub-WM zu spielen", so Alisson nach dem Abpfiff der Partie am Mikrofon von FIFA.com.

"Gestern wurde bei meinem ehemaligen Klub Internacional Porto Alegre der Tag gefeiert, an dem das Team die Klub-Weltmeisterschaft gewann [2006]. Ich war damals nur ein Fan und kann mich noch gut an den Moment erinnern. Ich war mit meinen Freunden zusammen und habe den Titel begeistert gefeiert."

Die nächste Aufgabe des The Best – FIFA-Welttorhüters wird nun darin bestehen, die Anzahl der brasilianischen Titelgewinner auf drei zu beschränken, wenn Flamengo zum ersten Mal nach dem Pokal greifen will. Der Star der brasilianischen Nationalmannschaft freut sich auf die Begegnung.

"Es bedeutet mir viel, im Finale gegen ein brasilianisches Team anzutreten. Ich mag die Spielweise und habe viele Freunde in der Mannschaft", erklärt er. "Wir sind sehr stolz, hier dabei zu sein, möchten das Turnier gewinnen und werden auf dem Platz alles geben, damit es klappt."

Asse im Ärmel

Flamengo in Bestform kann es durchaus mit dem mächtigen FC Liverpool aufnehmen. Andy Robertson lässt derweil durchblicken, dass weder das Team aus der Grafschaft Merseyside noch der nächste Gegner im Halbfinale den höchsten Gang eingelegt haben.

"Wir wissen, dass sie ein fantastisches Team mit viel Erfahrung sind und weltweit auf höchstem Niveau gespielt haben. Daher müssen wir besser sein als heute Abend", räumt der Verteidiger ein. Kurz zuvor hatte Roberto Firmino mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für den 2:1-Sieg gesorgt. "In der ersten Halbzeit hatten sie Schwierigkeiten, aber den zweiten Durchgang haben sie dann dominiert und sind verdient ins Finale eingezogen."

Fakt ist auch, dass Liverpools Aufstellung im Halbfinale durchaus als experimentell bezeichnet werden könnte. Verletzungen und der Wunsch, mit Blick auf ein mögliches Finale noch nicht das gesamte Pulver zu verschießen, sorgten für weitreichende Umstellungen. Nur er und Alisson sind normalerweise in der Stammabwehr Jürgen Klopps zu finden.

"Das Team, das da auf dem Platz stand, hat in dieser Form wahrscheinlich noch nie gespielt. Insbesondere hat Jordan Henderson sein erstes Spiel als Innenverteidiger bestritten und unter Beweis gestellt, dass er ein absoluter Profi ist. Wir haben jetzt zwei Tage Zeit, uns auf das Finale vorzubereiten. Vielleicht sind bis dahin einige Spieler wieder dabei, sodass wir durchstarten können."

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Spritzig bis zum Schluss

Monterrey stand tief und versuchte, mit direktem Spiel aus den Unsicherheiten bei Liverpool Kapital zu schlagen. In dieser Situation hatte Robertson Probleme, auf der linken Flanke den Raum zu finden, den er brauchte. Das Ganze war eine Art Zermürbungskampf, den Liverpool in der 91. Minute schließlich gewann.

"Es war ein gutes Spiel. Sie haben wirklich alles gegeben. Man hat gemerkt, dass ihnen langsam die Puste ausging, und wir wussten, dass wir genug Kondition hatten, um sie zu schlagen."

"In den letzten 15 bis 20 Minuten machten sie dann auf, und endlich taten sich für uns Räume auf. Wir wussten, dass wir geduldig sein mussten, aber am Ende geht es nur darum, ins Finale einzuziehen."

Der erste Schritt ist damit getan. Nun geht es nur darum, die Heimreise mit dem Weltmeistertitel im Gepäck anzutreten.