Figo schreibt Geschichte für Mosambik

21. Aug. 2021
  • Vier Tore bei erstem WM-Sieg seines Landes

  • In seinem ersten Turnier mit dem Nationalteam erzielt er sieben Tore in zwei Partien

  • Gesprächsthemen: sein Spitzname, die Ziele und die Spielbälle

Turnierdebütant Mosambik hat sein erstes Spiel bei einer FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft gewonnen und António José Pedro Namape Junior trägt den Spielball mit sich herum, den er mit nach Hause nehmen wird. Schließlich hat der Spieler mit dem berühmten Spitznamen Figo beim unvergesslichen 4:2-Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate alle vier Tore erzielt. "Ich bin sehr glücklich, aber ich gebe zu, dass alles noch viel besser ist, als ich mir erträumt hätte", so der Mosambikaner im Gespräch mit FIFA.com. Er trägt noch immer das gelbe Trikot mit der Nummer neun und gibt den Spielball nicht aus der Hand. "Das ist unser erster Sieg bei einer WM und dann habe ich auch noch vier Tore geschossen ... Aber es war nicht einfach, so weit zu kommen. Wir haben hart gearbeitet, sind bescheiden geblieben und haben jetzt eines unserer Ziele erreicht. Das ist ein historischer Erfolg für unser Nationalteam", fügt der 28-jährige Flügelspieler hinzu.

MOSCOW, RUSSIA - AUGUST 21: Figo of Mozambique celebrates after scoring a goal during the FIFA Beach Soccer World Cup 2021 group B match between Mozambique and United Arab Emirates at Luzhniki Beach Soccer Stadium on August 21, 2021 in Moscow, Russia. (Photo by Octavio Passos - FIFA/FIFA via Getty Images)

Figo zählt bereits jetzt zu den großen Entdeckungen der WM in Russland. Bei der 4:8-Auftaktniederlage seines Teams gegen Spanien hatte er schon drei Treffer erzielt und bringt es jetzt auf sage und schreiben sieben Tore in zwei Partien. Damit ist er mitten im Rennen um die Auszeichnung mit dem Goldenen Schuh. Das kommt für viele überraschend, auch für ihn selbst. "Ich habe schon erwartet, dass ich Tore schießen würde, aber ich hatte wirklich Glück. Dafür trainiert man schließlich, das ist mein Job, aber sieben in zwei Spielen hätte ich mir nie erträumt", so Figo weiter. Er war in der WM-Vorbereitung zum ersten Mal für die Nationalmannschaft nominiert worden. Jetzt muss er in seinem Gepäck Platz für zwei Spielbälle schaffen. "Die kommen in mein Zimmer. Ich bin der erste mosambikanische Spieler, dem es gelingt, bei einer WM sieben Tore zu erzielen! Ich glaube, ich werde die Bälle sogar mit ins Bett nehmen!" [lacht]

MOSCOW, RUSSIA - AUGUST 21: Figo of Mozambique celebrates following their side's victory in the FIFA Beach Soccer World Cup 2021 group B match between Mozambique and United Arab Emirates at Luzhniki Beach Soccer Stadium on August 21, 2021 in Moscow, Russia. (Photo by Octavio Passos - FIFA/FIFA via Getty Images)

Figo – von der Straße zum Sand

Seine Beach-Soccer-Karriere begann laut eigener Aussage im Alter von 20 Jahren in der Provinz Maputo. "Ich habe immer Straßenfussball gespielt, aber dann haben mich ein paar Freunde eingeladen, Beach-Soccer mit ihnen zu spielen, und damit hat alles begonnen. Es hat mir gefallen, sie haben mich genommen und ich habe weitergemacht." In den Straßen von Maputo hat er auch den Spitznamen bekommen, der auf seinem Trikot steht. "Als ich in meinem Stadtviertel in Mosambik gespielt habe, hatte ich immer ein Portugal-Trikot mit dem Namen Figo auf dem Rücken an. Weil ich viel mit dem Ball jonglierte, haben sie mir diesen Spitznamen gegeben, der bis heute geblieben ist." Zwar hat der Mosambikaner seinen Namensvetter nicht häufig spielen sehen, aber die Technik ermöglichte es ihm, seine Kenntnisse über Figo aufzufrischen. "Ich habe viele Videos von ihm gesehen und identifiziere mich sehr mit seiner Spielweise. Deshalb habe ich den Namen gern beibehalten."

MOSCOW, RUSSIA - AUGUST 21: Figo of Mozambique celebrates after scoring a goal during the FIFA Beach Soccer World Cup 2021 group B match between Mozambique and United Arab Emirates at Luzhniki Beach Soccer Stadium on August 21, 2021 in Moscow, Russia. (Photo by Octavio Passos - FIFA/FIFA via Getty Images)

Das nächste Ziel

Figo beschreibt die Spielweise seiner Mannschaft beim Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. "Wir ziehen ein direktes Spiel vor. Was die Physis angeht, so nutzen wir gern unsere Schnelligkeit. Und dann haben wir auch aus unserer Technik Profit geschlagen, um ehrlich zu sein." Jetzt geht es im letzten Gruppenspiel gegen Tahiti, einen regelmäßigen und erfolgreichen WM-Teilnehmer, um den Einzug ins Viertelfinale. "Jedes Spiel ist anders, und wir gehen das nächste mit genauso viel Bescheidenheit und Respekt an wie die anderen. Wir müssen denselben Kampfgeist zeigen wie heute. Wir werden sehen, was die Tahitianer auf dem Platz machen und versuchen, ihre Fehler auszunutzen", erklärt er. Figo bleibt trotz des historischen Sieges mit beiden Beinen fest auf dem Boden. "Wir sind mit dem Ziel hergekommen, die nächste Runde zu erreichen. Darauf konzentrieren wir uns, und ich glaube, wenn wir mit derselben Mentalität und Spielweise weitermachen, können wir es schaffen. Wenn es uns gelingt, werden wir weitersehen."