Youngsters drücken der spanischen Nationalmannschaft von Luis Enrique ihren Stempel auf

  • Spanien hat im Jahr 2021 ein hervorragendes Bild abgegeben und ist zurück im Rennen um die Titel.

  • Einer der Schlüssel zum Erfolg war das Vertrauen in die Talente

  • FIFA.com sprach mit Yéremi Pino, der in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei La Roja einnehmen soll.

Dass Luis Enrique ein Trainer mit einer großen Persönlichkeit ist, wird niemand bestreiten wollen. Der ehemalige Trainer unter anderem vom FC Barcelona, Celta Vigo und AS Rom hat dies bereits als Spieler unter Beweis gestellt und dies seit Beginn seiner Trainerkarriere zur Saison 2008/09 Jahr für Jahr erneut bestätigt.

Diese Persönlichkeit ist so etwas wie sein Markenzeichen, welches er in vielen seiner Entscheidungen als Trainer der spanischen Nationalmannschaft gezeigt hat und das er bei seinem vielleicht bedeutendsten Engagement um einen besonderen Punkt erweitert hat: Er zögert nicht lange, wenn es darum geht, den vielversprechendsten Talenten Spaniens Chancen und Verantwortung zu übertragen, ohne auf ihre Herkunft oder bisherige Erfahrung zu schauen.

Dazu hat er auch allen Grund, denn diese Spieler haben die Herausforderung angenommen und Spiel für Spiel gezeigt, dass die Entscheidung des Trainers mehr als gerechtfertigt war.

Sie waren sogar der Schlüssel zu den guten Leistungen im Jahr 2021, in dem Spanien das Halbfinale der UEFA EURO und das Finale der UEFA Nations League erreichen konnte und sich für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ qualifizierte, die in nur elf Monaten die nächste große Herausforderung für das Team sein wird.

"Spanien setzt nicht einfach nur so auf die jungen Spieler. Diese Akteure spielen in Europas Top-Wettbewerben auf höchstem Niveau. Sie verdienen sich diese Chancen aufgrund ihrer Leistungen, und wenn sie dann beim Nationalteam sind, überzeugen sie auch dort mit guten Leistungen, so dass sie erneut nominiert werden", erklärt Yéremy Pino, einer dieser vielversprechenden jungen Spieler, die das Vertrauen von Luis Enrique mit guten Spielen zurückgezahlt haben, exklusiv gegenüber FIFA.com.

Redlich verdientes Vertrauen

Der im Oktober 19 Jahre alt gewordene Kanarier, der in seinen jungen Jahren bereits ein Schlüsselspieler beim FC Villarreal ist, ist eines der besten Beispiele für die angesprochene Persönlichkeit des Trainers. Nachdem er bei seinem Klub überzeugen konnte, gab er im März sein Debüt in der U-21-Nationalmannschaft und schaffte im Oktober den Sprung in die A-Mannschaft, ohne dabei viel Zeit zum Eingewöhnen zu haben: Er debütierte für La Roja nicht etwa in einem belanglosen Freundschaftsspiel, sondern im Halbfinale der UEFA Nations League gegen Italien. Dies war wieder eine Art Grundsatzentscheidung von Luis Enrique.

Der asturische Trainer übernahm die Nationalmannschaft nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ und zeitgleich mit dem Rücktritt von Spielern wie Piqué, Iniesta und Silva, die wichtige Grundpfeiler von Spaniens Erfolgen zwischen 2008 und 2012 waren, als das Team eine Weltmeisterschaft und zwei Europameisterschaften in Folge gewinnen konnte. Luis Enrique trat sein Amt mit einer klaren Vorstellung an: Das Durchschnittsalter der Nationalmannschaft musste gesenkt werden.

In Russland betrug dies 28 Jahre und er senkte es in seiner Amtszeit kontinuierlich weiter, wobei er sich in seinen Entscheidungen bestätigt sah. Ohne auf die üblichen Stammspieler wie Sergio Busquets, Koke und Jordi Alba zu verzichten, baute er Spieler wie Pedri und Ferran Torres ein, die mit ihren gerade einmal 19 beziehungsweise 21 Jahren im Jahr 2021 bereits große Verantwortung übernommen haben. Sie waren allerdings nicht die einzigen jungen Spieler im Team. Gavi (17) debütierte in der Startformation und mit einer überraschenden Reife für sein Alter, während Yeremy von Natur aus mit seinem Selbstvertrauen zu überzeugen weiß.

Das Selbstvertrauen als Schlüssel zum Erfolg

"Luis Enrique bestärkte mich, das zu spielen, was ich kann, mit Selbstvertrauen herauszugehen, mich nicht einschüchtern zu lassen und alles zu geben", bestätigt der Spieler vom FC Villarreal über sein Debüt in der UEFA Nations League. Der Kanarier ist sich darüber im Klaren, was Luis Enrique von ihm und dieser neuen Generation erwartet: "Er will von uns ein Selbstbewusstsein sehen, das in Eins-gegen-Eins-Situationen den Ausschlag geben kann und fordert einen starken Charakter für solche Momente wie Endspiele oder wichtige Partien. Nach und nach gewinnen wir an Erfahrung und das ist das Wichtigste", erzählt er uns. Unter all den jungen Talenten ragt jedoch ein Spieler heraus, nämlich Ansu Fati. Obwohl das Jahr 2021 für den 18-Jährigen aus Barcelona kein denkwürdig gutes Jahr war, wird er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ sicher einer der Schlüsselspieler Spaniens sein. "Es gibt junge Spieler, die bereits heute herausragend sind. Ansu Fati, Ferran, Pedri... Das sind Spieler, die in ihren Teams bereits unumstrittene Stammspieler sind und ihr Können mehr als bewiesen haben", sagt Yeremy, der mit Villarreal 2021 die UEFA Europa League gewann.

Junge Aushängeschilder einer neuen Generation

Zu den drei von Yéremy genannten Spielern gehört auch Ferran Torres, der sich 2021 unter Luis Enrique bereits einen Namen als Torjäger gemacht hat und mit seinen gerade einmal 21 Jahren bereits ein Aushängeschild für die neue Generation darstellt. Zu dieser neuen Generation gehören auch Eric García und Brian Gil (20) oder eine Gruppe von bereits etablierten Nationalspielern, die in diesem Jahr 24 Jahre alt geworden sind, wie Unai Simón, Mikel Oyarzabal, Carlos Soler und Pau Torres sowie der ein Jahr jüngere Dani Olmo.

"Von ihnen lernt man, sich nicht einschüchtern zu lassen. Sie sind nur 18 oder 20 Jahre alt, also eigentlich noch recht jung und unerfahren, aber sie treten gegen Spitzenspieler mit einer Selbstverständlichkeit an, als wären sie einer von ihnen und würden schon seit zehn Jahren zur Weltspitze gehören. Das macht mir Mut und zeigt mir, dass ich es auch schaffen kann. Am Ende geht man dann mit mehr Selbstvertrauen in die Spiele", betont Yéremy die Bedeutung von den Mitspielern, zu denen man aufschauen kann, sobald man im Trainingslager ankommt.

Denn das große Ziel ist für alle dasselbe: Diesem Vertrauen auch 2022 gerecht zu werden und im November, wenn die Weltmeisterschaft in Katar angepfiffen wird, dem Ganzen das Sahnehäubchen aufsetzen zu können. "Es wäre unglaublich, dort spielen zu können... Ich erinnere mich an das Jahr 2010, als ich als kleiner Junge im Alter von sieben Jahren die WM verfolgte. Als wir den Titel gewannen, habe ich geweint... Iniestas Tor war so unglaublich für das ganze Land und dieses Gefühl bei einer WM zu spüren und ein solch großes Turnier für Spanien gewinnen zu können, wäre fantastisch", betont Yéremy mit Worten, die aus dem Munde eines jeden der jungen Spieler stammen könnten.

Denn das ist das große Ziel dieser ganzen Generation: Sie wissen, dass sie das Vertrauen des Trainers genießen und dass sie, wenn sie sich in ihren Vereinen auszeichnen, in der Nationalmannschaft spielen werden, und diese Aufgabe mit Bravour lösen werden. Die Persönlichkeit von Luis Enrique ist dabei wie eine Garantie für sie.

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Die Zahlen sprechen für sich

2012 – In diesem Jahr gewann Spanien seinen bislang letzten Titel. Es war zugleich das letzte Mal, dass die Iberer über das Viertelfinale einer WM oder EM hinauskamen, bevor sie bei der UEFA EURO in diesen Sommer wieder das Halbfinale erreichten.

28 – So viele Spieler haben bislang unter Trainer Luis Enrique ihr Debüt für Spanien gegeben. Darunter befinden sich Akteure wie Ferran Torres, Ansu Fati, Pedri, Unai Simón, Yeremy, Carlos Soler, Brian Gil und Gavi, die alle in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle in der Nationalmannschaft einnehmen werden.

25,2 – Dies war das Durchschnittsalter des spanischen Kaders für die UEFA Nations League 2021 und damit fast 3 Jahre jünger als bei der WM 2018 in Russland.

17 Jahre und 62 Tage war Gavi alt, als er sein Debüt für Spanien gab und somit der jüngste Debütant der Geschichte der Nationalmannschaft wurde. Ansu Fati gab sein Debüt mit 17 Jahren und 308 Tagen.

12 – So viele Tore hat Ferran Torres in nur 22 Spielen für Spanien erzielt – sechs davon in den letzten neun Partien. Im Jahr 2021 hat er sich als der Torjäger bewährt, den La Roja so dringend braucht.