Wendell Lira: "Das ist wie ein Traum"

Bis vor einigen Monaten war Wendell Lira selbst in seinem Heimatland noch ein unbekannter Fussballer, der auf der Suche nach einem Verein war. Er schaute sich die Spiele von Lionel Messi und dem FC Barcelona gern im Fernsehen an und war noch nie in Europa gewesen.

Im Januar 2016 lernte der 27-jährige Brasilianer nun nicht nur den "Alten Kontinent" kennen, sondern machte seinen Namen zudem noch in der gesamten Fussballwelt bekannt. Millionen von Fans aus der ganzen Welt verfolgten die Gala FIFA Ballon d'Or in Zürich, bei der er zu den Anwärtern auf den Puskás-Preis für das schönste Tor des Jahres zählte. Dort setzte er sich mit seinem Treffer nun ausgerechnet gegen sein großes Idol durch.

"Ehrlich gesagt kommt mir das vor wie ein Traum. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese vielen Stars je kennenlernen würde, und schon gar nicht, dass ich gegen sie um eine Auszeichnung kämpfen würde! Gegen Messi! Und dass mein Tor sich dann in der Abstimmung auch noch gegen seins durchsetzt, ist unfassbar", erklärt Lira erstaunt, noch immer mit der Trophäe in der Hand.

Lira erhielt 46,7 Prozent der über 1,6 Millionen Stimmen, die seit Bekanntgabe der zehn Finalisten im November abgegeben wurden. Damit setzte er sich gegen ein Tor des Italieners Alessandro Florenzi gegen den FC Barcelona durch (7,1 Prozent der Gesamtstimmen) sowie gegen den eingangs erwähnten Messi-Treffer gegen Athletic Bilbao (33,3 Prozent). Selbst der argentinische Star, der bei der Gala mit dem FIFA Ballon d'Or 2015 ausgezeichnet wurde, war mit dem Ergebnis einverstanden. "Das war wirklich ein Traumtor, er hat es verdient. Der Preis ist in guten Händen", so Messi.

"Als ich dieses Tor erzielte – in einem regionalen Turnier in Goiás, bei einer Partie mit 297 Zuschauern – hätte ich nie gedacht, dass es mein Leben derartig verändern würde", meint Lira noch immer tief bewegt. Er bezieht sich auf den wunderschönen Scherenschlag aus der Drehung, mit dem er eines der Tore erzielte, die seinem damaligen Klub Goianesia am 11. März 2015 in der Partie gegen Atlético Goianiense zum Sieg verhalfen.

Kurze Zeit später war Lira vereinslos und blieb dies auch, bis sein Tor unter den zehn für den Puskás-Preis nominierten Treffern landete. Einen Tag nachdem die Liste veröffentlicht worden war erhielt der Brasilianer aufgrund des großen Echos in den Medien ein Angebot von Vila Nova, dem Klub, bei dem er heute unter Vertrag steht. Ein wahres Fussballmärchen, das diesen Montag in Zürich ein glückliches Ende fand, als Lira die Stars des gesamten Weltfussballs kennenlernte und umgekehrt. "Ich kann es immer noch nicht glauben. Es ist, als sei das alles vorbestimmt gewesen."