Villaluz: "Der glücklichste Augenblick meiner Karriere"

2. Okt. 2020
  • 15 Jahre sind seit dem ersten U-17-Titel Mexikos vergangen

  • César Villaluz spielte damals eine entscheidende Rolle

  • "Türen für andere Nachwuchsspieler geöffnet"

15 Jahre sind seit diesem Erfolg schon vergangen, doch den mexikanischen Fans wird er immer in Erinnerung bleiben. Am 2. Oktober 2005 durfte die mexikanische Auswahl den Titelgewinn bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005 feiern, doch der Weg zum Ruhm begann bereits am 16. September desselben Jahres, als Mexiko sich im Auftaktspiel des Wettbewerbs gegen Uruguay durchsetzte.

"Das war der glücklichste Augenblick meiner Karriere", erklärt César Villaluz in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Ich erinnere mich noch daran, als sei es gestern gewesen. Das wird für uns immer ein sehr wichtiger Erfolg bleiben, und es ist sehr schön, dass auch die Fans noch immer gern daran zurückdenken, obwohl schon einige Jahre vergangen sind."

Die Schützlinge von Jesús Ramírez steigerten sich während des Turniers von Spiel zu Spiel. Am Ende der Gruppenphase rangierten sie in Gruppe B hinter der Türkei auf dem zweiten Platz. Doch in der K.-o.-Runde drehten sie dann richtig auf. Sie kassierten nur einen einzigen Gegentreffer, und zwar im Viertelfinale gegen Costa Rica. Danach sicherte sich das Team nach Kantersiegen gegen die Niederlande im Halbfinale (4:0) und Brasilien im Finale (3:0) die Goldmedaille.

Dieser Weltmeistertitel war die Bestätigung dafür, dass im mexikanischen Fussball gute Nachwuchsarbeit geleistet wurde. Er bereitete den Weg für einen weiteren Titel im Jahr 2011 und zwei zweite Plätze bei den Auflagen von 2013 und 2019. César Villaluz leistete einen großen Beitrag im Offensivbereich, und zwar mit eigenen Toren, aber auch als Vorbereiter für Teamkameraden.

"Die Vorbereitung auf die WM war sehr wichtig, um diesen Erfolg zu erreichen. Es wurde viel Wert auf den mentalen Aspekt gelegt, aber auch gute Arbeit auf physischer Ebene geleistet. Es war das erste Langzeitprojekt mit einer unserer Jugendmannschaften, und es verhalf uns zu einer einheitlicheren Spielweise. Außerdem haben wir uns auf dem Platz besser kennengelernt."

Mexiko bei der U-17-WM 2005

  • Zweiter Platz in Gruppe B mit sechs Punkten (Siege gegen Uruguay und Australien, Niederlage gegen die Türkei)

  • 16 Tore und 3 Gegentore

  • Giovani dos Santos mit dem Silbernen Ball von adidas ausgezeichnet

  • Carlos Vela gewann mit fünf Treffern den Goldenen Schuh von adidas

Großer Karriereschub

César Villaluz gehörte gemeinsam mit Giovani Dos Santos und Carlos Vela zu den mexikanischen Spielern, die bei dieser U-17-WM mit Bestleistungen beeindruckten. Er erzielte drei Treffer. Sein großartiger Auftritt war ein großer Karriereschub.

"Es hat mir geholfen, nach Mexiko zurückzukehren und in die erste Mannschaft meines Klubs vorzustoßen. Ich habe mein Profidebüt mit 17 Jahren bei Cruz Azul gegeben, obwohl Nachwuchsspieler in der Regel erst im Alter von 23 oder 24 Jahren ihr Erstligadebüt gaben. Damit haben wir einen Beitrag dazu geleistet, viele Prozesse zu beschleunigen. Heute gibt es bereits 17- oder 18-jährige Spieler, die ihr Debüt geben und sich etablieren. Auch für Wechsel ins Ausland wurde der Weg geebnet, und Mexiko exportiert jetzt junge Talente nach Europa."

Als er für einen der populärsten Klubs Mexikos aktiv war, wurde dort sehr attraktiver Fussball gespielt. Leider spiegelte sich dies nicht in Titeln wider.

"Wenn ich [im Nachhinein] etwas in meiner Karriere verändern könnte, dann würde ich die zweiten Plätze in Titel umtauschen wollen. Wenn das geklappt hätte, dann wäre ich jetzt aufgrund der Titel ein Idol von Cruz Azul und könnte mich rühmen, die seit 1997 andauernde Titelflaute beendet zu haben. Das hätte meiner Geschichte einen ganz anderen Verlauf gegeben."

Mittlerweile ist Villaluz 32 Jahre alt. Seine Karriere hatte Höhen und Tiefen, an die er sich noch gut erinnert. "Ich hatte mir einen Wadenbeinbruch zugezogen, und [nach so einer Verletzung] fühlst du genau das Gegenteil von dem, was wir gerade besprochen haben. Du denkst sofort darüber nach, ob du weiterspielen kannst oder ob deine Karriere damit beendet ist ... An einem Tag spielst du Fussball und am nächsten findest du dich plötzlich in einem Krankenhausbett wieder. Dann wird dir bewusst, dass es mit dem Fussball vorbei sein könnte. Dadurch lernst du das, was du hast, nämlich den Fussball, wieder wirklich zu schätzen."

Villaluz möchte seine Erfahrungen gern in Form von nützlichen Ratschlägen an kommende Generationen weitergeben: "Wer einen Traum hat und schon immer davon geträumt hat, Profi zu werden, der sollte jeden Tag dafür kämpfen. Niemand außer uns selbst kann uns Grenzen setzen. Allerdings muss man wirklich hart arbeiten, um sich den Traum zu erfüllen."

Wir fragen nach seinen Zukunftsplänen. "Angesichts der Pandemie habe sich beschlossen, aus dem guatemaltekischen Fussball nach Mexiko zurückzukehren. Wir hatten dort gerade ein Finale verloren. Das sind schwierige Entscheidungen, aber hoffen wir einmal, dass alles gut ausgeht. Im Augenblick hoffe ich, noch einige Jahre spielen zu können. Langsam nähert sich das kritische Alter. Dann werde ich darüber nachdenken müssen, was ich nach meiner aktiven Karriere tun möchte und mich auf einen Posten als Trainer oder Manager vorbereiten", meint er abschließend.