Tuchel, 50 Sponsoren und Katzenjammer der Füchse

Thomas Tuchel wird zum Wiederholungstäter, ein argentinischer Klub hat mehr als vier Dutzend Sponsoren und ein italienisches Team siegt trotz enormer Unterzahlsituation. Dies alles und noch mehr lesen Sie diese Woche im Statistik-Rückblick von FIFA.com.

559

Tage nach seinem Amtsantritt als Trainer von Borussia Dormund hat Thomas Tuchel erstmals für zwei Spiele in Folge die gleiche Startformation benannt. Der BVB siegte am Samstag mit 1:0 gegen den Tabellenzweiten Leipzig. Dabei blieben die Dortmunder erstmals seit zehn Spielen wieder ohne Gegentor und bejubelten zugleich das 30. ungeschlagene Bundesliga-Heimspiel in Folge. Das letzte derart heimstarke Team war Bayern München 2003, damals mit Akteuren wie Oliver Kahn, Bixente Lizarazu, Michael Ballack, Claudio Pizarro und Giovane Elber. Tuchel schickte daraufhin die gleichen elf Spieler wie gegen Leipzig auch für das DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin aufs Feld. Nachdem insgesamt vier Spieler die Kapitänsbinde getragen hatten, setzten sich die Dortmunder im Elfmeterschießen durch, das sie in diesem Wettbewerb noch nie verloren haben. Es war bereits die 14. Entscheidung im Elfmeterschießen im laufenden DFB-Pokalwettbewerb, obgleich erst drei Runden gespielt sind.

50

Sponsoren hat der argentinische Klub Centenario de Neuquen auf seinem aktuellen Trikot versammelt! Auf dem vorherigen Trikot hatte der Fünftligist (aus dem Torneo Argentino C) bereits Logos von 32 Sponsoren. Nun will man einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde anstreben. Darin sind im Bereich Fussball bereits solche Rekorde verzeichnet wie der weiteste Einwurf (51,33 Meter von Thomas Gronnemark), das teuerste je versteigerte Fussballtrikot (157.750 britische Pfund für das Trikot, das Pelé 1970 in Mexiko im WM-Finale trug) und der längste Torschrei (43,56 Sekunden des Borussia-Dortmund-Fans Christian Kinner). Die meisten Sponsoren von Centenario de Neuquen sind ortsansässige Unternehmen und Geschäfte, doch nicht alle zahlen in bar. So stellt beispielsweise einer der Sponsoren ein Quad zur Verfügung, mit dem Mitarbeiter des Klubs durch die Stadt fahren und Lose für Gewinnspiele verkaufen!

31

Jahre waren vergangen, seitdem letztmals ein englischer Erstligist in den ersten fünf Spielen eines Kalenderjahres kein einziges Tor erzielte. Nun hat mit Leicester City ausgerechnet der Sensationsmeister der Vorsaison diesen traurigen Rekord eingestellt. 1986 war Tottenham Hotspur mit Akteuren wie Glenn Hoddle, Ossie Ardiles, Chris Waddle und Clive Allen in den ersten fünf Spielen gegen Arsenal, Nottingham Forest, Manchester City, Everton und Coventry City kein Treffer gelungen. Nun konnten Riyad Mahrez, Jamie Vardy und Co. den Ball weder gegen Middlesbrough noch gegen Chelsea, Southampton, Burnley oder Manchester United in die Maschen befördern. Nur 88 Sekunden nachdem Henrikh Mkhitaryan die Red Devils im King Power Stadium in Führung gebracht hatte, wurde Zlatan Ibrahimovic im Alter von 35 Jahren und 125 Tagen mit seinem Treffer zum 2:0 zum ältesten Torjäger mit 15 Saisontreffern in der Geschichte der Premier League. Leicester verlor sein 2.000 Spiel in der höchsten Liga mit 0:3 und hat nach 24 Spieltagen erst 21 Punkte auf dem Konto. Das ist die schlechteste Zwischenbilanz, die je ein Titelverteidiger zu diesem Zeitpunkt vorweisen konnte (Ipswich Town hätte in der Saison 24 Punkte gehabt, wenn es damals bereits drei Punkte für einen Sieg gegeben hätte). Die Red Devils ihrerseits sind seit nunmehr 15 Premier-League-Spielen in Folge ungeschlagen. Das ist die derzeit längste Erfolgsserie in den fünf großen Ligen Europas.

13

Jahre waren seit dem letzten Finale mit mehr als einem Tor beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal vergangen. Nun sorgten Kamerun und Ägypten dafür, dass es wieder mehr als einen Treffer gab. In den sechs Endspielen seit Tunesiens 2:1-Sieg gegen Marokko bei der Turnierauflage 2004 waren insgesamt lediglich drei Tore gefallen. Dieses Mal brachte Mohamed Elneny die Ägypter zunächst in Führung, doch dann sorgten Nicolas Nkoulou und Vincent Aboubakar für einen 2:1-Sieg der Unzähmbaren Löwen. Damit drehte Kamerun als erstes Team seit 1994 wieder ein Finale der Afrikameisterschaft. Damals hatte der Nigerianer Emmanuel Amunike mit zwei Toren gegen Sambia das Blatt zugunsten seines Teams gewendet. Mit dem Titelgewinn setzte sich Kamerun in der ewigen Wertung des Turniers vor Ghana und liegt nun mit nur noch zwei Titeln weniger als Rekord-Afrikameister Ägypten auf Platz zwei.

8,5

gegen 11: So bezifferte Trainer Vincenzo Montella die Unterzahlsituation der AC Mailand, die am Mittwoch dennoch den entscheidenden Treffer gegen Bologna schaffte. Gabriel Paletta und Juraj Kucka hatten in der 36. bzw. 59. Minute einen Platzverweis kassiert. Insgesamt gab es somit in dieser Saison bereits sieben Rote Karten gegen die Rossoneri (und 31 in den letzten dreieinhalb Saisons). Da Montella sein Wechselkontingent bereits erschöpft hatte, weigerte sich der 27-jährige Mittelfeldspieler Andrea Poli dann nach einer Knieverletzung, den Platz zu verlassen und hielt tapfer durch. Vieles deutete somit darauf hin, dass die Mailänder erstmals in ihrer 117-jährigen Vereinsgeschichte wettbewerbsübergreifend fünf Spiele in Folge verlieren würden. Doch obgleich sie kaum einmal in der gegnerischen Hälfte an den Ball kamen, gelang ihnen in letzter Minute der Siegtreffer, als Gerard Deulofeu nach einer hervorragenden Vorarbeit auf Mario Pasalic spielte, der die Kugel nur noch einzuschieben brauchte. Mailand ist seit März 2002 im Stadio Renato Dall'Ara ungeschlagen. Damals hatten Salvatore Fresi und Julio Cruz für einen 2:0-Sieg Bolognas gesorgt.

In Kürze 20 Jahre lang hat Colo Colo kein einziges Qualifikationsspiel in der Copa Libertadores gewonnen. In dieser Woche schieden die Chilenen gegen Botafogo aus und scheiterten damit auch im siebten Anlauf in Folge.

8 Minuten – so lange dauert es seit Anfang 2017 im Durchschnitt, bis Justin Kluivert, das Wunderkind von Ajax Amsterdam, ein Dribbling beginnt, und damit länger als bei allen anderen Spielern in der Eredivisie. Aber wahrscheinlich ist es ganz normal, dass 17-Jährige noch ein bisschen schüchtern sind...