Ronaldo-Bewunderer Wei will mit China zur WM 2022 nach Katar

30. Aug. 2021
  • Wei Shihao blühte unter Trainer Fabio Cannavaro bei Guangzhou auf

  • Der formstarke Stürmer verpasste die Qualifikationsspiele im Juli wegen einer Verletzung

  • Er ist fest entschlossen, in der bevorstehenden dritten Runde wieder in Bestform zu glänzen

Nach seinem verletzungsbedingten Fehlen in der zweiten Runde der asiatischen WM-Qualifikation im Juni geht Stürmer Wei Shihao mit dem festen Willen in das WM-Qualifikationsspiel für Katar 2022 gegen Australien am Donnerstag, wieder mit starken Leistungen zu glänzen. Vor drei Monaten wurde der Stürmer aus Guangzhou in die neu formierte Mannschaft von Li Tie berufen, die als einer der besten Gruppenzweiten unbedingt den Sprung aus der Gruppe A schaffen wollte. Nachdem er in den letzten beiden Spielzeiten in der chinesischen Super League beeindruckt hatte, galt Wei als der Mann, der die Torjägerrolle im Team Dragon übernehmen sollte. Dann allerdings machte eine Oberschenkelverletzung während des Trainings vor dem ersten Spiel die Hoffnungen des aufstrebenden Stars zunichte. "Es war natürlich eine große Enttäuschung, dass ich diese Schlüsselspiele verpasst habe", sagte der 26-Jährige gegenüber FIFA.com. "Ich bin ein Spieler, der im Training stets alles gibt. Das führt allerdings auch zu einem höheren Verletzungsrisiko. Vor zwei Jahren hatte ich bereits unsere Teilnahme am AFC Asien-Pokal 2019 verletzungsbedingt verpasst. Danach habe ich mir stets Gedanken darüber gemacht, wie ich unnötige Verletzungen vermeiden kann. Ich bin ziemlich schmal gebaut. Trainer Li Tie hat mir daher zusätzliches Krafttraining verordnet, damit ich mehr Muskulatur aufbaue. Ich habe gelernt, dass man als professioneller Spieler sehr auf seine Gesundheit achten und sich vor Verletzungen schützen muss, um gute Leistungen zu bringen."

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Der chinesische CR7

Wei wurde beim FC Shandong Luneng ausgebildet und schloss sich für die Saison 2013 Boavista in Portugal an - die perfekte Umgebung für den glühenden Cristiano-Ronaldo-Fan.

"Ich habe schon als kleiner Junge mit dem Fussballspielen angefangen und mein Vater ist ein großer Fussballfan. Während wir die UEFA EURO 2004 sahen, wurden wir beide Ronaldo-Fans. Ich begann, alle seine Spiele zu sehen. Ich habe mir alle Videos von seinen Spielen angesehen, die ich finden konnte." Es dauerte nicht lange, bis er auf der internationalen Bühne zeigte, welches Potenzial in ihm steckt. Wei glänzte bei der AFC U-19-Meisterschaft 2014 mit einem Doppelpack beim 2:1-Sieg im Gruppenspiel gegen Japan, darunter ein wunderschön getretener Freistoß. Bei diesem Turnier verdiente er sich den Spitznamen "Chinesischer CR7".

Aufblühen unter Cannavaro

2017 kehrte Wei in seine Heimat zurück und schloss sich Shanghai SIPG an, bevor er im Jahr darauf zu Guoan Peking wechselte. Seine Torjäger-Qualitäten fielen auch Guangzhou-Trainer Fabio Cannavaro auf, der ihn 2019 verpflichtete. Unter dem legendären Italiener nahm Weis Karriere richtig Fahrt auf. Wei erwischte einen glänzenden Start bei Guangzhou und erzielte in seiner ersten Saison elf Tore, mit denen er maßgeblich zum Gewinn des achten Meistertitels seines Teams beitrug. Auch in der folgenden Saison glänzte er mit starken Leistungen und obwohl er aufgrund einer erneuten Verletzung nur begrenzte Einsatzchancen hatte, gelang es ihm, in nur zehn Spielen acht Tore zu erzielen. Nachdem er die Qualifikationsspiele im Juni verpasst hatte, musste Wei über einen Monat lang seine Verletzung auskurieren. Nach seiner Rückkehr im Juli fand er jedoch schnell wieder zu seiner gewohnten Form zurück und traf fünf Mal. "Ich habe bei Guangzhou mehr Tore erzielt, weil Trainer Cannavaro viel Vertrauen in mich gesetzt und mir viele Chancen gegeben hat", so Wei über seine Fortschritte. "Außerdem haben wir erstklassige Teamkollegen, die mich sehr unterstützt haben. In den letzten Saisons zog vor allem Paulinho oft viele Gegenspieler auf sich, so dass sich mir viele Torchancen boten. Auch Kapitän Zheng Zhi hat mir mit seinen präzisen Pässen sehr viel geholfen." Mit seiner Schnelligkeit und seinem technischen Können ist Wei ein Spieler, der keinen Gegner scheut und in der Lage ist, waghalsige Aktionen zu starten. Seine selbstbewusste Spielweise bedeutet für Trainer Li zusätzliche Optionen im Spiel gegen Australien und fünf Tage später gegen Japan, wenn es darum geht, einen guten Start in diese Runde der WM-Qualifikation zu erwischen. "Ich bin normalerweise mental stark, aber in der Vergangenheit war ich oftmals zu leichtsinnig. Ich werde versuchen, das zu korrigieren und keine unnötigen Gelben oder Roten Karten zu bekommen. Ich denke, unsere Gruppe ist nicht schlecht. Sowohl Australien als auch Japan sind stark, aber wir werden durchaus unsere Chancen haben, wenn wir gut spielen. Wir machen unsere Arbeit gut, spielen auf unserem Niveau und die Chancen werden sich von selbst ergeben. Es ist der Traum eines jeden Fussballers, bei der Weltmeisterschaft zu spielen, und wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben, um diesen Traum wahr zu machen."