Optimismus in Papua-Neuguinea

Es sind besondere Zeiten für den Fussball in Papua-Neuguinea. Das Land wird in wenigen Monaten bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft die besten weiblichen Nachwuchsfussballerinnen begrüßen. Noch davor ist Papua-Neuguinea erstmals Gastgeber des OFC Nationen-Pokals, der für die acht teilnehmenden Teams gleichzeitig als WM-Qualifikation fungiert.

Kürzlich stattete sogar David Beckham der melanesischen Inselnation einen Besuch ab. 2016 dürfte also für Papua-Neuguinea ein sehr ereignisreiches Fussballjahr werden. Die Stimmung in der lokalen Fussballgemeinde ist indessen sehr zuversichtlich.

Papua-Neuguinea hofft, diesen Optimismus in den bevorstehenden Playoff-Spielen gegen Neuseeland um ein Ticket für das Olympische Fussballturnier der Frauen bei den Spielen von Rio de Janeiro 2016 erfolgreich nutzen zu können.

Herausforderer werden stärker Im vergangenen Jahrzehnt hatte Papua-Neuguinea stets alle pazifischen Konkurrenten hinter sich gelassen und sich als größter Konkurrent Neuseelands im Kampf um kontinentale Erfolge etabliert. Die Football Ferns waren als stärkste Nation der OFC für das Playoff gesetzt, dessen Hinspiel am Samstag in Papua-Neuguinea stattfindet. Drei Tage später steigt dann in Auckland das Rückspiel.

Papua-Neuguinea hatte sich die Teilnahme durch den Titelgewinn bei den Pazifik-Spielen im vergangenen Jahr im eigenen Land gesichert. Es war bereits der vierte Titelgewinn bei dieser Veranstaltung in Folge, doch dieses Mal mussten die Spielerinnen sich mächtig ins Zeug legen und besiegten Neukaledonien im Finale nur knapp mit einem Tor Vorsprung.

Die beiden Teams sind schon zwei Mal in dieser Phase aufeinander getroffen. Beide Male siegte Neuseeland, allerdings auf denkbar unterschiedliche Weise. Vor acht Jahren gab es einen relativ knappen 2:0-Erfolg in Port Moresby. 2012 hingegen setzten sich die Football Ferns gegen einen unzulänglich vorbereiteten Gegner mit dem Gesamtresultat von 15:0 durch.

Bei ihrem jüngsten Besuch in Papua-Neuguinea mussten sich die Neuseeländerinnen wieder sehr viel stärker anstrengen: Das WM-Qualifikationsspiel verlief lange Zeit sehr ausgeglichen. Erst in der Schlussphase der zweiten Halbzeit holten die Neuseeländerinnen dann doch noch einen 3:0-Sieg heraus.

Nachdem es in Ozeanien in den vergangenen Jahren immer wieder Überraschungen gab, werden die Neuseeländerinnen besonders auf der Hut sein. Tahiti läutete den Trend mit der erfolgreichen Qualifikation für den FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 ein. Fidschi hat sich bereits das einzige Ticket für das Olympische Fussballturnier der Männer in Rio de Janeiro gesichert. Außerdem beeindruckte Fidschi auch bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.

Nicht eben leichter wird die Aufgabe für die Neuseeländerinnen durch die kurze Akklimatisierung. Nach einer langen Anreise mit drei Flugetappen trafen die Spielerinnen erst 36 Stunden vor Anpfiff in der drückenden Sommerhitze der melanesischen Inselnation ein.

Kiwismit kontinuierlicher Entwicklung Trotz der schweren Bedingungen will der neuseeländische Trainer Tony Readings die kontinuierliche Entwicklung seines Teams fortsetzen. "In den Partien gegen Brasilien haben wir besonderen Wert darauf gelegt, bei eigenem Ballbesitz auch zu Torchancen zu kommen", so Readings mit Blick auf die zwei kürzlich absolvierten Freundschaftsspiele gegen die Südamerikanerinnen, bei denen es einen Sieg und eine Niederlage gab.

"Diesen Weg werden wir fortsetzen und auch andere Aspekte unserer Spielweise noch weiter optimieren. So wird die Mannschaft noch vielseitiger. Natürlich ist das wichtigste Ziel die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Darauf werden wir uns konzentrieren. Und wir wollen nicht nur unsere eigene Leistung verbessern, sondern auch Chancen des Gegners so weit wie möglich unterbinden."

Trainer Gary Phillips hat Papua-Neuguinea nach dem Titelgewinn bei den Pazifik-Spiele verlassen. Seine Nachfolgerin wurde die U.S.-Amerikanerin Lisa Cole, die zudem auch die U-20-Auswahl übernahm.

Die ehemalige Cheftrainerin der Boston Breakers hat in den vergangenen Wochen ein Trainingslager in Lae, der zweitgrößten Stadt des Landes, abgehalten, wo am Samstag auch die Partie stattfindet. Eine ganze Reihe ihrer U-20-Akteurinnen konnten im Vorfeld der U-20-WM in einigen Monaten auch schon wertvolle Erfahrungen im A-Kader sammeln.

Doch nun geht es für Papua-Neuguinea zunächst einmal nur um das Ticket nach Rio, womit eine weitere Überraschung in Ozeanien perfekt wäre.