Gelingt Brasilien und Argentinien die vorzeitige Qualifikation?

  • Die Canarinha kann am Freitag das WM-Ticket buchen

  • Die Albiceleste braucht eine Kombination mehrerer Ergebnisse

  • Nur sechs Punkte trennen den Tabellendritten vom Neunten

Brasilien könnte sich am Freitag am ersten von zwei November-Spieltagen der Region als erstes Team Südamerikas für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ qualifizieren. Argentinien könnte das WM-Ticket ebenfalls vorzeitig buchen, ist jedoch von einer Kombination von Ergebnissen abhängig. FIFA.com fasst die wichtigsten Informationen zu einem weiteren entscheidenden Doppelspieltag für Sie zusammen. Besonders spannend wird es für die Teams auf den Plätzen drei bis neun, die lediglich sechs Punkte trennen.

TeamSpielePunkteTordifferenz
Brasilien1131+22
Argentinien1125+13
Ecuador1217+7
Kolumbien12160
Uruguay1216-3
Chile12130
Bolivien1212-8
Paraguay1212-8
Peru1211-9
Venezuela127-14

Spielplan

Donnerstag, 11. November Ecuador-Venezuela  Paraguay-Chile  Brasilien-Kolumbien Peru-Bolivien 

Freitag, 12. November Uruguay-Argentinien

Dienstag, 16. November Bolivien-Uruguay  Venezuela-Peru Kolumbien-Paraguay Argentinien-Brasilien Chile-Ecuador 

Die Tickets sind reserviert

Bei Brasilien ist die Situation klar. Wenn das Team am Donnerstag gegen Kolumbien gewinnt ist es qualifiziert. Wenn Brasilien remis spielt und Uruguay am Freitag im letzten Duell des 13. Spieltags gegen Argentinien unterliegt, ist die WM-Qualifikation ebenfalls perfekt. Die Canarinha kann sich das WM-Ticket außerdem mit zwei Siegen sichern, dazu müsste sie allerdings auch das Auswärtsspiel in Argentinien gewinnen, wo sie in den letzten beiden Spielen ungeschlagen geblieben ist (ein Remis und ein Sieg). Auch Argentinien hat die Chance, sich vorzeitig zu qualifizieren. Allerdings wird es für die Argentinier schwerer, denn sie müssten beide Duelle gewinnen – das Auswärtsspiel gegen Uruguay und das Heimspiel gegen Brasilien – und sind darüber hinaus noch von anderen Ergebnissen abhängig, um am Ende des Doppelspieltags mehr als zwölf Punkte Vorsprung vor dem Fünftplatzierten zu haben. Die Albiceste hat gegen den ersten Gegner, Uruguay, seit drei Spielen nicht mehr verloren. Zu Buche stehen zwei Siege und ein Remis, zu dem es in Montevideo kam.

Es geht um die Wurst

Ecuador steht schon seit zehn Spieltagen auf einem direkten Qualifikationsplatz und hat durchaus Chancen, sich dort zu halten. Das Team trifft zunächst auf Tabellenschlusslicht Venezuela, gegen das man im Rahmen der WM-Qualifikation zu Hause fünf von sechs Duellen gewinnen konnte. Im Falle eines weiteren Sieges könnten die Ecuadorianer gelassener nach Chile reisen, wo sie in zwölf Spielen bisher nur zwei Unentschieden erreicht haben. Kolumbien, das die letzten drei Partien mit einem torlosen Remis abgeschlossen hat, muss sich mächtig ins Zeug legen, um nicht abzurutschen. Zum einen steht für die Kolumbianer das schwere Auswärtsspiel in Brasilien an, wo sie in sieben Spielen nur zwei Unentschieden für sich verbuchen konnten. Zum anderen treffen sie im Anschluss zu Hause auf Paraguay, das nur eines seiner letzten fünf Auswärtsspiele auf kolumbianischem Boden verloren hat (ein Remis, drei Siege).

Die schlechten Ergebnisse im Oktober haben die historische Bilanz von Oscar Tabárez ins Wanken gebracht, doch er ist überzeugt davon, das Ruder wieder herumreißen und mit Uruguay weiter um ein Ticket für Katar kämpfen zu können. Die Celeste, bei der mehrere Spieler verletzungsbedingt ausfallen, tritt gegen zwei Schwergewichte an, nämlich zu Hause gegen Argentinien und in der Höhenlage von La Paz gegen Bolivien. Chile wird versuchen, gegen zwei direkte Rivalen an seine zuletzt guten Leistungen anzuknüpfen. Für die Chilenen steht ein Auswärtsspiel gegen Paraguay an, das bisher eher unbeständige Leistungen gebracht hat, gefolgt von einem Heimspiel gegen die beständigen Ecuadorianer. Die Roja kann auf zwei Siege in Folge zurückblicken – mit fünf Toren und keinem einzigen Gegentor. Damit ist für die Chilenen der Playoff-Platz seit dem vierten Spieltag zum ersten Mal wieder in Reichweite.

Die Stunde der Wahrheit

Bolivien ist in Fahrt gekommen und nun sind die Erwartungen hoch, denn das Team hat bei 18 noch zu vergebenden Punkten nur noch vier Zähler Rückstand auf den Playoff-Platz. Für das Team von der Hochebene dürfte ein gutes Ergebnis in Peru entscheidend sein, wo man bislang in neun Spielen zwei Unentschieden (2013 und 2001) und einen Sieg (1989) für sich verbuchen konnte. Im Anschluss hoffen die Bolivianer dann darauf, gegen Uruguay eine Negativserie von drei Niederlagen in Folge beenden zu können (darunter ein 0:2 in La Paz im Jahr 2015). Nach schlechten Ergebnissen ist Paraguay auf Platz acht zurückgefallen. Das ist die schlechteste Platzierung des Landes seit Beginn des Qualifikationsturniers. Außerdem haben diese Ergebnisse Nationaltrainer Eduardo Berizzo seinen Job gekostet. Sein Nachfolger ist ebenfalls Argentinier, nämlich Guillermo Barros Schelotto, der bei seinem Debüt gegen die wiedererstarkten Chilenen vor allem ein Ziel hat: Sein Team soll nach drei Partien ohne Torerfolg endlich wieder einen Treffer erzielen.

Peru empfängt die zuletzt wieder stark aufspielenden Bolivianer und tritt anschließend auswärts gegen wackelige Venezolaner an. Das Team hat bei sechs noch ausstehenden Spielen sechs Punkte Rückstand auf den Playoff-Platz. Für die Blanquirroja dürfte es entscheidend sein, die positive Heimbilanz weiter auszubauen (drei Spiele ohne Niederlage, davon zwei Siege und ein Remis) und die Negativserie bei Auswärtsspielen zu beenden (drei Niederlagen in Folge ohne ein einziges Tor). Venezuela hat derweil keinen Spielraum für Fehler mehr. Um sich noch eine geringe Chance auf die Qualifikation zu bewahren, müssen die Venezolaner in Ecuador gewinnen, wo ihnen bisher erst ein einziger Sieg gelungen ist (2007), und auch gegen Peru, gegen das man seit drei Spielen nicht mehr gewonnen hat. Außerdem müssen die restlichen Ergebnisse Venezuela in die Karten spielen, damit das Team für den Endspurt der Qualifikation noch Hoffnung haben darf.

Statistik

32 – So viele Jahre sind seit dem einzigen Sieg Boliviens in Peru im Rahmen der WM-Qualifikation vergangen. Am 10. September 1989 setzten sich die Bolivianer dank Toren von Tito Montaño und Erwin Sánchez mit 2:1 durch. Das war einer von insgesamt nur drei bolivianischen Auswärtssiegen in diesem Wettbewerb. Die anderen beiden gelangen gegen Venezuela, und zwar im März 1977 und im Juli 1993.

Hätten Sie's gewusst?

Der 48-jährige Argentinier Guillermo Barros Schelotto, der als Spieler mit den Boca Juniors zahlreiche Titel gewann, hat in Paraguay seinen ersten Posten als Nationaltrainer angetreten. Bisher hat er nur Klubs trainiert und mit Lanús (Copa Sudamericana 2013) und Boca (zwei argentinische Meisterschaften 2016/17 und 2017/18) Titel gewonnen. Zuletzt war er für Los Angeles Galaxy in der nordamerikanischen MLS tätig.