Alshehri: "Diese Erfahrung war nicht nur für mich bestimmt"

Abdulaziz Alshehri ging 2015 in die Geschichte ein, als es ihm als erstem Teilnehmer aus Asien gelang, den FIFA Interactive World Cup (FIWC) zu gewinnen. Der FIWC ist laut Gamer's Edition des Guinessbuchs der Rekorde seit 2010 offiziell das größte Videospielturnier der Welt. Der beste Spieler von EA SPORTS™ FIFA erhält USD 20.000 sowie eine Reise zur Gala FIFA Ballon d'Or.

Seit seinem Sieg beim Grand Final 2015 in München hat der Gamer aus Saudiarabien nun geduldig auf seine Reise in die Schweiz zum FIFA Ballon d'Or 2015 gewartet. Anfang der Woche war es dann schließlich soweit, als er drei unvergessliche Tage in Zürich verbringen durfte. FIFA.com unterhielt sich an seinem letzten Tag in Zürich mit Abdulaziz über das große Abenteuer mit unwirklich erscheinenden Begegnungen, VIP-Status und unvergleichlichen Augenblicken.

Vor Deiner Reise nach Zürich hast du sicher bereits all die Fotos und Videos gesehen und viele Geschichten vorheriger FIWC Champions gehört. Jetzt hast Du das Ganze selbst erlebt. Hat die Reise zum FIFA Ballon d'Or Deinen Erwartungen entsprochen? Es war ganz anders als alles, was ich im Fernsehen und auf YouTube gesehen hatte. Wenn man das wirklich miterlebt, ist es noch einmal etwas völlig anderes. Jetzt, da ich hier bin, kann ich nicht mehr sagen, welches nun eigentlich der schönste Augenblick meines Lebens ist: der Gewinn der Trophäe in München oder das Zusammentreffen mit den Stars bei dieser Veranstaltung.

Kommen wir mal auf den "Champion’s Ride" zu sprechen, bei dem Du in einer Stretchlimousine, die mit einer Playstation®4 und einem Flachbildfernseher ausgestattet war, mit Begleitung durch die ganze Stadt chauffiert wurdest. Hast Du damit gerechnet? Was für eine tolle Idee. Ich habe sogar Kaká, Carli Lloyd und Celia Šašić auf eine Fahrt mitgenommen und mit Ihnen das FIFA-Spiel gespielt. Ich habe jede einzelne Minute in dieser Limousine genossen. Dort habe ich mich wirklich wie ein Weltmeister gefühlt. ** **Wer hat Dich mit seinem FIFA-Können am meisten überrascht?Mit Kaká und Šašić habe ich in derselben Mannschaft gespielt. Das hat wirklich Spaß gemacht. Wir haben uns vorher unterhalten und beschlossen, gemeinsam statt gegeneinander zu spielen. Das war für mich eine schöne Abwechslung.

Du hast bereits kurz nach der Landung in Zürich Zeit mit Kaká verbracht. Wie war das? Ich gehöre zu Kakás zahlreichen Fans. Auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit war er der Beste. Als mir klar wurde, dass ich in der Limousine Zeit mit ihm verbringen würde, habe ich einen Freudenschrei ausgestoßen. Er ist wirklich ein cooler Typ. Ganz bescheiden. Er war auf dem Platz immer ein Gentleman, aber nachdem ich ihm nun persönlich begegnet bin, halte ich ihn für einen noch größeren Gentleman.

Gibt es für Dich bei allem, was Du gestern erlebt hast, ein besonders herausragendes Ereignis? Ja. Als ich mit Kaká in der Limousine saß, holte er plötzlich sein Smartphone heraus und machte ein Selfie mit mir. Das war eine echte Überraschung.

Im Finale 2015 in München hast Du mit der virtuellen Ausgabe von Cristiano Ronaldo einen Hattrick erzielt und den Weltmeistertitel gewonnen. Wenige Monate später bekommst Du im Züricher Kongresshaus vom echten Ronaldo die FIWC-Weltmeisterurkunde ausgehändigt. Kam Dir das nicht unwirklich vor?Er kam vor der Pressekonferenz für die Nominierten im Männerfussball hinter der Bühne auf mich zu. Er hat mir die Hand geschüttelt und dann haben wir uns eine Weile unterhalten. Er war so nett. Er war zufrieden, gelöst, hat gelächelt. Er hat gesagt, er sei stolz, mir die Urkunde überreichen zu dürfen, dann hat er mich noch kurz umarmt, bevor er ging. Das war mehr als unwirklich.

Spieler wie Paul Pogba haben mit Ihren ausgefallenen Anzügen auf dem Roten Teppich für viel Furore gesorgt. Aber Du konntest mit Deinem Outfit auch reichlich Aufmerksamkeit erregen. Was hat Dich bewogen, anlässlich der Zeremonie traditionelle saudische Kleidung zu tragen? Ich habe mich so gekleidet, um zu zeigen, dass dieses Erlebnis nicht nur für mich allein bestimmt war, sondern für den gesamten Nahen Osten und mein Heimatland Saudiarabien. Darauf bin ich stolz. Ich fand, dass ich als Repräsentant meines Landes und meiner Region hier war. Daher habe ich bei der Zeremonie traditionelle saudische Kleidung getragen.

Dein Bruder hat Dich hierher begleitet. Was hat es Dir bedeutet, diese Erfahrung mit ihm zu teilen?Er war von Anfang an bei mir. In Dubai, Madrid, München und beim Ballon d'Or, und natürlich wird er auch in New York wieder dabei sein. Als wir von der Zeremonie zurückkamen, gab es einen Moment, in dem uns plötzlich klar wurde, wie weit wir gemeinsam bereits gekommen waren.

Du hast auch eine Führung durch das FIFA World Football Museum bekommen, das nächsten Monat eröffnet wird. Hat Dir das Museum gefallen?Dort sind so viele seltene Erinnerungsstücke der Fussballgeschichte zu sehen. Ich habe es als großes Glück empfunden, dort sein zu können. Das war eine tolle Erfahrung.

Was war Dein Lieblingsgegenstand in der Sammlung des Museums?Tatsächlich war meine Trophäe dort ausgestellt! Es war eine Ehre zu sehen, dass die Trophäe des FIFA Interactive World Cup dort inmitten der größten Trophäen des Männer- und Frauenfussballs steht. Ehrlich gesagt finde ich meine FIWC-Trophäe besser als den Ballon d'Or.