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Federation Internationale de Football Association

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Gemeinsame Kampagne der FIFA, der Afrikanischen Union, der WHO und der CAF gegen häusliche Gewalt in Afrika

18. Aug. 2020

Die FIFA bekämpft gemeinsam mit der Afrikanischen Union, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der afrikanischen Fussballkonföderation (CAF) häusliche Gewalt und lanciert dazu unter dem Hashtag #SafeHome eine afrikaweite Kampagne.

Diese soll Frauen und Kinder helfen, die insbesondere aufgrund der COVID-19-bedingten Ausgangssperren vermehrt Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Mehrere afrikanische Fussballstars unterstützen die Kampagne mittels Videobotschaften über soziale und traditionelle Medien.

Die im Februar 2019 zwischen der Afrikanischen Union, der FIFA und der CAF abgeschlossene Grundsatzvereinbarung umfasst gemeinsame Kampagnen zu Themen in gegenseitigem Interesse, insbesondere zur Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann, sowie die Zusammenarbeit etwa bei Bildung mithilfe des Fussballs, Integrität im Sport und Sicherheit bei Fussballspielen.

"Ich freue mich, heute zusammen mit der Afrikanischen Union, der WHO und der CAF diese Kampagne gegen häusliche Gewalt zu lancieren. Dieses wichtige Anliegen ist durch den COVID-19-bedingten Lockdown und die damit verbundenen Ausgangssperren noch dringlicher geworden", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Wir müssen die immense Popularität des Fussballs in Afrika nutzen, um mit einer klaren Botschaft auf dieses gesellschaftliche Problem aufmerksam zu machen: Gewalt hat weder zu Hause noch im Fussball etwas zu suchen."

_Amira Elfadil, Kommissarin für soziale Angelegenheiten der Afrikanischen Union, _betonte: "Die Kommission der Afrikanischen Union setzt sich mit aller Kraft für den Schutz von Frauen und Mädchen ein. Gemeinsam mit der FIFA, der CAF, der WHO und weiterer Interessengruppen versuchen wir, Missbrauch und häusliche Gewalt zu verhindern. Mit gemeinsamen Programmen fördern wir neue Strukturen sowie den Zugang zu Diensten, die Normen und schädliche Praktiken als Ursprung geschlechtsbezogener Gewalt und Ungleichheit bekämpfen, das öffentliche Bewusstsein sowie die Gemeinschaft. Mithilfe der Popularität des Fussballs können wir das Bewusstsein für häusliche Gewalt schärfen, insbesondere während der durch die COVID-19-Pandemie bedingten Ausgangssperren."

"Gewalt gegen Frauen ist eine massive Gefahr für die Gesundheit von Frauen und Kindern", sagte auch WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Zudem ist sie ein schwerer Verstoss gegen die Menschenrechte und muss deshalb unterbunden werden. Die WHO ist stolz, zusammen mit der FIFA, der Afrikanischen Union und der CAF ganz Afrika für dieses wichtige Anliegen zu sensibilisieren. Wir kämpfen für eine Welt, in der Frauen vor Gewalt und Diskriminierung geschützt sind."

CAF-Präsident Ahmad Ahmad erklärte: "Ob zu Hause oder auf dem Fussballplatz – jede und jeder hat das Recht auf Respekt und Sicherheit. Häusliche, körperliche und seelische Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Kinder, darf nicht toleriert werden. Opfer von häuslicher Gewalt sollten sich nicht scheuen oder schämen, um Hilfe zu bitten. Wer Zeuge von Gewalt wird, muss einschreiten oder Hilfe holen. Alle, die schweigen, machen sich zu Mittätern. Jeder Mensch hat das Recht auf ein sicheres Zuhause."

Die #SafeHome-Kampagne, die heute überall in Afrika lanciert wurde, ist Teil einer globalen Aufklärungskampagne zu diesem wichtigen Anliegen. Abel Xavier, Emmanuel Amuneke, Sarah Essam, Khalilou Fadiga, Geremi, Rabah Madjer, Lúcia Moçambique, Asisat Oshoala und Clémentine Touré sind in Afrika die Gesichter der Videos mit wichtigen Botschaften. Die Kampagne läuft auf verschiedenen digitalen Kanälen der FIFA, der Afrikanischen Union und der WHO und wird von Multimediapaketen begleitet, die den FIFA-Mitgliedsverbänden und den Medien dabei helfen sollen, die Kampagne auf ihre Zielgruppen auszurichten und sie so noch stärker zu verbreiten.

Die FIFA ruft ihre Mitgliedsverbände dazu auf, Informationen zu nationalen oder lokalen Hotlines und Hilfsangeboten zu veröffentlichen, die sich an Opfer und an alle richten, die in ihrem engsten Umfeld von häuslicher Gewalt bedroht sind. Gleichzeitig sollen die Verbände mithilfe des FIFA-Guardians-Handbuchs auch ihre eigenen Schutzmassnahmen überprüfen, damit der Fussball für alle Beteiligten, insbesondere Frauen und die Jüngsten der Fussballfamilie, Spass bedeutet und sicher ist.

Hintergrund:

Fast ein Drittel aller Frauen weltweit werden in ihrem Leben Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt, sei es durch einen Intimpartner oder eine andere Person. Meistens geschehen die Taten zu Hause. So werden bis zu 38 % aller Morde an Frauen von einem Intimpartner verübt. Allein im letzten Jahr wurde schätzungsweise eine Milliarde Kinder zwischen zwei und 17 Jahren (oder die Hälfte aller Kinder weltweit) Opfer körperlicher, sexueller oder emotionaler Gewalt oder Vernachlässigung.

Für häusliche Gewalt gibt es viele Gründe, z. B. gewaltfördernde Geschlechterungleichheit und soziale Normen, Missbrauch oder Gewalt in der eigenen Kindheit sowie Zwangsmassnahmen in der Jugend. Auch Alkoholmissbrauch kann Gewalt begünstigen. _In Stresssituationen wie während der COVID-19-Pandemie und in wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt das Risiko. Durch die in vielen Ländern geltenden Abstandsregeln wird es für Frauen und Kinder zudem schwieriger, sich an Familienangehörige, Freunde oder Fachleute zu wenden, die normalerweise Unterstützung und Schutz bieten könnten._

· Video 1: Tipp an Opfer 1

· Video 2: Tipp an Opfer 2

· Video 3: Hilfe für Opfer

· Video 4: Hinweis an Täter

· Video 5: Hinweis an staatliche Behörden

Die Videokampagne kann für redaktionelle Zwecke auch hier heruntergeladen werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die FIFA haben 2019 eine vierjährige Zusammenarbeit zur weltweiten Förderung gesunder Lebensformen mithilfe des Fussballs vereinbart. Weitere Informationen zur Grundsatzvereinbarung zwischen den beiden Organisationen sind hier zu finden. Die beiden Organisationen haben im März 2020 gemeinsam eine Kampagne zur Bekämpfung des Coronavirus mit Tipps und wirksamen Massnahmen zum Schutz vor COVID-19 lanciert. Im April und Mai 2020 folgten die #BeActive-Kampagne zur Förderung eines gesunden Lebenswandels während der Pandemie zu Hause sowie die globale #SafeHome-Kampagne.