Nelsen: Reiseplanung und Erholungsphasen sind entscheidend

7. Okt. 2021
  • Neuseelands Ex-Nationalspieler Ryan Nelsen glaubt, dass Spieler nur auf hohem Niveau spielen können, wenn die Reisen gut geplant sind

  • Der Kapitän der All Whites bei der FIFA Fussball-WM Südafrika 2010™ sagt auch, dass eine Ausweitung der WM eine Motivation für kleinere Länder ist

  • Mehr globaler Wettbewerb ist eines der Hauptziele der Vision 2020-2023 des FIFA-Präsidenten

Der ehemalige neuseeländische Nationalmannschaftskapitän Ryan Nelsen ist der Meinung, dass bei der Überarbeitung des internationalen Spielkalenders die Minimierung der negativen Auswirkungen von Langstreckenreisen ein wichtiger Aspekt sein sollte. Als kultivierter und ruhiger Innenverteidiger führte Nelsen Neuseeland bei der FIFA Fussball-WM 2010™ als Kapitän aufs Feld, wo die All Whites in der Gruppenphase unbesiegt blieben. Südafrika 2010 war der Höhepunkt einer internationalen Karriere, die sich über 13 Jahre erstreckte und auch das Olympische Fussballturnier der Männer 2008 einschloss. Die Qualifikation der All Whites für Südafrika 2010 verschaffte dem Fussball in Neuseeland, das eher für seine Liebe zum Rugby bekannt ist, eine noch nie dagewesene Aufmerksamkeit. Nelsen ist außerdem der Ansicht, dass des für weiteres globales Wachstum entscheidend ist, neuen Ländern die Möglichkeit zur Teilnahme an einer WM zu eröffnen.

Nelsen, der die meiste Zeit seiner Karriere in England spielte und sieben Saisons beim Premier-League-Klub Blackburn Rovers aktiv war, ist mit den Herausforderungen, die Fernreisen mit sich bringen, besser vertraut als die meisten anderen. "Als ich von Neuseeland nach England ging, war ich buchstäblich auf der anderen Seite der Welt. Die Entfernung hätte nicht größer sein können", sagte Nelsen. "Aber man will unbedingt bei großen Turnieren und großen Spielen für sein Land auflaufen, also nimmt man diese Opfer auf sich. Doch dies geht auf Kosten des Körpers, denn sobald du zu deinem Verein zurückkehrst, der schließlich dein Gehalt zahlt, wird erwartet, dass du zur Stelle bist und alles gibst. Diese Doppelbelastung erschöpft dich nach einer Weile körperlich und auch geistig. Wenn wir die immensen Distanzen, die viele Spieler rund um die Welt reisen müssen, irgendwie begrenzen können, wird das meiner Meinung nach allen zugutekommen."

NELSPRUIT, SOUTH AFRICA - JUNE 20: Ryan Nelsen (C) of New Zealand smiles as he waits in the tunnel prior to the 2010 FIFA World Cup South Africa Group F match between Italy and New Zealand at the Mbombela Stadium on June 20, 2010 in Nelspruit, South Africa. (Photo by Ryan Pierse - FIFA/FIFA via Getty Images)

Nelsen fügte hinzu, dass es für die Fans wichtig sei, den Spielern die Möglichkeit zu geben, Höchstleistungen zu erbringen. "Man muss die Spieler geistig und körperlich schützen, denn die Fans und alle anderen wollen sie in Höchstform sehen und alles geben, was sie können. "Wenn sie zu viel Zeit im Flugzeug verbringen müssen, ist das sehr strapaziös. Unterschiedliche Zeitzonen und lange Reisen beeinträchtigen ihre Leistung auf dem Spielfeld, und das will niemand."