2021: Starke Frauen und starke Meinungen

  • Besondere Ereignisse, Träume, Olympia und vieles mehr...

  • ...prägten das Jahr 2021 im Frauenfussball

  • Wir zeigen eine kleine Auswahl aus dem großen Fundus unserer Interviews

Wie schon im Jahr zuvor, war 2021 von der Corona-Pandemie geprägt. Zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Fussball standen uns Rede und Antwort und sprachen mit uns über Dinge die sie bewegten, besondere Ereignisse, Träume, Dankbarkeit und genutzte Chancen. Wir haben eine kleine Auswahl aus dem großen Fundus unserer Interviews für Sie herausgesucht. Und wenn es eines gibt, dass uns das scheidende Jahr gelehrt hat, dann, dass der Frauenfussball auch 2022 wieder einen besonderen Platz auf FIFA.com einnehmen wird.


"Ich hatte große Hoffnungen, dass ich eines Tages Teil des Managements oder einer großen Nationalmannschaft sein könnte. Nach Beendigung meines Studiums habe ich angefangen für den Verband zu arbeiten und wurde 2019 zur Assistentin des Generalsekretärs ernannt. Ich bin als Person enorm gewachsen, habe gelernt, diszipliniert zu sein und viel über das Spiel und die Verwaltung. Ich lerne jeden Tag neu dazu. Besonders der Trainer und der Präsident haben mich während meiner ganzen Reise unterstützt. Sie kamen zu mir und sagten, dass ich Managerin des Teams sein soll. Es gab vor mir noch nie eine Frau in dieser Position. Für mich ist es ein wahr gewordener Traum. Cadijah Mars, die als erste Frau zum Team Manager der barbadischen Nationalmannschaft benannt wurde

"Es ist nicht einfach. Du weißt, dass du nicht mehr die gleiche Spielerin bist wie früher - noch nicht. Und du hörst all diese Stimmen, die sagen, dass du es nicht schaffst! Manchmal habe ich an mir gezweifelt und gedacht: Vielleicht haben sie ja recht? Aber gleichzeitig hat es mich motiviert und ich mir gesagt: Ich werde es ihnen zeigen." Islands Nationalspielerin Dagny Brynjarsdottir über den Spagat zwischen Mutterschaft und Fussball

"In meiner Anfangszeit im Nationalteam haben wir 0:9 gegen die USA verloren. Das war normal. Und jetzt gehöre ich zu einem Team, das ganz oben auf dem Treppchen steht ... Ich hätte nie gedacht, dass mir das noch passieren würde." Christine Sinclair, die mit Kanada in Yokohama olympisches Gold gewinnen konnte

YOKOHAMA, JAPAN - AUGUST 06: Gold medalist Christine Sinclair #12 and teammates of Team Canada celebrate with their gold medals during the Women's Football Competition Medal Ceremony on day fourteen of the Tokyo 2020 Olympic Games at International Stadium Yokohama on August 06, 2021 in Yokohama, Kanagawa, Japan. (Photo by Alex Livesey - FIFA/FIFA via Getty Images)

"Ich habe 2009 beim Verein East Helwan Youth Center als Trainerin angefangen. Von Anfang an wurde ich verspottet und kritisiert. Die Leute haben sich über die Spieler lustig gemacht, weil sie von einer Frau trainiert wurden. Sie sagten ihnen, dass sie niemals gute Ergebnisse erzielen würden. Ich habe gelitten, bevor ich den Goldi Sporting Club übernommen habe, aber meine Ernsthaftigkeit und vor allem meine guten Ergebnisse haben mir Glaubwürdigkeit verliehen." Faiza Haider, die erste Frau, die in Ägypten ein Männerteam trainiert

"Meine Liebe zu Guam wuchs und meine Art, wie ich über Guam spreche, hat sich wirklich verändert. Ich fühlte mich viel mehr mit Guam verbunden und war stolz darauf, dass ich die Insel repräsentieren konnte - vor allem für meine Großmutter, die noch am Leben ist. Ich bin nicht nur in meiner Führungsrolle gewachsen, sondern auch in meiner persönlichen kulturellen Sichtweise. Ich fühlte mich mehr verbunden. Ich weiß mehr über Guam und die Mädchen konnten mir mehr über meine Kultur zeigen, die ich nicht kannte. Das ist eines der Dinge, die ich immer mitnehmen werde, diese Verbindung zu bekommen." Samantha Kaufman, die seit 2014 für Guam spielt

"Ich kam hierher und es wurde gesagt, um 6:00 Uhr morgens fangen wir an. Morgens um 6:00 jemanden fit zu haben, das habe ich noch nirgendwo erlebt. Pünktlich um 6:00 kamen 24 Frauen und wollten anfangen zu trainieren. Ich habe gedacht, das gibt es nicht. Ich habe mir die Frauen angesehen und sie waren voller Begeisterung, Leidenschaft und Elan. Sie haben dann 14 Tage lang mit mir diesen C-Lizenz-Kurs gemacht und sind jeden Tag pünktlich um 6:00 angetreten." Monika Staab über ihre ersten Eindrücke in Saudiarabien

"Man braucht Leidenschaft. Denn Leidenschaft ist der Antrieb für harte Arbeit. Das gilt für alle Bereiche. Natürlich muss man auch am eigenen Selbstvertrauen arbeiten, um sich nicht von äußeren Einflüssen ablenken zu lassen. Und man braucht Instinkt. Als ich noch ein Kind war, habe ich immer wieder gehört, dass das, was ich mache, nicht gut für mich sei und mich absolut nicht weiterbringen würde. Doch tief in meinem Innersten wusste ich genau, dass das nicht stimmte." Freestylerin Lisa Zamouche öffnet folgenden Generationen viele Türen

"Ich war bei den Trainingcamps und den Spielen als Technische Beraterin dabei und habe auf und neben dem Platz unterstützt. Nach all dem Erfolg diskutiert man dann trotzdem darüber, die Trainerin gegen einen Mann auszutauschen. Nach dem Motto, jetzt ist man ja erfolgreich und braucht jemanden, der gut ist… Solche Ansätze muss man aus den Köpfen rausbringen. In solchen Situationen bin ich am pushen und aufklären. Gleichzeitig möchte ich die engagierten Frauen ausbilden, weiterbilden, ihre Lizenzen verbessern. Damit sie auf dem Papier dann auch zeigen können: Ich habe eine A- oder B-Lizenz, ich bin qualifiziert.“ Dr. Carolin Braun soll in Botsuana Fussballentwicklung unterstützen, Trainer/innen ausbilden und Talente identifizieren