Petkova und Bulgarien zurück auf der großen Bühne

29. Apr. 2021
  • Simona Petkova ist offensive Mittelfeldspielerin Bulgariens

  • Sie ist eine von wenigen bulgarischen Profifussballerinnen

  • Petkova und Bulgarien freuen sich über die Rückkehr zur WM-Qualifikation (#WWC)

Am 30. April findet die Vorrundenauslosung der UEFA für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien/Neuseeland 2023 statt. 51 Teams werden dabei sein, endlich auch wieder Bulgarien, 78. der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste der Frauen.

"Diese Auslosung kann für uns kaum ein einfaches Los ergeben! Jede Paarung wird für uns eine echte Herausforderung sein. Wir müssen uns auf die eigene Leistung konzentrieren, nicht auf die Gegner", erklärt Simona Petkova, offensive Mittelfeldspielerin Bulgariens, am Mikrofon von FIFA.com.

"Aber natürlich bin ich begeistert davon, wieder an der Qualifikation teilnehmen zu können. Das ist die perfekte Gelegenheit, unser Potenzial und unsere Qualitäten zu zeigen. Das bedeutet für uns harte Arbeit, aber gleichzeitig auch eine große Freude", fügt sie hinzu.

Petkova weiß, wovon sie spricht. Sie wurde 1993 geboren, und zwar zweieinhalb Monate vor einem legendären Spiel zwischen Frankreich und Bulgarien im Rahmen der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1994. "Das war einer der großen Momente unserer Fussballgeschichte", bestätigt sie.

"Emil Kostadinovs Doppelpack sicherte uns ein Ticket für die WM in den USA und machte ein ganzes Land glücklich. Das war die Sternstunde des bulgarischen Fussballs. Er und Hristo Stoichkov haben dafür gesorgt, dass die Menschen in unserem Land einige verrückte Fussballmomente erleben durften", meint sie mit Blick auf den vierten Platz, den ihre Landsleute wenige Monate später bei der WM 1994 belegten.

Aber Petkova spricht auch aus Erfahrung, denn sie ist eine der wenigen Spielerinnen im aktuellen Kader, die bereits an einer WM-Qualifikation teilgenommen haben, und zwar an der Auflage für Kanada 2014. "Da stand ich noch ganz am Anfang meiner Karriere. Die Ergebnisse waren nicht berauschend, aber es war eine sehr lohnende Erfahrung für eine junge Spielerin wie mich", meint sie rückblickend.

Acht Jahre später möchte sie nun Kapital daraus schlagen. Gleichzeitig kann sie reichlich Erfahrung bei europäischen Vereinen wie LFC Watford (England), Pink Bari und FC Empoli (Italien) sowie FC Lugano Femminile (Schweiz) in die Waagschale werfen, um vielleicht das Tor zur WM aufzustoßen. "Ich glaube an uns! Hoffnung gibt es immer", erklärt sie. "Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, und wir müssen hart arbeiten, um sie beim Schopf zu packen und all unsere Chancen zu nutzen. Der bulgarische Frauenfussball hat große Fortschritte gemacht ... und es gibt noch immer viel Entwicklungspotenzial. Wir können für eine Überraschung sorgen!"

Lugano, Switzerland, 06-03-21 Simona Petkova 17 FC Lugano during the Axa Womens Super League match between FC Lugano and FC Zuerich at Cornaredo Stadium in Lugano, Switzerland Axa Womens Super League - FC Lugano v FC Zuerich PUBLICATIONxNOTxINxBRA

Petkova kämpft sich an die Spitze

Petkova selbst ist der beste Beweis dafür, dass es gelingen kann. Die Mittelfeldspielerin hat erst recht spät, nämlich mit 16 Jahren, mit dem Fussballspielen begonnen und mit harter Arbeit und Durchhaltevermögen das höchste Niveau erreicht. Dieses Jahr hat sie im Alter von 27 Jahren ihren ersten Profivertrag unterschrieben und fühlt sich im schweizerischen Lugano sehr wohl. "Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben. Die Schweiz ist ein wunderbares Land. Ich weiß, dass ich großes Glück habe, weil ich im Ausland spielen kann. Dadurch habe ich natürlich sowohl auf persönlicher Ebene als auch spielerisch Fortschritte gemacht", fasst sie zusammen.

Doch es existiert auch eine längere Version ihrer persönlichen Fussballgeschichte. Petkova hat nämlich 2020 unter dem Namen Football Journey ein Buch über ihren Werdegang veröffentlicht. "Ich bin in einer armen Familie ohne Vater aufgewachsen. Ich hatte wirklich kein Traumleben, aber ich habe an mich und an die Möglichkeit geglaubt, meine höchsten Ziele durch harte Arbeit und Überzeugung zu erreichen", erklärt sie. "Wir wurden nicht geboren, um perfekt zu sein, sondern um glücklich zu sein. Das ist die Botschaft, die ich anderen gern mit auf den Weg geben möchte. Dafür musst du wissen, was du willst, und dann alle Hebel in Bewegung setzen, um es zu erreichen. Du musst mutig sein, Courage haben und vor allem auf dein Herz hören!"