Ellen White - die Stürmerin, die den Unterschied ausmacht

25. Juli 2021
  • Ellen White kommt bisher auf drei Tore in Japan für Großbritannien

  • Ihr Team ist als einziges noch ohne Gegentreffer

  • Nun geht es gegen Kanada um den Gruppensieg

Tokio 2020 ist bei den Frauen definitiv ein Turnier der Torjägerinnen: Barbra Banda und Vivianne Miedema führen die Torjägerliste mit sechs Treffern an, Wang Shuang kommt auf vier Tore, Sam Kerr, Stina Blackstenius und Marta haben je drei Mal getroffen.

Auch bei Großbritannien gibt es mit Ellen White eine Torjägerin vom Dienst. Die Besonderheit: White erzielte beim 2:0 gegen Chile, als auch beim 1:0 gegen Japan, alle Tore ihrer Elf. Während in den Gruppen G (19 bisher) und F (sogar 32) die Tore fallen wie reife Früchte von einem Baum, wurden die Schlussfrauen in den vier Begegnungen der Gruppe E nur acht Mal überwunden.

Großbritannien ist sogar das einzige Team dieses Turniers, das noch ohne Gegentor ist. "Selbst als Stürmerin macht es mich stolz, wenn wir zu Null spielen. Ich weiß, dass natürlich die Torhüterinnen und Verteidigerinnen darauf ebenfalls stolz sind", sagte White nach dem Sieg gegen Japan zu FIFA.com. "Wir arbeiten sehr hart an unserer defensiven Grundordnung und wollen keine Gegentreffer zulassen."

Das ist den Britinnen in ihren beiden Spielen auf Japans nördlicher Insel Hokkaido extrem gut gelungen. Es fallen einem nur sehr wenige Szenen ein, in denen das von Ellie Roebuck gehütete Gehäuse überhaupt in Gefahr gekommen ist. "Es ging darum Geduld zu haben. Wir waren in unserem Aufbauspiel sehr geduldig. Die ganze Mannschaft hat sehr hart dafür gearbeitet, erneut zu Null zu spielen."

Es ist ja kein Klischee, dass die Abwehrarbeit heutzutage in der vordersten Linie mit den Stürmern anfängt. "Wir vertrauen darauf, dass Ellen Tore macht und sie tut es, aber sie schießt nicht nur Tore, sondern arbeitet auch hart", sagte Trainerin Hege Riise.

Allerdings werden die Angreifer immer noch an Toren gemessen. Gut, wenn man dann eine Angreiferin mit der Qualität Whites in seinen Reihen hat. "Wir hatten in der zweiten Halbzeit das Gefühl, dass das Tor kommen würde", so White. Und in der Tat: Nach einer Flanke von Lucy Bronze war White mit dem Kopf zur Stelle und erzielte den späten Siegtreffer. "Das macht gegen ein Team wie Japan einfach den Unterschied aus, die Qualität, die eine exzellente Spielerin hat. Dieser Moment verändert ein Spiel. Sie ist eine Toptorschützin, immer auf der Suche nach Treffern", fügte Riise hinzu.

"Ich genieße es einfach, ein Teil des Teams Großbritannien zu sein, mit solch tollen Spielerinnen und Betreuern zu arbeiten", so White weiter. "Mir macht der Fussball hier sehr viel Spaß und ich kriege von meinen Mitspielerinnen starke Flanken in den Strafraum und schaffe es dann, zur rechten Zeit am rechten Platz zu sein."

SAPPORO, JAPAN - JULY 21: Ellen White #9 of Team Great Britain scores their side's first goal past Christiane Endler #1 of Team Chile during the Women's First Round Group E match between Great Britain and Chile during the Tokyo 2020 Olympic Games at Sapporo Dome on July 21, 2021 in Sapporo, Hokkaido, Japan. (Photo by Masashi Hara/Getty Images)

Nun geht es am Dienstag in Kashima gegen Kanada um den Gruppensieg – angesichts der ausgezeichneten Ausgangslage reicht Großbritannien bereits ein Remis. Aber bei der letzten Olympiateilnahme von Team GB 2012 in London war ausgerechnet Kanada im Viertelfinale Endstation. Ein schlechtes Omen?

"Wir konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt", beteuert White, die damals mit von der Partie war. "Wir wissen, dass sie ein sehr gutes Team haben. Wir schauen uns jetzt erst einmal an, was wir verbessern müssen und was wir gut gemacht haben. Es wird ein eng umkämpftes und spannendes Spiel werden!"