Nigeria und Japan im Viertelfinale favorisiert

In den beiden ersten Viertelfinalpartien der FIFA U‑20‑Frauen-Weltmeisterschaft Japan 2012 kommt es zum Duell zwischen zwei Titelfavoriten und zwei Teams, die beide ihre Auftaktspiele verloren hatten, sich in der Folge jedoch deutlich steigern konnten und sich inzwischen den Ruf als unberechenbare Außenseiter erworben haben.

Während Japan auf die Republik Korea trifft, bekommt es Nigeria mit den Mexikanerinnen zu tun, die mit frischem Selbstvertrauen in diese Begegnung gehen.

Spiel des Tages*Japan – Korea Republik, Tokio, 30. August 2012, 19:30 Uhr (Ortszeit)*

Als Gastgeber und amtierender AFC U‑19-Frauen-Meister – es war bereits der zweite kontinentale Titel in dieser Altersklasse – geht Japan natürlich als Favorit in diese Partie. Dies umso mehr, da die Japanerinnen ihre Vorrundengruppe A klar dominiert haben. Auch wenn sie im zweiten Spiel gegen Neuseeland einen 0:2-Rückstand wettmachen mussten und am Ende nicht über ein Unentschieden hinauskamen, in den beiden anderen Begegnungen überzeugten die jungen Nadeshiko mit souveränen Siegen gegen Mexiko (4:1) und die Schweiz (4:0).

Doch auch ihr Viertelfinalgegner, das Team aus der Republik Korea, hat sich seit der Nachnominierung für das Turnier, die aufgrund der Verlegung nach Japan möglich wurde, deutlich verbessern können. Nachdem sie bei der Auftaktniederlage gegen Nigeria noch große Defizite im Abschluss offenbart hatten, konnten sich die Südkoreanerinnen wieder fangen und ihre Spiele gegen Italien und Brasilien jeweils mit 2:0 für sich entscheiden. Und das ohne ihre Topstürmerin Yeo Minji, die sich in der Partie gegen Nigeria verletzte. Letztlich basierten diese beiden Erfolge auf der starken Mannschaftsleistung.

Das andere Spiel*Nigeria – Mexiko, Tokio, 30. August 2012, 16:00 (Ortszeit)*

Die Nigerianerinnen haben in der Gruppenphase einen starken Eindruck hinterlassen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sie im Auftaktspiel gegen Brasilien noch kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer zum 1:1 hinnehmen mussten. Das nigerianische Offensiv-Trio mit Desire Oparanozie, Esther Sunday und Francisca Ordega ist ein Musterbeispiel für gegenseitiges Ergänzen, und die Abwehr der Afrikanerinnen mit Torhüterin Ibubele Whyte, auf die in den wenigen Situationen, bei denen sie bisher gefordert war, stets Verlass war, erwies sich gleichfalls als sehr solide.

Genau das hätte die jungen Mexikanerinnen sicher noch vor wenigen Tagen mächtig beeindruckt. Mittlerweile aber hat sich das Team aus dem Land der Azteken zu einer Mannschaft gemausert, die durchaus in der Lage ist, Sicherheit im Abwehrbereich mit Effizienz in der Offensive zu verbinden. Dank dieser Kombination gelang es Mexiko, sich nach der schmerzlichen Auftaktniederlage gegen Japan sowohl gegen die Schweiz (2:0) als auch gegen Neuseeland (4:0) durchzusetzen.

Spielerin im FokusIn Abwesenheit der verletzten Yeo Minji avancierte Jeoun Eunha zur neuen Heldin in der U‑20-Auswahl der Republik Korea. "Ich spiele lieber Pässe als Tore zu schießen, weil ich finde, dass ich vor dem Tor nicht selbstbewusst genug bin", hatte sie noch vor der entscheidenden Partie gegen Brasilien im Gespräch mit FIFA.com gesagt. Dennoch sorgte ausgerechnet sie mit ihren beiden Toren zum 2:0-Sieg über Brasilien für den Einzug ihrer Mannschaft in die Runde der letzten Acht. Und wer weiß, wozu Eunhua jetzt, da sie ihr Selbstbewusstsein vor dem gegnerischen Tor offensichtlich gefunden hat, noch fähig sein wird?

Zahl des Tages 0 - So viele Spielerinnen sind für die beiden ersten Viertelfinalbegegnungen gesperrt. Damit können die vier Teams, die am 30. August die K.o.-Runde eröffnen, auf ihren gesamten Kader zurückgreifen. Andererseits sind insgesamt 16 Spielerinnen mit Gelb vorbelastet, die ihrer Mannschaft bei Erreichen des Halbfinales im Fall einer weiteren Gelben Karte fehlen würden!

Zitat"Das wird ein interessantes Spiel. Denn einerseits verfügen unsere Rivalinnen über Qualitäten, die wir nicht haben, andererseits können wir mit bestimmten Qualitäten aufwarten, die wiederum unser Kontrahent nicht zu bieten hat. Am Ende werden das Selbstvertrauen und das taktische Geschick über den Ausgang der Partie entscheiden. Nigeria ist eine starke Mannschaft, die vor allem im physischen Bereich punkten kann. Also müssen wir uns taktisch so klug wie möglich verhalten, um den Afrikanerinnen erfolgreich Paroli zu bieten. Dabei sollten wir den Gedanken verinnerlichen, dass dies für Mexiko eine einzigartige Chance ist. Es heißt also Jetzt oder Nie!" Sofia Huerta (Stürmerin, Mexiko)