Hayes: Ein Torgarant für die USA

30. Aug. 2012

Für die USA ist Maya Hayes bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Japan 2012 die absolute Lebensversicherung. Viermal in drei Gruppenspielen hat die Angreiferin getroffen, die damit alle Tore für den zweimaligen Titelträger bisher erzielt hat - sieht man mal von dem Eigentor von Linda Addai (Ghana) im Auftaktspiel ab.

"Ich freue mich, dass ich schon so oft erfolgreich war und der Mannschaft helfen konnte", so Hayes im Gespräch mit FIFA.com, doch nichtsdestotrotz "waren es nicht die Ergebnisse, die wir uns erhofft hatten. Das Beste ist, dass wir weiter im Turnier sind."

Die U.S.-Girls hatten tatsächlich in der Gruppenphase mehr zu kämpfen, als zuvor erwartet. Einem 4:0 gegen Ghana folgte ein 1:1 gegen China VR sowie eine bittere 0:3-Pleite im Prestigeduell gegen Titelverteidiger Deutschland. "Das war hart, aber wir haben aus allen drei Spielen etwas gelernt und werden nun versuchen, dies im Viertelfinale besser zu machen."

Erfahrung gepaart mit Torgefahr

In der Runde der letzten Acht wartet mit Korea DVR der punktverlustfreie Erste der Gruppe C - 15:3 lautet die Tordifferenz der Nordkoreanerinnen. Großer Respekt sei da, aber es gelte sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Eine davon ist zweifelsohne Hayes selbst und ihr in Japan perfekt funktionierender Torriecher. Ähnlich wie das Team von Trainer Steve Swanson haben die Asiatinnen mit Kim Un Hwa eine herausragende Angreifer, die hier in Japan bereits sieben Mal ins Schwarze getroffen hat. Es könnte also in Saitama am Freitag, 31. August, in der Neuauflage des WM-Finales 2008 in dieser Altersklasse (2:1 für die USA) auch ein Duell zweier Top-Torjäger werden.

In ihren eigenem Team ist Hayzee bereits jetzt schon die Spielerin mit den meisten Einsätzen und meisten Toren. In 40 Einsätzen stehen 16 Tore zu Buche. "Ich selbst wusste das bis vor Kurzem überhaupt nicht. Einer unser Betreuer hat mich dann darauf aufmerksam gemacht. Das ist großartig, und ich habe ich sehr gefreut. Aber ich bin immer noch ein Teamplayer und schaue nicht zu sehr auf mich."

Dabei lohnt sich der genaue Blick durchaus. In West Orange im Bundesstaat New Jersey aufgewachsen machte sie bereits auf der High School sportlich auf sich aufmerksam - allerdings im Basketball. Erst später kam der Wechsel zum Fussball und der Traum, dies später professionell zu betreiben. "Darauf hoffen natürlich viele, auch ich. Ich könnte mir sogar vorstellen, später in Europa zu spielen. Ich bin für alles offen, aber zuerst beende ich mein Studium."

Der WM-Titel muss her

Zwei Jahre muss die 20-Jährige an der Pensylvania State University noch büffeln, ehe sie sich voll und ganz dem runden Leder widmen kann. Dass sie hier in Japan mit der für eine Angreiferin eher ungewöhnliche Rückennummer fünf aufläuft, hat übrigens einen einfachen Hintergrund: Dieselbe habe sie auch im College.

Bereits 2010 bei der letzten Auflage der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland absolvierte Hayes alle Spiele für die U.S.-Amerikanerinnen und konnte als einer der jüngsten Spielerinnen im Kader das Viertelfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Nigeria nicht verhindern. Noch nie war der zweimalige Titelträger in dieser Altersklasse so früh gescheitert.

Dass sich das nicht wiederholt, davon ist Hayes überzeugt. Eine andere Mannschaft, ein außergewöhnlicher Teamgeist sowie die individuelle Klasse ihrer Kameradinnen sollten demnach reichen, um als Nahziel den Halbfinaleinzug gegen Korea DVR zu schaffen sowie als Fernziel den WM-Titel am 8. September in Tokio zu feiern.

"Dafür sind wir, und das wollen wir schaffen."