Deutschland macht Weiterkommen perfekt

Deutschland hat das Viertelfinale der FIFA U-20-Frauen-WM 2008 in Chile erreicht. Die Auswahl von Maren Meinert bezwang Kanada im letzten und entscheidenden Spiel der Gruppe C in Coquimbo mit 2:1, um sich Platz zwei der Staffel vor den Champions der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone zu sichern, und muss nun in der Runde der letzten Acht gegen Brasilien ran.

Die Nachwuchshoffnungen des deutschen Frauenfussballs hatten von Beginn an leicht die Oberhand, da sie die Mehrzahl der Zweikämpfe gewannen und sich im Kombinationsspiel kaum Fehler leisteten. Schon nach zwei Minuten setzte Spielführerin Carolin Schiewe ein Ausrufezeichen, als ihr Freistoßkracher aus 25 Metern an der gegnerischen Querlatte abprallte. Druck konnte das Meinert-Ensemble vor allem über die von Verena Faisst und Katharina Baunach besetzte starke linke Seite ausüben, doch bei mehreren scharfen Hereingaben war jeweils Kanadas Abwehrchefin Myriam Bouchard zur Stelle, um zu klären.

Die größte Chance der ersten Halbzeit bot sich der in die Anfangsformation zurückgekehrten Stephanie Goddard, doch der Rechtsschuss der Stürmerin aus sechs Metern ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite sorgte Loredana Riverso von der U.S.-amerikanischen Purdue University immer wieder für Gefahr, die Innenverteidigerinnen Schiewe und Josephine Henning räumten jedoch vor Torfrau Alisa Vetterlein alles weg.

Nach dem Seitenwechsel legte Deutschland los wie die Feuerwehr. Kim Kulig spielte in der 46. Minute Nicole Banecki frei, doch ihr 16-Meter-Schuss landete am linken Außenpfosten. Kurze Zeit später flog Baunachs Schuss aus spitzem Winkel knapp über das kanadische Gehäuse. Weitere 120 Sekunden später versagten Banecki die Nerven, als sie alleinstehend vor Erin McNulty am Tor vorbeischoss, ehe Isabell Kerschowski aus kurzer Distanz ohne Not die Keeperin anschoss, statt einzuschießen. Und in der 64. Minute verpasste erneut Kerschowski per Kopf aus aussichtsreicher Position, nachdem die starke Baunach präzise geflankt hatte.

Als in der letzten Viertelstunde auch noch Kim Kuligs Schuss an die Unterkante der Latte flog, dachte man schon, Deutschland habe an diesem Abend das Pech gepachtet. Doch in der 77. Minute gelang endlich die 1:0-Führung, als Bianca Schmidt nach einer Ecke zum Kopfball kam und das Leder von Kanadas Torfrau McNulty unglücklich ins eigene Netz gelenkt wurde.

So leicht gab sich Kanada jedoch nicht geschlagen und fand mit Monica Lam-Feists Ausgleich per Linksschuss aus zehn Metern in der 81. Minute die perfekte Antwort. Die dramatische Schlussphase fand schließlich ihren Höhepunkt, als die eingewechselte Lisa Schwab in der letzten Minute mit einem Schuss aus fünf Metern nach einem missglückten Abwehrversuch von der Kanadierin Alexandra Marton den Ein-Tore-Vorsprung wieder herstellte, um den Endstand perfekt zu machen und ihrem Team endgültig den erhofften Viertelfinaleinzug zu sichern.