Wilkinson/Kazandjian: Eine ganz besondere Verbindung

  • Die Kanadierin Lara Kazandjian erzielte eines der schönsten Turniertore

  • Sie kommt aus dem gleichen Teil Montreals wie Cheftrainerin Rhian Wilkinson

  • Die Verbindung der beiden reicht mehr als sieben Jahre zurück

Mit ihren gerade einmal 16 Jahren hat Lara Kazandjian schon Einiges erreicht, das viele Menschen in ihrem gesamten Leben nicht erreichen: sie spricht drei Sprachen (Armenisch, Französisch und Englisch) und sie hat ein Tor bei einer Weltmeisterschaft erzielt.

Mit ihrer Körpergröße von nur 1,51 Meter gehört sie zwar zu den kleinsten Spielerinnen bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018, doch sie hat mit einem der bislang schönsten Turniertore schon einen mächtigen Eindruck hinterlassen. Mit ihrem ersten Treffer für die kanadische U-17-Nationalmannschaft stellte sie den 2:0-Endstand und damit Kanadas Einzug in die K.o.-Runden sicher.

"Ehrlich gesagt weiß ich nicht genau, wie es abgelaufen ist", sagte sie gegenüber FIFA.com. "Aber es war ein wirklich tolles Gefühl, als der Ball seinen Weg ins Netz nahm." Auf die Frage, wie oft sie sich das Tor noch anschauen werde, meinte Kazandjian: "Oh, wahrscheinlich ziemlich oft! Das ist ein Moment, den ich niemals vergessen werde."

Als Kazandjian gerade neun Jahre alt war, kam eine gewisse Rhian Wilkinson in ihren damaligen Klub Lakeshore und sprach über ihren Weg als Olympiateilnehmerin und die Vorbereitung auf das Olympische Fussballturnier der Frauen bei den Spielen von London 2012.

Sechs Jahre später erzielt Kazandjian nun wichtige Tore bei einer WM – und ihre Trainerin ist niemand anders als eben diese Rhian Wilkinson.

"Ich finde das ziemlich cool, wie sich die Dinge entwickelt haben", so Kazandjian. "Sie inspiriert mich auch heute noch."

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Doch das ist noch nicht die ganze Geschichte dieser Verbindung. Kürzlich hat sich der Kreis geschlossen, denn im Sommer trainierte Kazandjian ihrerseits einen Neffen Wilkinsons in einem Ferienlager. Beide stammen von Stadteilen auf dem West Island in Montreal, Kazandjian aus Kirkland und Wilkinson aus dem benachbarten Baie D’Urfe.

"Mit ihrer vorbildlichen Arbeitseinstellung inspiriert sie alle um sie herum", so Wilkinson über Kazandjian. "Kleine Spielerinnen müssen meist härter um ihren Platz kämpfen als alle anderen. Das macht sie stark und sie lernen, ihren Körper gut einzusetzen. Genau so ist es auch bei ihr."

Beide geben ihrer Heimatgemeinde in Montreal schon jetzt viel zurück, und beide hoffen, mit dem WM-Pokal im Gepäck in die Heimat zurückzukehren.

Aber selbst wenn nicht – wenn man jeden Moment genossen hat und die Spielerinnen auf ihrem Weg inspiriert hat, ist das auch ein großer Erfolg. Der Gewinn dieser Weltmeisterschaft wäre eine fantastische Leistung für diese Gruppe. Aber auch, wenn es mir gelungen ist, sie zu inspirieren und einige von ihnen in die U-20 und dann weiter in die A-Mannschaft zu befördern, sehe ich das als Erfolg."