Saad Natiq will mit Irak zurück auf die Weltbühne

9. Juni 2021
  • Saad Natiq war mit Irak bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2013 dabei

  • Beim Olympischen Fussballturnier 2016 in Rio trat er gegen Brasilien mit Neymar an

  • Jetzt will er mit Irak nach langer Abwesenheit wieder an einer WM teilnehmen

1986 gab Irak etwa um diese Zeit sein Debüt bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™. Das Team wurde damals vom inzwischen verstorbenen Ahmed Radi angeführt, dem es gelang, keinen Geringeren als den belgischen Schlussmann Jean-Marie Pfaff zu überwinden. Er war der Schütze des einzigen Tores der Iraker bei der damaligen Auflage des Königswettbewerbs.

35 Jahre nach dieser ersten Teilnahme will die neue Spielergeneration der Iraker die lange Durststrecke nun beenden und zurück auf die Weltbühne. Zwei Spieltage vor Schluss führt das Team die Tabelle der Gruppe C der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ an.

Die Auswahl von Trainer Srečko Katanec trifft am Freitag auf Hongkong und am Dienstag, 15. Juni, im entscheidenden Duell um Platz eins auf die IR Iran. In diesem Spitzenspiel dürfte die Entscheidung darüber fallen, wer sich direkt für die dritte und letzte Qualifikationsrunde qualifiziert.

Der slowenische Trainer Iraks kann für diese letzten beiden Spiele auf eine starke Offensive unter der Führung des Stürmers Mohanad Ali zählen und verfügt gleichzeitig über eine sehr solide Abwehr – die stärkste in der Gruppe. Es kommt nicht von Ungefähr, dass das Team in sechs Spielen nur drei Gegentreffer kassiert hat.

Abwehrspieler Saad Natiq, der bei den ersten fünf Spielen auf dem Platz gestanden und das letzte gegen Kambodscha aufgrund einer Sperre verpasst hat, kehrt ins Team zurück. Natiq spricht mit FIFA.com über den Traum der Iraker von der WM-Teilnahme in Katar.

"Wir sind in unserer Gruppe Tabellenführer. In den nächsten beiden Spielen haben wir gute Chancen, den Einzug in die nächste Runde perfekt zu machen", so Natiq über die Möglichkeiten seines Teams. "Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert, mit einem Trainingslager und zwei Freundschaftsspielen. Die Mannschaft ist im Moment absolut in Hochform, und ich hoffe, dass wir unser gutes Niveau in diesen beiden Spielen zeigen und die irakischen Fans glücklich machen können. Der Trainer hat eine ganz entscheidende Rolle gespielt, weil er viel am Defensivsystem gearbeitet hat. Jetzt haben wir die beste Abwehr der Gruppe. Das motiviert uns natürlich, uns richtig ins Zeug zu legen, um dieses Niveau zu halten", fügt der 27-Jährige hinzu.

Saad Natiq im Kurzporträt

  • Geboren am 19. März 1994 in Náyaf, Irak

  • Körpergröße und Gewicht: 1,88 m und 80 kg

  • Klubs: Masafi Alwasat und Al Quwa Al Jawiya im Irak, derzeit Al Shorta (ebenfalls Irak)

  • In der Saison 2017/2018 war er für den katarischen Klub Al Arabi aktiv

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Stark bei großen Turnieren

Saad Natiq wusste 2013 zu glänzen, als er mit der irakischen Auswahl, in der außer ihm noch mehrere aktuelle Teamkameraden vertreten waren, ins Halbfinale der U-20-WM in der Türkei einzog. Dort musste man sich gegen Uruguay geschlagen geben und später im Spiel um Platz drei gegen Ghana.

Drei Jahre später nahm der Verteidiger mit Irak an den Olympischen Spielen 2016 in Rio teil. Er stand bei zwei Spielen auf dem Platz, sammelte reichlich Erfahrung und holte mit seinem Team in der Gruppenphase auch noch ein verdientes Unentschieden gegen die Brasilianer mit Neymar.

"Der vierte Platz bei der U-20-WM war eine fantastische Erfahrung, die wir mit unserem damaligen Trainer Hakeem Shakir machen durften. Bei den Olympischen Spielen haben wir auch eine gute Leistung gebracht, aber es fehlte uns das Quäntchen Glück, um über die Gruppenphase hinauszukommen", meint er rückblickend. "Das war ein großes Abenteuer, bei dem wir viel gelernt haben. Durch die Teilnahme an den beiden Turnieren haben wir viele Erfahrungen gesammelt. Jetzt hoffen wir, auf die Weltbühne zurückkehren zu können, und werden alles daran setzen, dieses Ziel zu erreichen."

Laut Natiq sind die guten Ergebnisse der A-Nationalmannschaft in den letzten Jahren hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Spieler bereits seit der U-20 zusammenspielen und sich auf dem Platz blendend verstehen.

"Die meisten von uns spielen schon seit 2013 zusammen, das ist eine lange Zeit. Wir haben in der U-20 begonnen, dann ging es in der Olympiaauswahl für Rio de Janeiro weiter und jetzt spielen wir alle im A-Nationalteam. All dies hat dazu beigetragen, dass wir uns alle so gut verstehen und wirkt sich auch positiv auf die Mannschaft aus", versichert er.

"Jetzt hoffen wir, zu einem so wichtigen internationalen Turnier wie der WM zurückzukehren. Dazu ist ein großer mannschaftlicher Zusammenhalt und bedingungslose gegenseitige Unterstützung erforderlich. Nur so können wir unser Ziel erreichen und gegen die besten Teams des Planeten antreten", so Natiq abschließend, der nach seinem Engagement bei Al Arabi nur zu gern nach Katar zurückkehren würde.