Schweiz verpasst historische Chance

3. Juli 2018
  • ​Schweiz scheitert an Schweden im WM-Achtelfinale

  • Vier Spieler und Trainer im Interview

  • "Das ist schon hart"

Von Alan Schweingruber, Teamreporter Schweiz


Da ist bitter. Das Schweizer Team scheitert wieder im Achtelfinale eines großen Turniers – 0:1 gegen Schweden. Erneut waren es aufwühlende Momente, weil das Gegentor genau dann fiel, als man den Führungstreffer der Schweiz erwartete. Aufwühlend wie schon an der WM 2014, als man gegen Argentinien bis ganz zum Schluss mithielt und dann das Spiel doch noch aus der Hand gab (0:1). Und wie schon vor zwei Jahren an der Europameisterschaft in Frankreich, als Petkovics Team knapp im Elfmeterschießen gegen Polen ausschied.

Yann Sommer suchte nach Worten, er sagte: "Das alles ist sehr enttäuschend, weil wir dieses Viertelfinale unbedingt erreichen wollten. Manchmal entscheiden die kleinen Dinge. Uns haben die genialen Momente gefehlt, jene, die einen Sieg am Schluss ausmachen. Es ist bitter. Und es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir dieses Ausscheiden verdaut haben."

Es war für die Schweiz die große Chance, Historisches zu erreichen. Seit 1954 zogen die "Eidgenossen" nie mehr in ein WM-Viertelfinale ein. Seit 1938 gar konnte die Schweiz kein K.o.-Spiel mehr gewinnen. Diese negative Serie hält nun mindestens zwei Jahre an. "Das ist schon hart", sagte Johan Djourou. "Zum dritten Mal in Folge scheitern wir im Achtelfinale. Aber wir werden es weiter versuchen. Immer wieder."

Was lief gegen Schweden falsch? Nach den zwei starken Partien gegen Brasilien (1:1) und Serbien (2:1) erinnerte diese Achtelfinal-Partie etwas an jene gegen Costa Rica. Das Team von Petkovic agierte zwar etwas engagierter, aber es fehlte an den überraschenden Momenten der Ausnahmespieler wie etwa Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri. Gerade sie machten ja gegen Serbien den Unterschied aus.

"Die Schweden haben das Mittelfeld wie erwartet sehr eng gehalten", sagte Steven Zuber. Und Coach Vladimir Petkovic meinte: "Wir sollten jetzt diese Partie nicht mit den anderen vergleichen. Wir waren einfach nicht gut genug gegen Schweden. Die Enttäuschung ist groß, wir wollten ins Viertelfinale. Aber rückblickend bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie hatte sich in einer schweren Gruppe durchgesetzt."

Etwas unverständlich ist, dass die Schweizer nie ernsthaft versucht haben, Emil Forsberg in den Griff zu bekommen, wie sie das etwa bei Brasiliens Neymar taten. Immer wieder lief das schwedische Spiel über den Leipzig-Akteur. Beim Tor hatte er viel Raum und Zeit, auch wenn der abgelenkte Schuss via Akanji natürlich etwas glücklich war.

"Ein sehr bitteres Tor und schwer zu akzeptieren", sagte Djourou. "Ich finde, wir haben besser gespielt als Schweden. Wir waren stabil, aber es fehlte an guten Kombinationen."

Prägnant formulierte es Josip Drmic: "Nach dem 0:1 war kein Durchkommen mehr. Die Schweden hatten uns Schachmatt gesetzt."

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