Forsberg: "Wir werden hinten dicht machen"

  • Emil Forsberg ist Schwedens Star in der Ära nach Ibrahimovic

  • Die Karriere des Mittelfeldspielers kam in Deutschland in Fahrt

  • Schweden trifft am 23. Juni in Sotschi im Spiel der Gruppe F auf Deutschland

Von Alexandra Jonson, Teamreporter Schweden


Wenn von Schweden in der Ära nach Zlatan Ibrahimovic die Rede ist, steht eines immer im Mittelpunkt: das Team. Es geht nicht um ein oder zwei Stars, sondern immer um die gesamte Mannschaft. Das Kollektiv ist wohl die größte Stärke der Schweden. Dennoch gibt es einen Spieler, der sich etwas vom Rest abhebt und während der WM-Qualifikation extrem wichtig für die Schweden war.

Nach Ibrahimovics Rückzug aus dem Nationalteam im Jahr 2016 war der 26-Jährige Emil Forsberg aus Sundsvall plötzlich derjenige, der im Rampenlicht stand und dem Druck und den Erwartungen der Medien standhalten musste.

Forsberg war seinerzeit einer der Stars des Teams von Malmö FF, das seit 14 Jahren als erste schwedische Mannschaft die Gruppenphase der UEFA Champions League erreichte und damit Geschichte schrieb. Dann löste Forsberg in der Heimat viel Skepsis aus, als er sich 2014 entschloss, den schwedischen Meister zu verlassen und zum deutschen Zweitligisten RB Leipzig zu wechseln.

Doch der Schwede eroberte Deutschland im Sturm. In seiner ersten kompletten Saison stieg er mit Leipzig in die 1. Bundesliga auf und lieferte 22 Vorlagen, als sein Klub in der ersten Saison im Oberhaus gleich auf Platz zwei landete.

Die letzte Saison erwies sich für Forsberg als komplizierter, da er mit einer Reihe von Verletzungen zu kämpfen hatte. Es gibt allerdings keinen Zweifel daran, dass sein Talent und seine Kreativität bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ für seine Nationalmannschaft entscheidend sein werden.

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Genau wie alle seine Teamkameraden gab Forsberg sein WM-Debüt beim 1:0-Sieg gegen die Republik Korea in Nischni Nowgorod. In einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com erklärt er: "Ich bin zufrieden, glücklich und stolz. Ich habe genau wie alle anderen hart gekämpft und hätte im Angriff gern mehr Chancen herausgespielt, aber Sorgen macht mir das nicht."

Der schwedische Mittelfeldspieler weiß nach dreieinhalb Spielzeiten in Deutschland recht genau, was ihn am Samstag erwartet.

"Das wird eine extrem schwere Partie. Wir spielen gegen den Weltmeister, und das wird wirklich hart werden. Trotzdem müssen wir es genießen und auf dem Platz Spaß haben. Der gesamte Druck lastet auf Deutschland. Wir werden das tun, worin wir gut sind, und hinten dicht machen. Unsere Priorität liegt auf einem guten Ergebnis."

Die Schweden mögen auf dem Papier vielleicht der Außenseiter sein, doch sie wissen bereits, wie sie starke Gegner angehen müssen. Das haben sie in der Qualifikation bewiesen, in der sie mit Italien, den Niederlanden und Frankreich drei ehemaligen WM-Finalisten Paroli boten. Außerdem träumt Forsberg gern vom großen Erfolg.

"Ich glaube, man sollte immer träumen. Das ist wichtig, denn sonst wird es schwierig, nach vorn zu schauen. Wir träumen natürlich davon, etwas Großes zu erreichen. Wir wissen, was wir geschafft haben, um hierher zu kommen."

"Aber wir leben in der Gegenwart, und jetzt treffen wir auf Deutschland. Wir müssen 110 Prozent geben und alles richtig machen, sonst wird es schwer werden, sie zu schlagen oder auch nur ein Unentschieden zu erreichen. Darauf sind wir mental eingestellt, und wir werden sehen, wie weit wir damit kommen. Aber natürlich träumen wir davon, weit zu kommen."