Bühne frei für die Stars der Zukunft in Neuseeland

28. Mai 2015

Kia Ora! Willkommen in Neuseeland! Voller Vorfreude blickt die Fussballwelt dorthin, wo die Sonne zuerst aufgeht und ihr strahlendes Lächeln zeigt. In den nächsten drei Wochen werden in dem rund 4,5 Millionen Einwohner zählenden Inselstaat im Südpazifik einige der zukünftigen Stars erstmals ganz hell am Sporthimmel funkeln. Die 20. Auflage der FIFA U-20-Weltmeisterschaft steht bevor und der Gastfreundschaft der herzlichen "Kiwis", aber auch hochklassigem Fussball werden keine Grenzen gesetzt sein.

Auf den Spuren von Messi und Co.Wenn am morgigen Samstag um 13 Uhr Ortszeit in Auckland das mit Spannung erwartete Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber und der Ukraine angepfiffen wird, fällt endlich der Vorhang für das wichtigste Juniorenturnier der FIFA. Angetrieben vom Ehrgeiz, sich auf der globalen Bühne einen Namen zu machen, schicken sich 504 der größten Talente an, die begehrte Trophäe zu gewinnen. Gepackt von der Abenteuerlust, im vielzitierten "Naturparadies der Erde" unauslöschliche Fussballgeschichte schreiben zu wollen, sind die 24 teilnehmenden Teams bereit, um die Nachfolge des noch amtierenden Champions Frankreich zu kämpfen.

"This is the One!" Unter diesem Motto wird die FIFA U-20-WM 2015 für riesige Begeisterung sorgen. Die sportbegeisterten Neuseeländer wissen nur zu gut, dass diese Endrunde eine einzigartige Gelegenheit für sie ist, die aus allen Ecken des Globus angereisten Juwelen des Fussballs live in den eigenen Stadien zu sehen. "Lionel Messi, Ronaldinho, Michael Owen und Adriano haben allesamt in einer der früheren Auflagen dieser Turnierserie gespielt. Daher ist es eine großartige Chance für die 'Kiwis', die nächste Generation der Superstars in Aktion zu erleben", schreibt Neuseelands Premierminister John Key in seinem Vorwort für das vom Lokalen Organisatonskomitee (LOC) publizierte Turnierprogramm.

Viele Titelanwärter, große HoffnungenDie in den sieben Städten Auckland, Christchurch, Dunedin, Hamilton, New Plymouth, Whangarei und Wellington ausgetragene Endrunde verspricht eine außergewöhnlich hohe Leistungsdichte. Während die bei der letzten Turnierauflage vor zwei Jahren siegreichen Franzosen die Qualifikation für Neuseeland 2015 überraschend verpasst haben, treten die in der Türkei 2013 nicht im Teilnehmerfeld gestandenden Argentinier, ihres Zeichens mit sechs Titeln Rekordweltmeister in dieser Altersklasse, und die bislang fünf Mal erfolgreichen Brasilianer in den Favoritenrollen.

Mit großen Ambitionen sind auch die Portugiesen, die immerhin schon zweimal die Trophäe in die Höhe stemmen durften, und die bei der U-19-Europameisterschaft im letzten Jahr siegreichen Deutschen nach Ozeanien gereist. Und nicht zu vergessen, die stets gefährlichen Westafrikaner: Ghana konnte bereits fünfmal das Halbfinale in dieser Turnierserie erreichen und flog 2009 sogar als Champion nach Hause, Nigeria wurde schon zweimal Vize-Weltmeister und will diesmal endgültig als zweites Team seines Kontinents den ganz großen Coup schaffen.

"Die U-20-WM ist eines der führenden Turniere auf der Weltbühne. Einige der absoluten Top-Nationen werden in Neuseeland um die Trophäe kämpfen", sagt Winston Reid voller Stolz im FIFA.com-Interview. Den Kapitän der "All Whites" fasziniert vor allem der Gedanke an das bevorstehende Aufeinandertreffen verschiedener fussballerischer Stilrichtungen: "Jedes Spiel wird seinen ganz eigenen Reiz haben. Jedes Team bringt seine ganz eigene Philosophie und Spielweise ein."

Sympathieträger wollen beeindruckenDie Herzen der Fans werden freilich den bis in die Haarspitzen motivierten Gastgebern zufliegen. Mit der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken hoffen die "Junior All Whites", ihre Bilanz von zwei Unentschieden und sieben Niederlagen bei bislang drei Teilnahmen an U-20-Weltmeisterschaften deutlich zu verbessern. Coach Darren Bazeley zeigt sich enthusiastisch: "Dieses Turnier stellt eine gute Gelegenheit dar, den neuseeländischen Fussball und die uns zur Verfügung stehenden Spieler im besten Licht erscheinen zu lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Spieler im Team gute Leistungen zeigen - für sich selbst und für das Land. Das Turnier ist für uns alle eine fantastische Chance!"

Wie so oft, werden vermutlich auch den beiden Debütanten die Sympathien des Publikums sicher sein. Sowohl Myanmar als auch Fidschi nehmen zum ersten Mal an einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft teil und sind fest entschlossen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. "Wer Neuseeland besucht, kann eine fantastische Zeit erleben. Es ist unsere Aufgabe, als Gastgeber dafür zu sorgen, dass unsere Gäste am Ende mit unvergesslichen Erinnerungen abreisen. Das Turnier wird ganz bestimmt ein Riesenerfolg und ich hoffe sehr, dass der Funke überspringt. Der Fussball wächst in Neuseeland zwar, doch er ist noch längst nicht die Sportart Nummer eins. Hoffentlich trägt dieses Turnier dazu bei, dem Fussballsport noch mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung zu verschaffen", so Reid.

Begeisterung und InspirationZum dritten Mal findet eine FIFA U-20-WM in dieser Ecke der Welt statt - zwei Auflagen wurden bereits in Australien ausgetragen. Für Neuseeland wird es derweil das dritte FIFA-Turnier als Gastgeber sein, nachdem man bereits die U-17-WM der Männer 1999 sowie die U-17-WM der Frauen 2008 ausgetragen hat. FIFA-Präsident Blatter schreibt im Vorwort des vom LOC veröffentlichten Turnierprogramms: "Wir hoffen, dass diese Veranstaltung dazu beitragen wird, den Fussball im Land sowie in der weiteren Region anzutreiben und noch mehr junge Menschen, Jungs und Mädchen, zu inspirieren, Fussball zu spielen."

Zahlreiche ungeschliffene Diamanten, die sich bereits einen Namen machen konnten, zielen darauf ab, in Neuseeland zu Idolen zu avancieren. Der Brasilianer Andreas Pereira sowie die Argentinier Angel Correa und Giovanni Simeone fiebern dem Turnierauftakt ebenso erfolgshungrig entgegen wie die Kolumbianer Jeison Lucumi und Andres Tello. Aus der Bundesliga wollen Marc Stendera und Julian Brandt mit der deutschen Auswahl für Furore sorgen. Der Nigerianer Moses Simon hofft darauf, seine Torgefährlichkeit nach einem erfolgreichen Halbjahr in Belgien auch bei der WM unter Beweis stellen zu können. Und der beim französischen Topklub Olympique Marseille unter Vertrag stehende Bill Tuiloma ist fest entschlossen, die "Junior All Whites" in die K.o.-Phase für führen.

Vielversprechender könnte die Konstellation also kaum sein. Zahlreiche tolle Stadien, ein warmherziges und begeisterungsfähiges Publikum sowie einige der talentiertesten jungen Fussballer der Welt kämpfen im zweitältesten FIFA-Wettbewerb um Ruhm und Ehre - und um die besondere Aufgabe, am Abend des 20. Juni den Pokal in den Himmel Aucklands stemmen zu dürfen. Wer wird das Rennen machen? In der Sprache der Maori würde man den jungen Akteuren mit auf den Weg geben: "Möge es Dir gutgehen." Kia Ora!