Brasilien beweist erneut Nervenstärke und zieht ins Halbfinale ein

14. Juni 2015

Brasilien bewies im Elfmeterschießen erneut Nervenstärke und zog mit einem 3:1 nach Elfmeterschießen gegen Portugal ins Halbfinale der FIFA U-20-WM 2015 ein. Dabei waren die Europäer innerhalb der 120 Minuten das bessere Team, konnten aber aus zahlreichen Möglichkeiten keinen Treffer erzielen. Brasilien trifft nun in der Runde der letzten Vier in Christchurch auf Usbekistan oder Senegal.

Die erste Halbzeit war vom gegenseitigen Respekt und taktischem Spiel geprägt. Nur selten nahm die Partie Fahrt auf. Erstmals gefährlich wurde es nach einem langen Einwurf für Portugal, der Joao Nunes' als Abnehmer fand. Seinen Kopfball konnte Brasiliens Keeper Jean aber parieren (2.). Wenig später war es erneut ein Kopfball, der die Europäer in Führung hätte bringen können: Gelson Martins' Versuch ging aber über das Tor (10.). Brasilien fand nicht richtig in dieses Viertelfinale und so war es erneut der zweifache Titelträger Portugal, der sich die nächste Möglichkeit herausspielte. Andre Silva hatte allerdings per Kopf genauso wenig Glück wie seine Teamkollegen vor ihm (14.). Brasiliens Kapitän hatte nun offenbar genug vom tatenlosen Zusehen und versuchte es seinerseits mit einem wuchtigen Kopfball. Das Leder landete zwar im Netz, jedoch wurde das Tor nicht gegeben, weil sich Danilo vorher regelwidrig Platz verschafft hatte (22.). Die Südamerikaner waren aber jetzt im Spiel und Gabriel Jesus scheiterte mit einem Schuss aus 20 Metern (31.).

Auch nach der Pause waren die Portugiesen das etwas bessere Team und hatten mehr vom Spiel. Die ganz großen Momente sollten jedoch auch im zweiten Durchgang Mangelware bleiben. Es dauerte bis zur 72. Spielminute, bis die Sousa-Elf wieder Profit aus ihrem optischen Übergewicht schlagen konnte. Und wenn es gefährlich wurde, dann war meistens Gelson Martins beteiligt. Seine Versuche wurden aber jeweils abgeblockt oder von Jean pariert. Rony Lopes hätte das Spiel dann fast doch noch mit einem Geniestreich in der regulären Spielzeit entschieden: Nach einem Pass von Andre Silva stand Portugals Nummer zehn erst mit dem Rücken zum Tor, um sich dann aber blitzschnell zu drehen und das Leder mit einem Halbvolley aus der Drehung an den Innenpfosten zu bugsieren - eine Aktion, die durchaus ein Tor verdient gehabt hätte (82.). So aber ging es in die Verlängerung.

In der ersten Hälfte der Verlängerung vergab erneut der heute glücklose Rony Lopes eine riesige Chance, als er völlig freistehend aus fünf Metern mit einem Flugkopfball das Tor verfehlte (95.). Eine noch größere Möglichkeit vergab Gelson Martins, als er freistehend vor Jean die Pille ganz knapp am Kasten vorbeischob (105. +1). Keine Tore nach regulärer Spielzeit und Verlängerung bedeutete: Elfmeterschießen. Der Brasilianer Lucao vergab als Erster. Da aber nach ihm die Portugiesen Raphael Guzzo, Andre Lopes und Nunu Santos nicht treffen konnten und sich die Südamerikaner vom Punkt keine Blöße mehr gaben, zog Brasilien ins Halbfinale ein.

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