Lamela wird Mexiko zum Verhängnis

Argentiniens Erik Lamela rechtfertigte den Rummel um ihn in der Auftaktpartie seines Landes bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft gegen Mexiko mit einem glanzvollen Auftritt und dem Siegtreffer. Der 19-jährige offensive Mittelfeldspieler konnte im gesamten Spielverlauf überzeugen, erzielte den einzigen Treffer und sicherte seiner Mannschaft damit die Tabellenführung in Gruppe F. Argentinien hat zwei Punkte Vorsprung vor England und der DVR Korea, die sich zuvor mit einem torlosen Unentschieden trennten.

Kurz vor dem Anpfiff gab es eine schöne Überraschung für alle Zuschauer und eine eher unangenehme für die in den blau-weiß gestreiften Trikots: Eine Kombination aus Starkregen und Sonnenschein hatte einen wunderschönen Regenbogen über das Estadio Atanasio Girardot gezaubert, und im Startaufgebot von Walter Perazzo fehlte ganz unerwartet der Name des Ausnahmetalents Juan Iturbe.

Aber wenn einer von Argentiniens Mega-Nachwuchsstars seine Klasse hier nicht zeigen konnte, so gelang dies einem anderen umso besser. Erik Lamela überzeugte von Beginn an mit einem schönen Auftritt, und im weiteren Spielverlauf brachte er eine geradezu atemberaubende Leistung.

Nach 19 Minuten brachte der kürzlich vom AS Rom unter Vertrag genommene Spieler das Leder meisterhaft unter Kontrolle und bediente dann seinen Mannschaftskameraden Adrian Martinez mit einem ebenso meisterhaften Pass. Dieser hätte durchaus den ersten Treffer erzielen können, traf den Ball jedoch nicht richtig.

Mexiko wurde Mitte der ersten Halbzeit zum ersten Mal gefährlich. Cesar Ibanez ließ drei Gegenspieler stehen und legte dann für Ulises Davila auf, dessen Schuss abgeblockt wurde.

Bald stand jedoch Lamela wieder im Rampenlicht, als er seinen Gegenspieler ausschaltete und abzog. Torhüter Damian Martinez stand allerdings goldrichtig. Argentinien dominierte die Partie in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit, bereitete der mexikanischen Nummer eins jedoch keine wirklichen Schwierigkeiten.

Zur großen Freude der argentinischen Fans kam Iturbe im zweiten Durchgang für Matias Laba ins Spiel. Mexiko brachte Carlos Orrantia für Saul Villalobos.

Iturbe brauchte nur eine einzige Minute, um sein Können und seine Torgefährlichkeit unter Beweis zu stellen, als er die mexikanische Abwehrreihe mit einem Sprint ausschaltete. Sein Schuss ging jedoch am Tor vorbei.

Dann erlebten die Argentinier in der 48. Minute eine Schrecksekunde, als Alan Pulido den Ball nach einem abgefälschten Schuss von Davila im Netz versenkte. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf Abseits.

Iturbe versetzte das Publikum bei jeder Ballberührung in Begeisterung und war in der 65. Minute ganz nah dran. Sein harter Schuss war allerdings zu unpräzise. Derselbe Spieler setzte etwas später einen weiteren Schuss am Tor vorbei, nachdem er sich wundervoll in Position gebracht hatte.

In der 70. Minute gelang den Argentiniern dann endlich der verdiente Durchbruch. Lamela ging durch die Mitte, hielt sich seinen Bewacher clever vom Leib und ließ sich auch von drei weiteren Gegenspielern nicht aus der Ruhe bringen. Von der Strafraumgrenze aus jagte er die Kugel mit einem Gewaltschuss ins untere Toreck.

Martinez hätte kurz darauf fast noch das 2:0 erzielt, aber der Ball prallte nach seinem Schuss aus gut 18 Metern an den Pfosten.

Die Argentinier gaben sich dann mit dem knappen Vorsprung zufrieden und hielten den Ball während des weiteren Spielverlaufs geschickt in den eigenen Reihen. Sie hatten was sie wollten – in Form von drei wertvollen Punkten. Und wer Lamelas Auftritt hier verfolgt hat, der dürfte überzeugt sein, dass der Rummel um ihn gerechtfertigt ist und er das Zeug zu einem wirklichen Superstar hat.