Gelernte Lektionen und alte Versäumnisse

ZUSAMMENFASSUNG DES TAGES – Sich der Vergangenheit zu bedienen, um die Zukunft vorzubereiten, das nennt man Erfahrung. Am zweiten Spieltag der Gruppen A und B bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2011 wurde offenbar, das manche ihre Lektionen aus der ersten Partie besser gelernt haben als andere.

Kolumbien beispielsweise hatte gegen Frankreich einen denkbar schlechten Start erwischt, wusste aber gegen Mali die ersten schwungvollen Angriffe der Afrikaner zu kontrollieren und belohnte sich selbst mit dem zweiten Sieg in Folge. Frankreich wiederum, das gegen Kolumbien vollkommen zusammenbrach, nachdem es den Ausgleichstreffer kassierte, stand auch gegen Korea vor einer ähnlichen Situation, als Kim Young Uk den Führungstreffer durch Gilles Sunu egalisierte. Doch dieses Mal hielt die Mannschaft stand und erzielte gegen die Taeguk Warriors am Ende noch zwei weitere Tore.

Uruguay war möglicherweise schon bekannt, dass Neuseeland über einen großartigen Torhüter verfügt. Stefan Marinovic zeigte bereits gegen Kamerun eine sehr gute Leistung. Gegen die Charruas steigerte sich der Schlussmann erneut und sicherte den Kiwis den zweiten Punkt in der Geschichte des Turniers, auch wenn er einmal hinter sich greifen musste – nach einem tollen Spielzug vollendete Diego Luna mit einem sehenswerten Treffer. Kamerun schließlich, das sich schon gegen Neuseeland mit einem Eigentor das Leben schwer gemacht hatte, servierte auch dem nächsten Gegner Portugal nach einem krassen Abwehrfehler ein Tor auf dem Tablett – und gab dieses Mal sogar alle drei Punkte aus der Hand.

Ergebnisse*Gruppe A *Frankreich – Korea Republik 3:1 Kolumbien – Mali 1:0

Gruppe B Uruguay – Neuseeland 1:1 Portugal – Kamerun 1:0

Das Tor des Tages*Portugal - Kamerun, Nelson Oliveira (19.) *Kamerun hat es offensichtlich versäumt, das Kopfballspiel in der Defensive zu trainieren. Bereits in der Auftaktpartie gegen Neuseeland agierte das Team in diesem Bereich unglücklich, als Serge Tchaha einen Abwehrversuch ins eigene Tor köpfte. Gegen die Portugiesen gelang es gleich zwei Verteidigern nicht, eine Gefahrensituation zu klären. Nach einem langen Ball unterliefen sowohl Banana Yaya wie auch Ghislain Mvom beim Versuch, die Aktion per Kopf zu bereinigen, katastrophale Fehler. Nutznießer war Nelson Oliveira, dem das Spielgerät vor die Füße fiel und der mit einem gefühlvollen Heber über Torhüter Jean Efala vollendete.

Momente des Tages *Buntes Treiben: Die All Whites in komplett schwarzer Ausrüstung, eine Celeste* in weißen Trikots - die traditionellen Spitznamen der Mannschaften waren im Estadio Pascual Guerrero in Cali keine große Hilfe, um die Orientierung zu behalten. Kamerun hingegen präsentierte sich in der klassischen grünen Arbeitskleidung, doch von der Hoffnung, die diese Farbe vor dem Anstoß vielleicht noch repräsentierte, blieb nach dem Schlusspfiff nicht mehr viel übrig. In der Zwischenzeit sah Mvom die Rote Karte und drei Portugiesen, Alex, Caetano und Luis Martins, sahen jeweils Gelb – ganz wie die Ränge im Stadion, die komplett in den Vereinsfarben der Heimmannschaft leuchteten.

Peinliche Momente auf der Bank: In der Partie zwischen Frankreich und der Republik Korea gerieten beide Trainer in gewisse Verlegenheit. Dem Coach der jungen Bleus war es einige Minuten vor Beginn sichtlich unangenehm, als der in der französischen Sprache ungeübte Stadionsprecher den Namen seines Schützlings Smerecki – der auch noch polnischen Ursprungs ist – leicht entstellte. Der Trainer der Taeguk Warriors hingegen schaffte es ganz alleine, sich in Verlegenheit zu bringen. Beim Versuch, einen ins Aus gesprungenen Ball zu stoppen, gab er nicht gerade eine elegante Figur ab. Das ist wohl der Grund dafür, warum Spieler spielen sollten – und Trainer trainieren!

Statistik 700 – Die Partie zwischen Kolumbien und Mali war das 700. Spiel in der Geschichte der FIFA U-20-Weltmeisterschaft. Gleichzeitig bestritt Uruguay in der Begegnung mit Neuseeland am 2. August 2011 seine 50. Partie in diesem Wettbewerb. Nur Brasilien, Argentinien, Spanien und Australien können mehr aufweisen.

So geht es weiterAm Mittwoch, 3. August, findet der zweite Spieltag der Gruppen C und D statt. Spanien, Nigeria und Saudiarabien haben jeweils die Chance, mit einem zweiten Sieg mit Gastgeber Kolumbien gleichzuziehen. Spanien bekommt es dabei mit Ecuador zu tun, während Nigeria und Saudiarabien auf Kroatien beziehungsweise Guatemala treffen. Costa Rica wiederum wird gegen Australien versuchen, den ersten Punkt zu holen.