"Celeste" gewinnt Elfmeter-Krimi und steht im Endspiel

10. Juli 2013

Uruguay ist ins Finale der FIFA U-20-WM 2013 eingezogen und spielt damit am Samstag in Istanbul gegen Frankreich um den wertvollsten Titel im Juniorenfussball. In der Runde der letzten Vier setzte sich die Celeste an diesem Mittwochabend in Trabzon mit 7:6 im Elfmeterschießen gegen Irak durch. Nach der regulären Spielzeit sowie der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden.

In einer temporeichen Partie, die von beiden Seiten mit offenem Visier geführt wurde und kaum taktischen Zwängen unterworfen war, nahmen die Südamerikaner zunächst das Heft in die Hand. Das vom Publikum lautstark unterstützte Team aus Nahost war jedoch stets durch schnell vorgetragene Konter gefährlich. Nach zehn Minuten segelte ein Distanzschuss von Sebastian Cristoforo über den irakischen Querbalken, auf der Gegenseite konnte Schlussmann Guillermo De Amores einen als Aufsetzer ausgeführten 32-Meter-Freistoß von Ali Faez nur im Nachfassen entschärfen.

Die Überraschungsmannschaft von Coach Hakeem Shakir wurde nun mutiger und gestaltete das Spiel ausgeglichen. Als Nicolas Lopez und Giorgian De Arrascaeta nach einer knappen halben Stunde binnen weniger Momente gleich doppelt aus aussichtsreichen Positionen vergaben, sollte sich dies rächen. 34 Minuten waren gespielt, als Ali Adnan von der rechten Außenlinie zum Freistoß antrat, das gesamte Stadion mit einer Hereingabe rechnete, doch der Verteidiger frech mit links und direkt auf das Tor schoss. De Amores war völlig überrascht und sprang dem genau in den oberen Winkel des kurzen Pfostens einschlagenden Ball vergeblich hinterher.

Die Südamerikaner waren geschockt. Erst nach dem Seitenwechsel kam man wieder besser in die Parte und hätte durch Lopez den Ausgleich feiern müssen, doch der Star der Celeste verfehlte das Gehäuse beim Eins-gegen-Eins mit dem heraus stürmenden Torhüter Hameed per Lupfer aus 18 Metern deutlich. Nun versuchte Uruguay mit der Brechstange zum Erfolg zu kommen, Iraks Abwehrblock ließ aber keine Gefahr vor dem eigenen Gehäuse zu. Im Gegenteil: Nach 64 Minuten hätten sie durch einen weiteren gefährlichen Adnan-Freistoß, diesmal aus 35 Metern, fast erhöht.

Der eingewechselte Uruguayer Gonzalo Bueno leitete die Schlussphase mit einem spektakulären Kopfball ein, der an der gegnerischen Latte abprallte. Nun spielte nur noch die Celeste, und sie sollte in der 88. Minute belohnt werden: In einem Angriff, bei dem alle drei Protagonisten von der Bank kamen, flankte Diego Rolan aus halbrechter Position auf den langen Pfosten zu Felipe Avenatti. Der 1,96 Meter große Stürmer köpfte zurück in die Mitte und Bueno traf direkt per flachem Linksschuss aus elf Metern zum Ausgleich ins Netz. Weil auf der Gegenseite Adnan und Faez kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit aus aussichtsreichen Positionen scheiterten, folgte die Verlängerung.

Die Uruguayer waren nun weiterhin das dominante Team, ohne jedoch zu Torchancen zu kommen. Nur Lopez bot sich vor dem abermaligen Seitenwechsel eine Einschussmöglichkeit, als der müde und ideenlos wirkende Stürmer freistehend aus 13 Metern mit links verzog. In der zweiten Hälfte der Verlängerung waren es dann die Irakis, die dem 2:1 näher waren, doch De Amores parierte einen Fernschuss von Ihab Kadhim und einen Adnan-Kopfball jeweils exzellent. Nachdem auf der Gegenseite Celeste-Kapitän Gaston Silva ebenfalls mit einem Kopfball aus nächster Nähe vergab, musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

Schließlich war es Saif Salman, der für die Iraker verschoss und Uruguay jubeln ließ, nachdem zunächst bereits Gianni Rodriguez für die Celeste und Ali Faez für das Team aus Nahost nicht treffen konnten.