Zehn Momentaufnahmen der Vorrunde

30. Juli 2021

Die 24 Partien der Gruppenphase sind absolviert. Die Viertelfinals des Olympischen Fussballturniers der Männer stehen an. Bevor es jedoch auf die Zielgerade Richtung Gold, Silber und Bronze geht, wirft FIFA.com einen Blick zurück auf zehn Momente der Vorrunde, die in Erinnerung bleiben werden.

1 - Misslungener Auftakt für Gignac Also sprach André-Pierre Gignac: "Wenn wir vor den Mexikanern nach Hause fahren, sind wir tot und werden lange verhöhnt." Dumm nur, dass die Olympiasieger von London 2012 den Franzosen anschließend zum Auftakt gleich eine 1:4-Niederlage zufügten. Zwei Spiele später hatten die Bleus mit elf Gegentoren die schlechteste Abwehr der Gruppenphase. Es darf bezweifelt werden, dass die vier Tore von Tigres-Stürmer Gignac ausreichen, um ihn nach seinen markigen Worten in der der Zeitung L'Equipe von Kritik zu verschonen. 2 - Kubo zeigt sich präsent Mit seinen gerade einmal 20 Jahren trug Takefusa Kubo während der Gruppenphase alle Erwartungen des Gastgeberlands auf seinen Schultern. Der Stürmer von Real Madrid brachte seine Mannschaft beim 1:0-Auftaktsieg Japans gegen Südafrika auf die Siegerstraße, als er 20 Minuten vor Schluss das Tor des Tages erzielte. Insgesamt hat Kubo drei Tore erzielt, eines in jedem Spiel der Gruppe A.

3 - Brasilien gewinnt das Spitzenspiel Es war das Spitzenspiel des ersten Tages der Gruppenphase: die Neuauflage des Finales von Rio 2016 zwischen Brasilien und Deutschland. Und auch diesmal gewann die Seleçao. Die drei ersten Tore beim 4:2 fielen dabei bereits in der ersten halben Stunde, als Deutschland praktisch nicht auf dem Platz war. Zwar kamen die Europäer zwischenzeitlich noch einmal auf 2:3 heran, aber in der Nachspielzeit folgte dann der endgültige K.o. durch einen Konter. 4 - Argentiniens Stolperstart Argentinien – seines Zeichens Goldmedaillengewinner 2004 und 2008, Silbermedaillengewinner 1996 und Gewinner des Qualifikationsturniers in Südamerika – hatte einen denkbar schlechten Start ins olympische Turnier. Gegen Australien musste der Favorit eine 0:2-Niederlage einstecken. Die eher verhaltene Reaktion beim 1:0 gegen Ägypten und das anschließende 1:1 gegen Spanien genügten nicht, um das Vorrunden-Aus zu verhindern. 5 - Rumänien, 57 Jahre danach Die letzte Teilnahme Rumäniens an einem Olympischen Fussballturnier war 1964 – in Tokio! Trainer Mirel Rădoi, der auch die A-Nationalmannschaft trainiert, verriet uns im Exklusivinterview, inwieweit diese symbolische Begebenheit für den Fussball in Rumänien von Bedeutung ist. Doch nachdem die Rumänen ihr Comeback mit einem 1:0-Sieg gegen Honduras gefeiert hatten, holten sie leider nur noch einen Punkt aus den weiteren beiden Spielen und konnten nicht wie ihre glorreichen Vorgänger das Viertelfinale erreichen.

6 - Ein ganz besonderes Publikum Während bei diesen Olympischen Spielen aufgrund der Hygienekonzepte keine Zuschauer zugelassen sind, durften sich die Mannschaften, die im Kashima-Stadion spielten, vor einem ungewöhnlichen Publikum präsentieren, bei dem es sich hauptsächlich um Schulkinder zwischen sechs und zwölf Jahren handelte. Die Kinder sollten auf diese Weise den olympischen Geist hautnah erleben. 7 - Frühzeitiges Wiedersehen Es war einer der ungewöhnlichsten und bewegendsten Momente der Vorrunde. Nach dem 3:2-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Saudiarabien hielt Max Kruse in einem Interview mit dem deutschen Fernsehen auf Knien um die Hand seiner Freundin an. "Ich wollte eigentlich warten, bis ich ein Tor schieße. Aber wer weiß, ob ich das noch schaffe", scherzte der deutsche Mannschaftskapitän, der später klarstellte, dass seine Angebetete ja gesagt hat. Kleiner Trost also für Kruse nach dem frühen Ausscheiden der Mannschaft: Er konnte früher als erwartet zu seiner Liebsten zurückkehren!

8 - "Todesgruppe" kein Elefantenfriedhof Die so genannte "Todesgruppe" mit Brasilien und Deutschland überstand die Elfenbeinküste mit Bravour, indem sie den beiden Favoriten der Gruppe jeweils einen Punkt abrang (0:0 gegen die Brasilianer, 1:1 gegen die Deutschen). "Wir hatten vor dem Turnier nicht ein einziges Freundschaftsspiel, was unsere Vorbereitung natürlich erschwert hat. Aber es hatte auch sein Gutes, weil unsere Gegner so kein Bildmaterial von uns hatten, wir von ihnen hingegen schon", erklärte Trainer Soualiho Haidara bei FIFA.com. 9 - Richarlison tröstet sich selbst Mit seinem Hattrick beim 4:2 gegen Deutschland und seinem Doppelpack beim 3:1 gegen Saudiarabien überstrahlte Richarlison die Gruppenphase. Er glänzte mit Antritt, Stellungsspiel und Treffsicherheit. Der gerade erst im Finale der Copa América gegen Argentinien gescheiterte brasilianische Stürmer beendete die Vorrunde von Tokio 2020 als bester Torschütze mit fünf Treffern. 10 - Entfesselt "Warriors" Bei ihrer neunten Teilnahme in Folge am Olympischen Fussballturnier der Männer – einem Rekord – beeindruckte die Republik Korea in der ersten Runde mit zehn Toren. Damit stellten die Taegeuk Warriors den besten Angriff der Olympischen Spiele, wobei Hwang Ui-jo und Lee Kang-in jeweils drei Tore erzielten.