Die Männer legen mit großen Namen, "Traumgruppen" und "Japans Messi" los

21. Juli 2021
  • Am Donnerstag beginnt das Olympische Fussballturnier der Männer

  • Titelverteidiger Brasilien spielt in der Neuauflage des Endspiels von Rio 2016 gegen Deutschland

  • Hochkarätige Gruppen garantieren Spannung

Nachdem die Frauen am Mittwoch den Auftakt gemacht haben, beginnt am Donnerstag - noch vor der Eröffnungsfeier - das Olympische Fussballturnier der Männer.

Der besondere Reiz dieses Turniers liegt darin, dass es uns einerseits einen Blick auf die Stars der Zukunft bietet, gleichzeitig aber auch ehemalige Gewinner der FIFA Fussball-WM™ auf dem Rasen stehen. Zudem ist das Männerturnier aufgrund dieser Besonderheiten sehr unberechenbar, was ein Blick zurück auf die bisherigen Ausgaben nur bestätigt - nicht immer triumphierten die großen Namen!

Ägypten - Spanien Sapporo-Dome, 16.30 Uhr Ortszeit Mexiko - Frankreich Tokio-Stadion 17.00 Uhr Ortszeit Neuseeland - Korea Republik Ibaraki-Kashima-Stadion 17.00 Uhr Ortszeit Elfenbeinküste - Saudiarabien Internationales Stadion Yokohama 17.30 Uhr Ortszeit Argentinien - Australien Sapporo-Dome 19.30 Uhr Ortszeit Honduras - Rumänien Ibaraki-Kashima-Stadion 20.00 Uhr Ortszeit Japan - Südafrika Tokio-Stadion 20.00 Uhr Ortszeit Brasilien - Deutschland Internationales Stadion Yokohama 20.30 Uhr Ortszeit

SCHLAGLICHTER

Starpower durch Sonderregel Einerseits ist das Olympische Fussballturnier der Männer ein Blick in die Zukunft, bei dem junge Spieler die ersten aufregenden Kapitel ihrer Karriere schreiben, andererseits sorgt die Sonderregelung mit drei erlaubten Spielern über der Altersgrenze dafür, dass wir uns auf sehr bekannte Namen freuen dürfen: Brasiliens Legende Daniel Alves sowie sein Landsmann Richarlison dürften die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während mit Florin Thauvin sogar ein amtierender Weltmeister in Frankreichs Reihen steht. Die Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes vertraut darauf, dass der kultige Stürmer Max Kruse für Aufsehen sorgen wird - doch auch andere Länder haben interessante Akteure in ihren Reihen.

Neuauflage des Endspiels 2016 in Rio de Janeiro konnte sich mit Brasilien die Heimmannschaft im Endspiel gegen Deutschland durchsetzen und so – zumindest ein wenig – Revanche für die legendäre Halbfinalniederlage zwei Jahre zuvor bei der FIFA Fussball-WM Brasilien 2014™ nehmen. Nachdem Neymar und Maximilian Meyer jeweils vor und nach der Pause getroffen hatten, blieb es dem brasilianischen Superstar vorbehalten, im  Elfmeterschießen den entscheidenden Schuss vorzunehmen. "Olympia kann sehr viel zur Persönlichkeitsentwicklung von Spielern beitragen", sagte Deutschlands Trainer Stefan Kuntz, der 2017 und 2021 mit Deutschland die UEFA U21-EM gewinnen konnte.

Todesgruppe? Traumgruppe! Wie vor jedem Turnier wird heiß darüber debattiert, welche Sektion denn nun hier die Todesgruppe ist. Sowohl Gruppe A (Japan, Frankreich, Mexiko und Südafrika) als auch Gruppe D (Brasilien, Deutschland, Elfenbeinküste, Saudiarabien) könnten einen Anspruch anmelden, doch Gruppe C mit Spanien, Argentinien, Australien und Ägypten hat wohl leicht die Nase vorne. Graham Arnold, Trainer der traditionell unbeschwert auftretenden Australier, will davon jedoch nichts wissen: "Die Leute mögen es vielleicht die 'Todesgruppe' nennen, aber für mich ist es eine 'Traumgruppe'. Davon träumt man doch, du willst gegen diese Teams spielen und dich gegen die Besten der Welt ausprobieren."

El Gignac Fast fünf Jahre, nachdem er zum letzten für die französische Nationalmannschaft auflief, wird André-Pierre Gignac wieder ein internationales Turnier für Les Bleus spielen. Nun geht es ausgerechnet auch noch gegen Mexiko, wo der 36-Jährige die letzten sechs Jahre sehr erfolgreich spielt. "Ich will dieses Spiel, das natürlich ein besonderes ist, auf keinen Fall verlieren", so Gignac. "Wenn wir vor den Mexikanern nach Hause kommen müssen, sind wir tot, die werden uns ewig damit aufziehen." Bei den Franzosene ist auch Florian Thauvin dabei – der 2018er-Weltmeister wechselte diesen Sommer zum Gignac-Klub Tigres.

Hoffen auf "Japans Messi" Nach einer durchaus gelungenen Olympia-Vorbereitung mit drei Siegen (Argentinien, Ghana, Jamaika) und einer Niederlage (Argentinien) keimt bei den Gastgebern leise Medaillenhoffnung auf. Große Hoffnungen liegen natürlich auf dem 20-jährigen Mittelfeldspieler Takefusa Kubo, der mit 15 für sein Land bereits zur FIFA U-20-Weltmeisterschaft fahren durfte und aufgrund wuseliger Dribblings und seines starken linken Fußes auch schon mal "Japans Messi" genannt wird. "Früher habe ich Messi nur im Fernsehen spielen sehen", sagte der Real-Madrid-Mann zu FIFA.com. "Ich wünsche mir wirklich, dass ich ein ähnlich guter Spieler wie er werden kann, ein Spieler, den jeder einzelne Mensch beobachten und bewundern kann." Ein Tor zu erzielen, indem man vier Spieler tunnelt, ist schon mal ein guter Anfang!

Eine deutliche Botschaft zu Gehirnerschütterungen Die FIFA wird – in Übereinstimmung mit dem Zirkular 21 des IFAB – erstmals bei den Olympischen Fussballturnieren folgendes Protokoll implementieren:

  • Jedes Team darf in einem Spiel höchstens eine Auswechslung bei einer Gehirnerschütterung vornehmen;

  • Eine solche Auswechslung darf ungeachtet der bereits erfolgten Auswechslungen vorgenommen werden.

Als starkes Signal dient dieser Beschluss der Gesundheit der Spieler ("im Zweifelsfall raus"). Die medizinischen Betreuer stehen bei der Behandlung der Spieler weniger unter Druck, eine schnelle Entscheidung zu treffen und es wird vermieden, dass das eigene Team einen numerischen/taktischen Nachteil erleidet, weil die Gesundheit der Spieler geschützt wird. Zusätzliche Auswechslungen bei Gehirnerschütterungen wurden von der FIFIA sowohl bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Katar 2020 als auch bei den jüngsten Qualifikationsspielen zum FIFA Arabien-Pokal™️ erprobt. Wie bei dem letztgenannten Turnier wird es bei Tokio 2020 auf den Rängen offizielle "Beobachter" für Gehirnerschütterung geben, um dabei zu helfen, problematische Kopfverletzungen zu erkennen.