Rakhmatov: Usbekistan hat seine Futsal-WM-Lektionen gelernt

6. Sept. 2021
  • Usbekistan feierte 2016 in Kolumbien sein WM-Debüt

  • Dilshod Rakhmatov erzielte auf dem Weg zur ersten WM-Teilnahme vier Tore

  • Der Veteran will bei Litauen 2021 den Sprung aus der Gruppe schaffen

Der Usbeke Dilshod Rakhmatov geht mit einem klaren Ziel in die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Litauen 2021™: Er will sein Land stolz machen. Das Team ist erst zum zweiten Mal dabei, doch der Spieler von Dalian Yuan Dynasty hofft auf ein denkwürdiges Turnier. "Ich freue mich über diese Gelegenheit, unsere Fortschritte zu zeigen und die Ehre meines Landes zu verteidigen, so der 31-Jährige gegenüber FIFA.com. "Wir fahren dorthin, um Usbekistan zu repräsentieren. Ich habe das Gefühl, dass ich mich auf dem Gipfel meiner Karriere befinde." Rakhmatov und Usbekistan feierten ihr Debüt bei der FIFA Futsal-WM 2016 in Kolumbien. Aufgrund der fehlenden internationalen Erfahrung kam das Team allerdings nicht über die Gruppenphase hinaus und holte lediglich einen einzigen Punkt beim 3:3-Unentschieden gegen die Gastgeber. Fünf Jahre später denkt er jedoch, dass die Mannschaft in der Lage ist, in einer Gruppe, in der auch Russland, Ägypten und Guatemala vertreten sind, für die eine oder andere Überraschung zu sorgen. "Unser erstes Ziel ist es, den Sprung aus dieser Gruppe zu schaffen", so der erfahrene Spieler. "Wir haben bei unserer ersten WM-Teilnahme Fehler gemacht und daraus gelernt. "Wir haben noch nie gegen Guatemala gespielt und kennen dieses Team nicht. Was die beiden anderen Mannschaften angeht, so haben wir mit Russland Erfahrungen gemacht und kennen deren Spielweise. Auch die Ägypter sind für uns keine Unbekannten, denn wir haben erst kürzlich bei einer internationalen Meisterschaft in Thailand gegen sie gespielt (und 4:0 gewonnen)."

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Erste Qualifikation

Für Usbekistan lief es in den Qualifikationsturnieren in der Vergangenheit nicht immer rund. Seit dem Eintritt in die asiatische Fussballkonföderation AFC nimmt das Team regelmäßig alle zwei Jahre am AFC Futsal-Asienpokal teil, der alle vier Jahre als WM-Qualifikation fungiert. Von 1999 bis 2014 schafften die Usbeken es zwar fünf Mal unter die ersten Drei, aber ausgerechnet in den Jahren der WM-Qualifikation scheiterte das Team stets. Der Durchbruch gelang erst, als Usbekistan 2016 selbst Gastgeber der asiatischen Endrunde war. Im Viertelfinale besiegte man Irak mit 3:0, wobei Rakhmatov einen Doppelpack schnürte. Damit stieß das Team ins Halbfinale vor und sicherte sich einen Platz bei der Weltmeisterschaft. "2016 war das beste Jahr meiner Karriere", sagte Rakhmatov, dessen Mannschaft das Turnier als Zweiter beendete. "Ich hatte mit meinem Klub und meinem Land bereits Meistertitel gewonnen, aber diese Qualifikation zu überstehen und zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft zu erreichen, war noch bedeutender. Wir spielten auf heimischem Boden und hatten das gesamte Stadion hinter uns. Und wir wussten, dass uns auch viele Fans im Fernsehen zusahen. Wir haben hart gekämpft und haben es geschafft. Das waren unvergessliche Szenen. Noch heute erinnere ich mich an die Tore, die ich gegen Irak erzielt habe. Das ist eine wundervolle Erinnerung, die ich mein ganzes Leben lang in Ehren halten werde. Die Qualifikation für Kolumbien 2016 war enorm wichtig für unser Land. Usbekistans Futsal-Nationalteam war bereits 1996 gegründet worden, doch wir waren mehrmals in der WM-Qualifikation gescheitert. 2016 konnten wir all das endlich hinter uns lassen und Geschichte schreiben."

MEDELLIN, COLOMBIA - SEPTEMBER 16: Andre (L) of Portugal fights for the ball with Dilshod Rakhmatov of Uzbekistan during the FIFA Futsal World Cup Group A match between Portugal and Uzbekistan at Coliseo Ivan de Bedout stadium on September 16, 2016 in Medellin, Colombia. (Photo by Alex Caparros - FIFA/FIFA via Getty Images)

Allen Widrigkeiten zum Trotz

Bei der Vorbereitung auf die FIFA Futsal-WM hatte auch Usbekistan - unter dem neuen Trainer Bakhodir Ahmedov - mit einer Reihe von Schwierigkeiten zu kämpfen, die durch die anhaltende COVID-19-Pandemie verursacht wurden. "Das hat uns das Leben sehr schwer gemacht", so Rakhmatov. "Während des Lockdowns im letzten Jahr konnten wir das Haus nicht verlassen. Wir mussten alle unsere Trainingseinheiten zu Hause absolvieren. Wir haben alles versucht, was uns einfiel, um fit und in Form zu bleiben. Gott sei Dank wird es jetzt allmählich wieder besser. Wir können jetzt wieder draußen trainieren und spielen." Zur Vorbereitung auf Litauen 2021 wurden zwei Freundschaftsspiele absolviert, in denen Usbekistan mit einem Sieg und einem Unentschieden gegen Venezuela sowie einem klaren 10:0-Sieg gegen Mosambik seine Form verbessern konnte. Auch gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien spielten die Usbeken zwei Mal und unterlagen nur knapp. "Wir haben wertvolle Erfahrungen für die Weltmeisterschaft gesammelt", sagte er. "Wir haben ein neues Team mit vielen jungen Spielern, und Trainer Akhmedov hält sie an, stets ihr Bestes zu geben. Die Chemie im Team ist sehr gut. Wir sind bereit für den Kampf."