COVID-19 kann die Futsal-Leidenschaft auf den Salomon-Inseln nicht brechen

10. Juni 2021
  • Das Team der Salomon-Inseln muss auf einem alten Basketballfeld für Litauen 2021 trainieren

  • Mittel aus dem FIFA-COVID-19-Hilfsplan helfen dem Team in der Vorbereitung

  • Die Kurukuru sind in der jüngsten Ausgabe des Fussballmagazins Living Football vertreten

Auf den Salomon-Inseln lebt und atmet man den Fussball förmlich. Fünfstellige Zuschauerzahlen sind im Lawson Tama Stadium keine Seltenheit – und das bei einer Gesamtbevölkerung von gerade 100.000 Menschen auf der Hauptinsel.

Auch der Futsal bildet in der Fussballszene der Salomon-Inseln eine sehr starke Komponente. Allerdings spielt man hier bevorzugt draußen, auf beliebigen harten, glatten Plätzen. Trotz der enormen Luftfeuchtigkeit – oder vielleicht gerade deswegen – ist Futsal auf dieser melanesischen Inselgruppe weitaus populärer als irgendwo sonst im Pazifik.

"Futsal ist ein sehr schnell wachsender Sport", so Micah Lea'alafa, der überaus respektierte Kapitän des Nationalteams. "Wo immer man auf den Salomon-Inseln auch hinkommt, spielen die Leute Futsal."

Leidenschaft, Stolz und märchenhafte Siege

Wie sehr die Salomon-Inseln den Futsal in Ozeanien dominieren wird daran deutlich, dass das Team in Litauen bereits zum fünften Mal in Folge bei der WM-Endrunde dabei ist. Dort warten in der Gruppenphase die Teams von Marokko, Portugal und Thailand. Eines ist sicher – die Leidenschaft der Salomon-Insulaner für das Spiel und der Stolz, ihre Nation zu vertreten, werden deutlich sichtbar sein, wie schon bei früheren Auftritten auf der Weltbühne.

In kaum einem der 16 Länder, die in Litauen an den Start gehen, hatte die COVID-19-Pandemie ähnlich weitreichende Auswirkungen wie auf den Salomon-Inseln. Spieler und Funktionäre verloren Arbeit und Einkommen und dem Team wurde der Zugang zum einzigen Spielfeld verwehrt, das internationalen Standards genügt, was die Vorbereitungen stark beeinträchtigt.

Nachdem die Trainingsanlagen in Honiara in ein behelfsmäßiges Impfzentrum umgewandelt wurde, ist nun ein rudimentärer Basketballplatz im Freien die Trainingseinrichtung der Kurukuru. Die hochwertigen Anlagen, die von vielen Konkurrenten genutzt werden, sind buchstäblich eine halbe Weltreise entfernt.

"Der Platz schränkt uns ein, da wir wegen der Sicherheit nicht 100 Prozent geben können. Dennoch sieht es derzeit bei allen Spielern gut aus", so Lea'alafa. "Wenn wir dann bald wieder auf einem richtigen Platz trainieren, können wir an den taktischen Aspekten unseres Spiels arbeiten."

Die Salomon-Inseln haben bei ihren bisherigen Auftritten auf der Weltbühne gemischte Ergebnisse erzielt. Einer der Höhepunkte war ein denkwürdiger Sieg gegen Guatemala, wobei der erst 16-jährige Torhüter den Siegtreffer erzielte.

Finanzielle Hilfen

Die Trainingsmöglichkeiten der Salomon-Inseln sind enorm eingeschränkt, doch zumindest kann das Team auf Mittel aus dem FIFA-COVID-19-Hilfsplan zählen, um einen Teil der Betreuungs- und Reisekosten im Zusammenhang mit der FIFA Futsal-WM zu decken.

"COVID-19 hat den Fussball auf den Salomon-Inseln massiv getroffen", so Leonard Paia, der Geschäftsführer des Fussballverbands der Salomon-Inseln.

"Wir haben nur eine einzige Spielstätte, wo wir die nationale Futsal-Liga austragen können. Leider haben wir keinen Zugang zu Anlagen, wie sie die anderen Länder zur Vorbereitung ihrer Nationalteams nutzen können.

Das FIFA-Entwicklungsprogramm FORWARD hilft uns in dieser Hinsicht sehr. Wir schätzen die Unterstützung der FIFA bei der Abwicklung unserer Aktivitäten. Dies ermöglicht es uns, die Fussballentwicklung im Land trotz aller Schwierigkeiten weiter voranzutreiben."

Die Salomon-Inseln planen ein Trainingslager in Australien und hoffentlich auch in Europa, bevor sie in Litauen und damit buchstäblich auf der anderen Seite der Welt ankommen.

"COVID-19 hat uns schwer getroffen und viele der Spieler arbeitslos gemacht", sagt Francis Lafai, Assistenztrainer der Salomon-Inseln. "Die COVID-19-Förderung bildet eine wichtige finanzielle Unterstützung. Ohne diese Unterstützung wären wir nicht in der Lage, diese Trainingslager durchzuführen."