Entscheidende Treffer: Blanco beschert Premieren-Titel

  • Cuauhtemoc Blanco schießt Mexiko zu erstem FIFA-Titel

  • Rafael Marquez mit der Vorarbeit

  • Blanco und Ronaldinho am Ende mit sechs Toren

1999 gewann Mexiko mit dem FIFA Konföderationen-Pokal erstmals einen großen Titel – am entscheidenden Treffer waren zwei Fussball-Größen von El Tri beteiligt.

Die Ausgangslage Gastgeber Mexiko hatte die Gruppe A nach Spielen gegen Saudiarabien (5:1), Ägypten (2:2) und Bolivien (1:0) souverän gewonnen, ehe man im Halbfinale durch ein Golden Goal von – natürlich – Blanco mit 1:0 gegen den Erzrivalen USA gesiegt hatte.

Die Brasilianer gewannen sogar alle drei Gruppenspiele gegen Deutschland (4:0), die USA (1:0) und Neuseeland (2:0), bevor man dann im Halbfinale gegen Saudiarabien die ersten zwei Gegentore hinnehmen musste. Da die Selecao aber insgesamt acht Tore selber erzielte, war das kein großes Problem.

Vize-Weltmeister Brasilien war vor dem Endspiel natürlich der Favorit, doch Mexiko führte durch Miguel Zepeda und José Manuel Abundis nach 28 Minuten 2:0, ehe die Selecao kurz nach der Pause auf 2:2 egalisierte. Die Heimelf ging fast direkt nach dem 2:2 durch Zepeda mit 3:2 erneut in Front; dann sollte der große Auftritt Blancos folgen.

Das entscheidende Tor Es war das Zusammenspiel zweier Legenden des mexikanischen Fussballs, das diesen ersten FIFA-Titel bringen sollte: Rafael Marquez erhielt im Mittelfeld den Ball und setzte mit einem genialen hohen Pass den rechts in den Strafraum eilenden Blanco ein. Dieser versetzte Odvan fein mit einer Finte und zimmerte das Spielgerät aus knapp elf Metern ins lange Eck. Mehr als der erneute Anschlusstreffer zum 4:3 sollte Brasilien - nur eine Minute nach Blancos Tor - nicht mehr gelingen.

Am Ende gewann Blanco sogar noch den Silbernen Ball und Silbernen Schuh dieses Turniers.

Der Torschütze Cuauhtemoc Blanco Bravo ist ohne Zweifel einer der besten mexikanischen Fussballer und der Trick, bei dem man den Ball zwischen die Füße klemmt und dann damit durch zwei Verteidiger hindurch springt, ist sogar nach ihm benannt: Der Cuauhteminha. Er ist eine Vereinslegende bei Club America, für den er nicht weniger als 15 Profijahre von 1992 bis 2007 spielte (zwischenzeitlich wurde er ausgeliehen, unter anderem zu Real Valladolid in Spanien) und mit dem er 2005 erstmals Meister wurde.

Im Alter von 34 Jahren, wenn andere Profis ihre Karriere beenden, packte Blanco noch einmal die Abenteuerlust und er heuerte in den USA bei Chicago Fire an und ließ diesem Engagement noch sechs weitere bei anderen Klubs in Mexiko folgen, bevor er im Februar 2016 im Alter von 43 Jahren, für ein letztes Spiel zu Club America zurückkehrte, dort in einer Liga-Partie in der Startelf stand und nach 36 Minuten ausgewechselt wurde und seine Karriere beendete.

Stimmen "Bei dem Tor ging es darum, so schnell wie möglich nach vorne zu kommen. Ich hatte das Glück, dass ich den Ball so gut flanken konnte, da es mit meinem schwächeren linken Fuß war. Und dass Blanco ihn so gut verarbeiten und abschließen konnte. Cuauhtemoc war und ist in Mexico ein Idol. Er war für uns alle ein Vorbild. Er hat bei dem Konföderationen-Pokal gezeigt, welche Qualität er mitbringt." Rafael Marquez

"Ich wusste, dass wir eines tun mussten, um Brasilien zu schlagen: Wir mussten mehr Tore als sie schießen, denn dieses Brasilien mit Ronaldinho würde einige Tore schießen. Aber wir hatten Cuauhtemoc und beide waren stark. Beide standen auf der Torjägerliste am Ende ganz oben." Manuel Lapuente, Trainer Mexiko

"Ich habe großartige Erinnerungen an das Endspiel im Azteken-Stadion, denn diese Arena verfügt über eine einzigartige Atmosphäre. Wenn ich an all meine Erfolge im Laufe meiner Karriere denke, hat der Gewinn des Konföderationen-Pokals in Mexiko einen ganz hohen Stellenwert. Diesen Titel zu holen, ist für jeden Spieler eine große Sache. Diesen Erfolg werde ich niemals vergessen." Rafael Marquez

Im Vorfeld des FIFA Konföderationen-Pokals Russland 2017 blickt FIFA.com alle zwei Wochen auf entscheidende Tore in diesem Wettbewerb zurück.** 

Bisher: Entscheidende Treffer: Rasmussens Konter In zwei Wochen: Nimmersatte Franzosen siegen mit Köpfchen