FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010™
08. Dezember - 18. Dezember

FIFA Klub-Weltmeisterschaft VAE 2010™

Info

Ein erfolgreiches und historisches Turnier 

  • Samuel Eto'o und Inter glänzen

  • TP Mazembe schreibt als erster afrikanischer Finalist Geschichte

  • Seongnams Mauricio Molina wird mit drei Treffern Toptorschütze

Als der FC Internazionale Milano vor einer Woche zur Teilnahme an der FIFA-Klubweltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten eintraf, herrschte unter den Beobachtern allgemein die Auffassung vor, dass die Nerazzurri angesichts ihrer zuletzt wenig überzeugenden Auftritte in der Serie A und in der UEFA Champions League nicht unbedingt als Favoriten in das Turnier gehen würden. Folglich tendierten die Titel-Prognosen eher in Richtung des amtierenden Südamerika-Meisters Internacional Porto Alegre.

Doch es kam anders. Am Ende der am Samstag, 18. Dezember, ausgetragenen Finalpartie jubelte nicht das brasilianische, sondern das italienische Team mit 'Inter' im Vereinsnamen. Vor allem dank eines glänzend aufgelegten Samuel Eto'o setzte sich das Mailänder Starensemble souverän mit 3:0 gegen TP Mazembe Englebert durch.

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Dritter Titel für Internazionale Nicht nur, dass Inter Mailand damit seine beiden Spiele bei der FIFA Klub-WM 2010 mit dem gleichen und deutlichen Ergebnis gewann. Darüber hinaus zeigte die Mannschaft von Trainer Rafael Benítez auch endlich wieder den attraktiven Fussball und die Siegermentalität, die ihr in der vergangenen Saison den Titel in der UEFA Champions League beschert hatten. Eine bessere Grundlage für einen verheißungsvollen Start in das Jahr 2011 hätten sich die Inter-Spieler wohl kaum schaffen können!

Auch wenn der gestrige Erfolg für Inter Mailand insgesamt bereits der dritte Triumph auf der Weltbühne des Klubfussballs war – in den Jahren 1964 und 1965 hatte man den damaligen Interkontinental-Pokal gewonnen – so besitzt dieser WM-Titel schon deshalb einen ganz besonderen Wert, da er den Spielern nach einem katastrophalen Saisonstart zu neuem Selbstvertrauen verhilft. Übrigens zog Inter dadurch in der Gesamtbilanz mit seinem ewigen Rivalen AC Mailand gleich, der die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2007 für sich entschieden hatte.

TP Mazembe Englebert and SC Internacional fans celebrate together

Mazembe schafft Historisches Was die Auszeichnung für den besten Spieler des Turniers anbelangt, so erwies sich Samuel Eto'o ebenfalls als würdiger Gewinner, woran seine Galavorstellung im Finale sicher den größten Anteil hatte. Weil ihm die perfekte Vorbereitung des Führungstreffers – der Topstürmer hatte den Ball mit einem geschickten Heber auf den Mazedonier Goran Pandev gespielt, der daraus das 1:0 machte – noch nicht genug war, trug sich der kamerunische Nationalspieler danach auch selbst in die Torschützenliste ein und erzielte mit einem kapitalen Schuss das 2:0 für sein Team. Fünf Minuten vor Spielende sorgte Jonathan Biabiany noch für den 3:0-Endstand.

Die große Überraschung des Turniers war und ist die Mannschaft von TP Mazembe Englebert. Daran ändert auch die Niederlage im Finale gegen Inter Mailand nichts. Denn zuvor hatte das Team von Trainer Lamine N'Diaye im Halbfinale dank zweier Treffer von Mulota Kabangu und Dioko Kaluyituka mit 2:0 über Internacional Porto Alegre die Oberhand behalten. Auch wenn es am Ende gegen die größere Erfahrung der Italiener nicht gereicht hat, allein schon mit dem Erreichen des Finales hat der kongolesische Klub Geschichte geschrieben. Denn zuvor war dies noch keiner afrikanischen Mannschaft gelungen.

Molina holt Torjägerkrone Wie nicht anders zu erwarten konnte der amtierende Afrikameister auch während der Finalbegegnung auf die musikalische Unterstützung seitens seiner Fans bauen. Und auch die brasilianischen Fans trieben die Spieler von Internacional Porto Alegre im Spiel um Platz drei immer wieder mit lautstarken Anfeuerungsrufen nach vorn. Am Ende konnte die Mannschaft von Trainer Celso Roth ihre Anhänger nach dem misslungenem Auftaktspiel mit einem ungefährdeten 4:2-Sieg über das südkoreanische Team von Seongnam Ilhwa Chunma 4:2 wieder versöhnlich stimmen. Außerdem widmete das brasilianische Team diesen Triumph seinem Routinier und Torhüter Roberto Abbondanzieri. Der Argentinier war für die letzten Minuten der Partie eingewechselt worden, um so einen glanzvollen Schlusspunkt unter seine langjährige Karriere zu setzen. Eine schöne Geste, an der auch die Fans auf den Rängen aktiven Anteil nahmen. Schließlich hatten sie von ihren Idolen gerade ein Spiel gesehen, das sie an jene Leistungen erinnerte, die im Vorjahr zum Gewinn der Copa Libertadores geführt hatten.

Bester Mann auf dem Platz war Alecsandro, der nach seiner Vorlage zum Führungstreffer für Tinga später selbst zwei Tore beisteuerte. Den vierten Treffer (3:0) erzielte der Argentinier Andrés D'Alessandro, über den fast alle Spielzüge der Brasilianer liefen. Die beiden Tore für Seongnam gingen übrigens ebenfalls auf das Konto eines Südamerikaners: Mit seinen Treffern zwei und drei schoss sich der aus Kolumbien stammende Mauricio Molina an die Spitze der Torschützenliste. Zuvor hatte Molina bereits im Viertelfinale gegen Al-Wahda getroffen und zudem die Vorarbeit bei zwei weiteren Treffern seiner Mannschaft geleistet. Damit hatte der Kolumbianer den weitaus größten Anteil am späteren 4:1-Sieg seiner Mannschaft.

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Seongnam auf Platz vier In der anschließenden Halbfinalpartie gegen Inter Mailand, bei dem sich mit Javier Zanetti erneut ein Argentinier hervortat, sah sich der Siegeszug der Südkoreaner allerdings jäh gestoppt. Obwohl Internazionale gleich in der Anfangsphase Wesley Sneijder ersetzen musste, der sich kurz nach dem Anpfiff der Partie am Oberschenkel verletzte, setzte sich der Triple-Champion am Ende klar mit 3:0 durch. Der niederländische Topstar fehlte übrigens auch im Finale.

Nach der Viertelfinalniederlage hoffte die Mannschaft von Seongnam Ilhwa Chunma ihrerseits darauf, es ihren Landsleuten von den Pohang Steelers gleich zu tun, die bei der Vorjahresauflage Rang drei des Turniers belegt hatten. Doch was das Team von Trainer Shin Tae-Yong gegen die Brasilianer in der Offensive bot, war viel zu zaghaft, so dass es sich am Ende mit dem vierten Platz begnügen musste.

Ein erfolgreiches Turnier CF Pachuca war mit großer Zuversicht in das Turnier gestartet, zumal es bereits seine insgesamt dritte Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft war. Am Ende reichte es jedoch für die Mexikaner auch im dritten Anlauf nicht mehr als zu Platz fünf. Immerhin gelang der Mannschaft von Trainer Pablo Marini im letzten Spiel gegen Al Wahda noch ein Sieg im Elfmeterschießen. Dem Team des Gastgeberlandes bleibt indes der Trost, die gleiche Platzierung (Rang sechs) erreicht zu haben wie sein Vorgänger Al Ahli bei der Turnierauflage 2009.

Für den Ozeanien-Vertreter Hekari United war das Turnier vor allem reich an neuen Erfahrungen, auch wenn man dabei nicht über den siebten und letzten Platz hinauskam. Allein die Tatsache, sich für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft, bei der die besten Mannschaften der restlichen fünf Konföderationen vertreten sind, qualifiziert zu haben, war für das Team aus Papua-Neuguinea ein tolles Erlebnis.

Unter dem Strich bleibt festzustellen, dass diese Auflage der FIFA Klub-Weltmeisterschaft ein großer Erfolg war. Dies sah auch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter so, als er sagte, dass "die Vereinigten Arabischen Emirate als Organisatoren des diesjährigen Turniers die Messlatte sehr hoch gelegt haben." Im kommenden Jahr findet das Turnier in Japan statt.

Endstand

  1. FC Internazionale Milano

  2. T.P. Mazembe

  3. Sport Club Internacional

  4. Seongnam Ilhwa FC

  5. Pachuca

  6. Al Wahda

  7. Hekari United

Stadien Mohammed Bin Zayed Stadium (Abu Dhabi) Zayed Sports City (Abu Dhabi)

Erfolgreichste Torschützen Mauricio Molina (Seongnam Ilhwa Chunma), 3 Tore; Alecsandro (Internacional Porto Alegre), Dario Cvitanich (CF Pachuca) und Fernando Baiano (Al-Wahda) (je 2 Tore)

SPIELE

Turniernachrichten

FIFA Club World Cup UAE 2010

Júlio César: "Wir sind gut vorbereitet"

F.C. Internazionale Milano holte im Jahr 2010 vier Titel in fünf Turnieren. Für viele Spieler des Klubs war es daher ein herausragendes Jahr. Das ist bei Júlio César nicht anders, auch wenn er jedes Mal aufs Neue frustriert ist, wenn man auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft zu sprechen kommt. Das Ausscheiden im Viertelfinale in Port Elizabeth gegen die Niederlande sorgte bei dem legendären Torwart für heulendes Elend. Inzwischen ist diese bittere Niederlage mit der Seleção für ihn jedoch sogar eine Zusatzmotivation. Er möchte das Jahr unbedingt mit dem Titelgewinn bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft abschließen. Den ersten Schritt hat Inter in Abu Dhabi mit dem Sieg gegen Seongnam Ilhwa Chunma bereits getan. Im Finale muss der Klub nun gegen das Überraschungsteam von TP Mazembe antreten, das Internacional Porto Alegre im zweiten Halbfinale besiegte. Am Tag nach der Partie gegen den Asienmeister absolvierte die Mannschaft vormittags ein leichtes Training. Im Anschluss nahm sich Júlio César Zeit für ein Gespräch mit FIFA.com. Themen waren das Finale und der Traum, das Jahr mit einem Höhepunkt ausklingen zu lassen: "Mit einem Sieg könnten wir die WM endgültig abhaken, das Jahr 2010 zu einem guten Ende bringen und noch besser in 2011 starten." Was war das für ein Gefühl, ausgerechnet bei einer für den Verein so wichtigen Partie aufs Spielfeld zurückzukehren? Das war super. Ich hatte aufgrund von zwei Verletzungen anderthalb Monate nicht gespielt und wollte endlich wieder auflaufen. Ich freue mich nicht nur für mich selbst, sondern auch für andere Mannschaftskameraden, die vorher mit Verletzungen zu kämpfen hatten, zum Beispiel Milito. Er war ziemlich lange zum Zuschauen verdammt, aber hat hier eine gute Leistung gebracht und ein schönes Tor geschossen. Aus all diesen Gründen war die Rückkehr aufs Spielfeld sehr positiv. Wir haben einen wichtigen Sieg eingefahren und guten Fussball gezeigt. Wir sind sehr zufrieden, weil wir die Chance haben, 2010 um einen weiteren Titel zu kämpfen. Die Stimmung auf dem Spielfeld war ausgesprochen gut. Alle haben viel Laufeinsatz gezeigt, alles gegeben und die Tore gemeinsam bejubelt. Kann Inter über ein solches Turnier neues Selbstbewusstsein tanken? Wir hatten einen guten Saisonauftakt, haben den italienischen Superpokal gewonnen, im Finale des europäischen Superpokals verloren und einen guten Start in die italienische Liga hingelegt. Danach wurden wir immer wieder von Verletzungsproblemen heimgesucht und haben einige Monate lang in der Meisterschaft keine besonders guten Leistungen gezeigt. Das hat die Arbeit des Trainers ziemlich erschwert. Er hatte einen schweren Stand, weil er neu zum Klub kam und nicht auf die Mannschaft zählen konnte, die einen Titel nach dem anderen holte. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ein Sieg bei dieser Klub-WM wichtig wäre, um zu neuem Selbstvertrauen zu finden. Wenn ihm die verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen, kann der Trainer besser arbeiten und wir bringen bessere Leistungen. Sie haben mit Inter ein optimales Jahr hinter sich, aber mit der Seleção sind Sie enttäuschend bereits im Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ausgeschieden. Wäre ein Sieg bei der Klub-WM für Sie ein kleines Trostpflaster? Seit ich Fussballprofi geworden bin, träume ich davon, den größten aller Titel zu gewinnen. Dieses Jahr war auf Vereinsebene gut, aber leider war die WM eine Riesenenttäuschung. Wir hatten vorher in den dreieinhalb Jahren unter Dunga optimale Leistungen gebracht, sind mit viel Selbstbewusstsein angereist und wollten zumindest ins Finale einziehen. Daher war das Ausscheiden im Viertelfinale eine große Enttäuschung. Aber das Leben geht weiter, und wir schauen nach vorn. Jetzt habe ich zusammen mit Lúcio und Maicon die Chance, diese Klub-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Mit einem Sieg könnten wir die WM endgültig abhaken, 2010 zu einem guten Ende bringen und noch besser ins Jahr 2011 starten. Wie würde denn ein besseres Jahr 2011 für Sie aussehen? Könnte das bedeuten, mehr Titel mit Inter zu gewinnen oder zum Beispiel auch in die Seleção zurückzukehren?Mein Ziel ist es auf jeden Fall, auch weiterhin in der Seleção zu spielen. Ich habe einen Traum, den ich bisher noch nicht verwirklichen konnte: Ich möchte mit meinem Land Weltmeister werden. Solange ich kann, werde ich dieses Ziel verfolgen. Ich bin 31 Jahre alt und wenn ich es schaffe, in den nächsten Jahren bis zur WM in Brasilien konstant gute Leistungen zu zeigen, wäre das optimal. Ich werde weiterhin hart arbeiten und weiß, dass Mano Menezes das beobachten wird. Wir haben uns unterhalten, als er in Europa war. Er hat nicht nur einigen Vereinen einen Besuch abgestattet, sondern auch Gespräche mit Spielern geführt, unter anderem auch mit mir, Maicon und Lúcio. Wir wissen, dass jetzt alles von uns abhängt. Wir werden im Klub weiter an uns arbeiten, versuchen erfolgreich zu sein und die Wettbewerbe zu gewinnen, an denen wir teilnehmen. Dann werden wir sehen. Was erwarten Sie im Finale von TP Mazembe? Als Torwart ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass der gegnerische Torhüter zu den herausragenden Akteuren gehört. Werden Sie Ihre Mannschaftskameraden in dieser Hinsicht vorwarnen? Nein, ich glaube bei einem solchen Spiel können wir uns nicht speziell mit einem einzelnen Spieler des Gegners beschäftigen. Er ist ein Torhüter, der in der Partie gegen Internacional eine hervorragende Leistung geboten und bis jetzt ein gutes Turnier gespielt hat. Aber wir sind gut vorbereitet und zuversichtlich. Unser Trainer war im Stadion und hat sich das Spiel angeschaut. Er wird uns Näheres dazu sagen, wie wir diesem Gegner gegenübertreten sollen. Wir wissen, dass das Team physisch stark ist, wie die meisten afrikanischen Mannschaften, und dass Mazembe über schnelle Spieler verfügt. Rafa wird uns alle Informationen geben, so dass wir keine bösen Überraschungen erleben werden. Viele haben im Vorfeld ein Finale zwischen Inter Mailand und Internacional Porto Alegre erwartet, aber der Südamerika-Meister ist zum ersten Mal vorher ausgeschieden. Ist das für Sie eine Überraschung? Hätten Sie vielleicht lieber gegen die Brasilianer gespielt?Leider hat Internacional nicht gewonnen. Dabei haben sie noch nicht mal schlecht gespielt. Natürlich wäre ein Finale zwischen Inter und Inter für alle sehr interessant gewesen. Es ist schade, dass es jetzt nicht dazu kommt. Und es wurde natürlich vorher schon viel darüber gesprochen, weil die Europa- und Südamerikameister, seit das Turnier in diesem Format zwischen den Meistern aller Kontinente ausgetragen wird, immer favorisiert waren und diese Stellung auch bestätigt haben. Aber jetzt kann man sehen, dass es einfach keine Favoriten mehr gibt. Ich denke nicht an Revanche, sondern möchte einfach nur diesen Titel gewinnen, der für unseren Klub sehr wichtig ist.

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